Bitter SC

05. August 2017 12:27; Akt: 05.08.2017 12:27 Print

Der Luxus-Opel im eleganten GT-Kleid

von Bruno von Rotz - Der Bitter SC war ein Luxuscoupé, das dem Ferrari 400 glich, aber mit braver Opel-Technik ausgestattet war. Eine Erfolgsgeschichte?

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Seit den frühen 1970er-Jahren baute der deutsche Autodesigner Erich Bitter mit einigem Erfolg sportlich-elegante Autos auf Opel-Basis. Besonders der vom Maserati Ghibli inspirierte Bitter CD ist aus dieser Zeit bis heute in Erinnerung geblieben.

Doch 1977 musste Erich Bitter über einen Nachfolger des CD nachdenken. Bei Opel wurde der V8-Diplomat, die technische Basis des CD, eingestellt und der Nachfolger musste auf einer neuen technischen Basis entstehen. Bereits im September 1979 war dann der Prototyp des neuen Bitter SC fertig. Das SC stand dabei für «Senator Coupé». Es handelte sich beim SC um ein viersitziges Coupé mit zwei Türen und Stufenheck.

Vom Fliess- zum Stufenheck

«Vier Leute und ein gescheiter Kofferraum lassen sich nur in einem Stufenheck-Fahrzeug realisieren», erklärte Erich Bitter einst in einem Gespräch, und bereits in den Sechzigerjahren hatte er Ideen für ein Stufenheck-Coupé in Zeichnungen verewigt. Für den CD-Nachfolger verfeinerte Bitter seine Vorstellungen und wandte sich dann wiederum an die Opel-Stylingabteilung, die ihn aus Freundschaft und Liebhaberei gern unterstützte.

Das Karosseriekleid gefiel schon damals. Max Stoop, der Design-Papst der Automobil Revue, erkannte in ihm bereits im November 1979 einen Klassiker. Die formale Nähe zum 2-plus-2-sitzigen Ferrari schadete da keineswegs.

Technik des Opel Senator

Motor, Getriebe, Bodengruppe und Fahrwerk konnte Erich Bitter vom Opel Senator 3.0E übernehmen, auch Bremsen und Kleinteile stammten aus dem Opel-Regal. Bitter stimmte das Fahrwerk etwas härter ab, sorgte mit einem Ölkühler für stabilere Temperaturverhältnisse im Motor und sorgte mit breiteren Rädern und Reifen für ein weitgehend neutrales Fahrverhalten.

«Das Fahren mit dem Bitter SC ist ein Genuss, es ist mehr ein Gleiten. Im unteren Geschwindigkeitsbereich geht alles nahezu geräuschlos vonstatten, beim Autobahnreisetempo um 180 km/h dringt ganz leise das Auspuffgeräusch durch, Karosserie-Windgeräusche gibt es nicht, es rauscht nur ganz dezent. Der Opel-Sechszylinder läuft im SC absolut vibrationsfrei und geschmeidig», schrieb Peter Hellgut damals in der Zeitschrift «Rallye Racing».

Knapp unter 10 Sekunden reichten für den Spurt von 0 bis 100 km/h, als Spitzengeschwindigkeit wurden 215 km/h notiert. Ab 1981 gab es den SC auch als Cabriolet und mit Vierradantrieb, zwei Jahre später wurde sogar eine Limousine vorgestellt. Ab 66'500 Franken konnte man Bitter-SC-Besitzer werden, die Konkurrenz von Maserati und Ferrari war teurer.

Gehobener Komfort statt Sportlichkeit

Übertriebene Sportlichkeit kann man von einem über 1500 kg schweren und 4,85 Meter langen Coupé mit 180 PS nicht erwarten, besonders wenn die Kraft über eine Dreigangautomatik übertragen wird. Dafür kommt aber auch keine Hektik auf, etwas was die bisherigen Besitzer des gefahrenen Exemplars, das immerhin fast schon 300'000 Kilometer auf dem Buckel hat, sicherlich geschätzt hatten.

