Die Durchstarter

30. Mai 2015 10:42; Akt: 30.05.2015 10:42 Print

BMW-3er-Reihe bereitet seit 40 Jahren Fahrfreude

von Bruno von Rotz - Der BMW 3er ist Deutschlands sportliche Limousine schlechthin und feiert 2015 seinen 40. Geburtstag. Dabei trat er 1975 das schwere Erbe des 2002 an.

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1975 wurde der erste BMW 3er als Baureihe E21 vorgestellt, es gab ausschliesslich Vierzylindermotoren. Das Design des BMW 3ers von 1975 stammte von Paul Bracq, es erinnerte an den drei Jahre früher präsentierten 5er. Im Jahr 1977 präsentierte BMW mit dem 323i ein neues Spitzenmodell mit Sechszylindermotor und 143 PS - der Traum aller Sportfahrer. Bequeme Sitze und sportliches Interieur im BMW 323i. Der Nachfolger der Baureihe E21 hiess E30 und erschien 1982. Das Design des E30 war kantiger, vorläufiges Spitzenmodell war wiederum der 323i mit sechs Zylindern. 1990 betrat ein deutlich gerundeter 3er die Bühne, E36 hiess die Baureihe für die Neunzigerjahre. Das Heck des E36 war deutlich höher gezogen, noch waren die Stossstangen mit schwarzen Gummiauflagen geschützt. Wiederum gab es einen BMW M3 als Teil der Baureihe E36, doch nun war dies ein Coupé und der Motor hatte sechs Zylinder und eindrückliche 286 PS. Die dritte Generation des 3ers gab es als Cabriolet, Coupé und viertürige Limousine. Zudem war ein Kombi und eine gekürzte Kompaktversion namens «compact» erhältlich. Die vierte 3er-Generation wurde als Baureihe E46 von 1998 bis 2007 produziert. Stilistisch war der E46 seinem Vorgänger eng verbunden. Wiederum gab es auch ein Cabriolet, ein Coupé und einen Kombi. Auch Teil der Baureihe E46 war der M3, den es als CSL sogar noch als Leichtbauversion mit Kevlardach gab. 2005 erschien der E90, der gewachsen war und optisch von Bangles Designhandschrift beeinflusst wurde. Der M3 hatte nun sogar einen Achtzylindermotor. Der bisherige Abschluss der 3er-Dynastie bildet die Baureihe F30, die auf das Modelljahr 2016 hin aktuell mit dem Dreizylinder im Einstiegsmodell einen klaren Schritt in Richtung Downsizing macht. Sechs Generationen 3er BMW, E21 und E30 sind in der Mitte zusehen, links und rechts werden die jüngeren Baureihen gezeigt.

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Als BMW im Herbst 1975 an der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt die neue 3er-Reihe, intern E21 genannt, vorstellte, hatte wohl mancher Verantwortlicher ein mulmiges Gefühl. Denn die neue Limousine sollte den sehr beliebten BMW 2002 ablösen, die deutsche Sportlimousine der Mittelklasse schlechthin.

Paul Bracqs Wurf wirkte auf den ersten Blick deutlich grösser als sein Vorgänger, den Unterschied machten aber nur wenige Zentimeter aus.

Vorne dominierte die markante BMW-Niere, die Topmodelle erhielten Doppelscheinwerfer. Von der Seite wies der 3er eine Coupé-artige Silhouette auf. Innen dominierte Sportlichkeit und erstmals neigte BMW den mittleren Teil der Armaturentafel deutlich zum Fahrer hin, um bessere Sicht und Bedienbarkeit zu gewährleisten. Anfangs gab es nur Vierzylinder, doch diese kombinierten eine sportliche Leistungscharakteristik mit einem moderaten Verbrauch.

