«Le Retour du Futur»

13. März 2018 08:57; Akt: 13.03.2018 11:03 Print

Oldie-Sonderschau mit den heissesten Studien

Der Genfer Auto-Salon bestätigt seinen Status als «Design-Salon» mit einer spannenden Sonderausstellung. Die blickt zurück.

Bildstrecke im Grossformat »

Fehler gesehen?

Der Genfer Auto-Salon konnte seit seiner Premiere im Jahre 1905 immer wieder die wichtigsten Weltpremieren zeigen. Aber vor allem wurden am Lec Léman seit den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch jedes Jahr die schönsten, aussergewöhnlichsten und interessantesten Designstudien und Concept Cars präsentiert.

Im Zusammenhang mit dieser Tradition steht auch die heuer von #GIMS organisierte Sonderausstellung «Le Retour du Futur» – ein Rückblick auf ganz besondere Genfer Designpremieren. Die Zeitreise in die Genfer Vergangenheit beginnt mit zwei Alfa Romeo 6C2300. Beide Fahrzeuge standen 1938 in Genf, der eine Alfa auf dem Stand der Carrosserie Worblaufen, der andere bei Alfa Romeo selber. Und sie dürfen beide als Beispiele der einst so grossartigen Schweizer Karosseriebaukunst gelten. Direkt nebeneinander standen 1956 zwei Schweizer Kleinwagen: die Soletta und der Belcar. Beiden war keine Serienproduktion beschieden.

Italiener lieben Genf

Dass die italienischen Designstudios ihre Arbeiten und Ideen gerne am Genfer See vorstellten (und das auch heute noch tun), liegt nicht allein an der geographischen Nähe von Turin und Mailand zu Genf. Auf dem Salon war immer auch ein interessiertes, fachkundiges (und oft auch finanzkräftiges) internationales Publikum zu Besuch. Applaudierte das Genfer Publikum, war eine Serienfertigung oft schon beschlossen. Und so erlebten grosse Werke ihre Weltpremiere in Genf, etwa der Lamborghini Marzal (1967), der Lancia Sibilio (1978), der Maserati Birdcage 75th (2008).

Der Marzal gilt als Meisterstück von Designer Marcello Gandini, der dank dem Miura ein Jahr zuvor quai über Nacht zum Star der italienischen Designszene geworden war. Denn der Marzal beeinflusste nicht nur den ein Jahr später vorgestellten Espada entscheidend, sondern die ganze Geschichte von Lamborghini. Die beim Marzal so intensiv verwendeten Sechsecke sind noch heute in der Designsprache der italienischen Marke zu finden. Zudem war der Espada eines der wenigen Lamborghini-Modelle, die auch wirklich Geld in die Kasse spülten. Und Gandini prägte die Sichtweise einer ganzen Generation von (zukünftigen) Autoliebhabern, denn der spektakuläre Marzal wurde zu einem der beliebtesten Modelle jener Jahre bei den Modellautos von Matchbox, Dinky Toys und Co.

(lab)