Der Bitter SC fährt sich sehr angenehm. Die Übersicht über den doch recht grossen Wagen ist gut, die Bedienelemente sind dort, wo man sich erwarten kann. Der Wandler des Dreigang-Automatikgetriebes ist allerdings omnipräsent und mindert auch ein wenig die akustischen Reize, die der Motor durchaus zu verströmen mag. Wäre er nicht so rar (nur 461 Coupés wurden von 1981 bis 1989 gebaut) und elegant, würde man ihn gern auch heute noch jeden Tag einsetzen.

Weitere Informationen und Bilder gibt es auf www.zwischengas.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bitterschön am 05.08.2017 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Bitter

    Das ist schon bitter das nur 461 Stück gebaut wurden, hätte es 462 gegeben hätte ich auch einen:-))

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  • Ich am 05.08.2017 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    toll

    phantastische Interpretation bei bitter waren mir auch Opel Technik Schnuppe ich hatte lange einen alten Rekord und der war nicht langsam und spannend zu fahren

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  • Chrigu BE am 05.08.2017 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke...

    Danke für so ein tolles Auto! Danke für Ihren Artikel!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Henri am 06.08.2017 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    Innenraum ist stillos

    Ich vermute, er wurde kein Erfolg, weil der Innenraum so wenig Klasse und Stil hatte.

    • Illumination am 07.08.2017 00:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Henri

      Liegt für mich eher an der anfänglich schlechten Qualität und dem zu schwachen 3,0 l/180 PS/248 Nm-Motor. Wurde dann durch Produktions-Umstellungen und Einführung des 3,9 l/210 PS/327 Nm-Motor/1984 weitgehend eliminiert, allerdings auch mit einer eindrücklichen Preissteigerung von 68`000 DM (Einführung SC Coupé 1980) auf 114`800 DM (Produktionsende 1986, nicht 1989). Trotzdem sind gesamthaft 488 Ex. (alle SC-Varianten) nicht wenig für einen Kleinserien-Hersteller.

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  • Ford Capri 2.3i am 06.08.2017 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöne alte Autozeit

    Vielen Dank für den Artikel, das waren noch Autos mit Charakter in der 80er Jahren.

  • M.Meier am 06.08.2017 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Bastelkarre

    Der Bitter war eine Bastelkarre der übelsten Sorte! Da wurden keine zwei gleichen Autos gebaut! Probiert mal ein Teil, das nicht von Opel stammt, zu ersetzen! VIEL SPASS!

    • Gil Gamesch am 06.08.2017 16:04 Report Diesen Beitrag melden

      Bastelstunde

      Autobauer haben Warnsysteme entwickelt, die den übermüdeten Lenker vor dem Einschlafen schützen sollen. Dabei wird der Innenraum des Autos auch mittels Kamera überwacht.

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  • Chrigu BE am 05.08.2017 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke...

    Danke für so ein tolles Auto! Danke für Ihren Artikel!

  • Mani Motz am 05.08.2017 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Opel gleich bieder

    Da kann um einen Opel gebaut werden was man will. Es bleibt eben ein Opel.

    • Copy&Paste am 06.08.2017 04:09 Report Diesen Beitrag melden

      Ist keine Seltenheit

      Genauso wie Audi zu 95% gepimpte Stangenware von VW ist, Seat, Skoda etc. sowieso. Selbst Tesla hatte Teile von Daimler. Toyota macht gerade ein Techtelmechtel mit BMW (Z-Serie Nachfolger) und Opel verbaut in Zukunft Baguettes als Airbags. :-) Was solls? Wer zu viel Geld hat kauft die viel zu teuer angebotene Kopien trotzdem :-).

    • Popel am 06.08.2017 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Copy&Paste

      Der Vergleich hinkt sehr, denn VW ist nicht Opel...

    • Vauweee am 06.08.2017 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Popel

      Gibt es überhaupt VW noch in Zukunft, nach den ganzen skandalen überhaupt noch. Ich denke VW werden die wenigsten vermissen

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