Ferrari der Woche

22. August 2017 05:10; Akt: 20.08.2017 18:42 Print

Auf Einladung

Mit dem F50 feierte Ferrari vor 20 Jahren seinen 50. Geburtstag. Kaufen konnte ihn nur, wer von Ferrari eine Einladung dazu erhielt.

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Man darf sich das wohl in etwa so vorstellen: Der damalige Ferrari-Chef Luca di Montezemolo hatte seine Sekretärin um eine Liste mit den 349 wichtigsten Kunden des Hauses gebeten. Dann liess er sich der Reihe nach mit diesen Damen ud Herren verbinden, man plauderte ein bisschen über das Wetter, das Golf-Handicap und sonstige Luxus-Güter, dann sagte di Montezemolo: «Du, wir bringen da im nächsten Jahr ein neues Auto, ziemlich cool, nur 349 Stück, kostet so knapp...». Wohl noch bevor er den Preis überhaupt nennen konnte, kam die Antwort von der anderen Seite der Strippe: «Klar, logisch, wohin soll ich das Geld überweisen?» Und so kam es, dass sämtliche 349 Exemplare des Ferrari F50 verkauft waren, bevor die Produktion überhaupt anlief; Michael Schumacher erhielt sein gutes Stück geschenkt.

Technologisch ein Meisterwerk

Auch wenn die Kunden quasi die Katze im Sack kauften, sie brauchten ja keine Angst haben, es war klar, dass Ferrari mit dem Supersportwagen, den sich der Sportwagen-Hersteller selber zum Geschenk zum 50. Geburtstag machte, ein feines Gerät auf die Strasse stellen würde. Und so kam es dann auch: Der komplett neue 4,7-Liter-V12-Motor basierte auf der Maschine, die Ferrari seit 1993 in der Formel 1 einsetzte. Das mittig eingebaute Aggregat leistete 520 PS bei 8700/min und wurde manuell über sechs Gänge geschaltet; die Höchstgeschwindigkeit lag bei 325 km/h, den Sprint von 0 auf 100 km/h schaffte der F50 in 3,9 Sekunden. Es gab ein elektronisches Fahrwerk - und Felgen aus Magnesium sowie Radschrauben aus Titan. Technologisch war der Ferrari ein Meisterwerk - und er geht in die Geschichte ein als der letzte Ferrari für die Strasse, der direkt von der Formel 1 abstammte.

Das Design stammte von Pininfarina, die Karosserie des nur gerade 1,2 Tonnen schweren und mit einer Länge von 4,48 Metern noch recht kompakten Supersportwagen wurde aus kohlestofffaserverstärktem Kunststoff hergestellt; als Besonderheit gab es ein Hardtop, das sich entfernen liess, womit sich der Ferrari dann in einen klassischen Spider verwandelte. Auch offen waren über 300 km/h möglich. Und trotzdem, so richtig begeistert fielen die ersten Kritiken nicht aus, das Design mit dem massiven Spoiler hinten wurde als nicht überzeugend kritisiert, auch in Sachen Fahrleistungen war der Ferrari der Konkurrenz nicht überlegen. Dass mehr möglich gewesen wäre, zeigen die drei Stück mit der Bezeichnung F50 GT, die für eine Rennserie gebaut wurden und locker auf 750 PS kamen.

Vom F50 gibts kaum Exemplare auf dem Markt

Der Neupreis für den serienmässigen F50 lag damals bei umgerechnet 380'000 Euro. Gebaut wurden die 349 Exemplare 1996/97 - und schon kurz darauf wurden die ersten Exemplare für eine Million Euro gehandelt. Unterdessen hat sich auch dieser Wert wieder fast verdoppelt - Tendenz weiterhin steigend. Es hat sich also unbedingt gelohnt, wenn man damals, beim Anruf von Montezemolo, schnell mit «Ja» antwortete. Weil der F50 aber gerade offen viel Fahrspass macht, kommen erstaunlich wenige Exemplare auf dem Markt; im Unterschied zu seinem wilden Vorgänger, dem F40, lässt sich der Spider viel einfacher fahren, man kann sogar cruisen, was die amerikanische Kundschaft sehr schätzt. Andererseits: bei hohen Drehzahlen wird der F50 sehr, sehr laut, es ist ein wildes, metallisches Kreischen, das nicht jedermann als angenehm empfinden dürfte.

Mehr Ferrari gibt es immer auf www.radical-mag.com.

(pru)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin am 22.08.2017 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so wählerisch

    Ganz im Ernst. So schlecht sieht ein F50 nicht aus.

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  • Markus am 22.08.2017 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo...ich warte!!!

    Ich warte immer noch auf meine Einladung. Was ist los bei Ferrari? Adresslisten nicht im Griff??

  • porsche-fan am 22.08.2017 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jedem das seine...

    also für mich einer der schönsten rarris überhaupt... neben enzo, testarossa und f40

Die neusten Leser-Kommentare

  • Blokki am 23.08.2017 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Turbo? Selbstverständlich nicht! Oder...

    ...so selbstverständlich ist das gar nicht. Der direkte Vorgänger (Ferrari F40) war nämlich Turbo-aufgeladen. Aber ja, ein Stilbruch war das damals in gewisser Weise

    • klaus am 23.08.2017 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Blokki

      war wegen dem Gewicht da v8. der f50 war ja dann ein v12 und hat diesen nicht mehr benötigt

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  • Marco Altstätten am 23.08.2017 06:39 Report Diesen Beitrag melden

    F50 in giallo Modena....wenn schon...

    ich dachte hier wird über den F50 geschrieben!? eine frau mit einem auto zu vergleichen ist herablassend!! ich durfte mit dem ersten in der CH ausgelieferten in Monza vier Runden mitfahren. Inmitten anderer Ferraris durchpflügte Daniel absolut genial die vor ihm liegenden. Mit 280 auf der Geraden, bremsen in die Schickane...ein Flieger auf 4 Rädern. Das Design speziell. In Maranello machte ich Fotos von Prototypen. Ein Meilenstein von Ferraris Geschichte und Modellen. Aber ich möchte ein Barchetta...

  • Richu am 22.08.2017 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ferrari

    Einfacht schöner als irgendeine Frau auf dieser Welt.

    • mann am 23.08.2017 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Richu

      Und wir mit dem Alter wertvoller . Frauen nicht

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  • Thomas Müller am 22.08.2017 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    F50 vs. Opel Astra

    Wäre schon cool, wenn ich meinen Opel Astra zwei Jahre nach dem Neukauf für das 5-fache weiterverkaufen könnte!

  • porsche-fan am 22.08.2017 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jedem das seine...

    also für mich einer der schönsten rarris überhaupt... neben enzo, testarossa und f40