Vom Vier- zum Sechszylinder

Im Jahr 1977 ergänzte ein Sechszylindermotor die Palette. Es gab ihn als 2-Liter und als 2,3-Liter. 143 PS wies die schnellere Version auf und sie wurde zum Liebling der Sportfahrer. Am unteren Ende wurde 1981 der BMW 315 als Einstiegsmodell mit 75 PS eingeführt. Noch im selben Jahr waren eine Million Fahrzeuge der 3er-Serie verkauft. Damit war die neue Baureihe nach nur sechs Jahren mit 1,36 Millionen Exemplaren an ihrem Vorgänger vorbeigezogen und zum erfolgreichsten Modell in der Geschichte des Unternehmens avanciert.

Als würdiger Nachfolger des Trendsetters und Bestsellers präsentierte sich 1982 mit der Baureihe E30 die zweite Generation des 3ers. Das neue Modell verkörperte Fortschritt und Vielfalt in jeder Hinsicht: ein neues Design, optimierte Aerodynamik, mehr Platz und Komfort, mehr Leistung, zusätzliche Karosserie- und Motorvarianten.

Im Motorraum taten weiterhin Vier- und Sechszylindermotoren ihren Dienst. Mit dem 325i und dem M3 entstanden sportliche Spitzenmodelle, mit dem Cabriolet eine Frischluftvariante, der Touring bot Platz für sperriges Gepäck. 1985 kam mit dem 325ix der erste vierradangetriebene 3er auf den Markt. Kein Wunder, glänzte die zweite Generation des 3ers mit 2'339'251 Exemplaren auch im Verkauf.

Gerundete dritte Generation

Die dritte Generation der BMW-3er-Reihe trat als E36 1990 mit einer ausserordentlich eleganten Kontur und gründlich erneuerter Technik auf. Und sie debütierte erstmals – und ausschliesslich – als Viertürer. Ein Coupé, ein Cabriolet und natürlich auch eine Kombiversion folgten. Die Leistung stieg beim 325i auf 192 PS, beim M3 auf 286 PS an.

Mit stilistischer Kontinuität und konsequentem technischen Fortschritt machte sich im Frühjahr 1998 die vierte Generation E46 der BMW-3er-Reihe auf den Weg ins neue Jahrhundert.
Nochmals wies der im Jahr 2000 präsentierte M3 sechs Zylinder auf, die für 343 PS gut waren. Auch vom E46 gab es wiederum Coupé-, Cabriolet- und Kombi-Varianten. Die Motoren wurden stärker und sparsamer.

Die Generationen 5 (E90) und 6 (F30) boten zunächst Wachstum und dann «Downsizing». Hatte der M3 vorerst sogar einen Achtzylinder im Bug, werkelt im aktuellen 3er sogar ein Dreizylinder-Aggregat. Die Erfolgsgeschichte aber ist nach rund 15 Millionen noch lange nicht abgeschlossen.

Die komplette Geschichte des 3ers mit vielen Bildern kann auf www.zwischengas.com nachgelesen werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R. Bürki am 30.05.2015 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BMW fahren mit Leidenschaft

    Hatte 3 3er und es waren ausgezeichnete Fahrzeuge mit hoher Laufleistung. Dies merkt man wenn man danach Audi und Mercedes gefahren ist.

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  • Cecotto am 31.05.2015 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    M3

    Es gab aber schon vom E30 einen M! Und das war der schönste überhaupt.

  • toni am 30.05.2015 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bella machina

    Fahre seit 25 jahren e30. Absolutes pures fahrvergnügen und ein wunderschönes auto.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Günther Seibold am 31.05.2015 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rostende Heckschleudern

    Diese rostenden Heckschleudern sind bald Vergangenheit . Mein 320i wurde nur 9 jährig verrostet an Tür Kotflügel Unterboden . Ölverbrauch 1 Liter auf 700 km Service und Unterhalt viel zu teuer!!! jetzt fahre ich Auto einen Honda Accord und bin top zufrieden

  • Baba am 31.05.2015 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Finde es schade das der E46 M Touring nie auf den Markt kam. Es gibt einen Prototyp der mir sehr gefällt

  • Walter am 31.05.2015 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht bei Schnee und Eis

    Ich hatte einen 5er und einen 3er, beide nur Heckantrieb. Im Allgemeinen hoher Fahrspass, bei Schnee und Eis aber schlechte Fahreigenschaften, bricht gerne aus.

    • J.Black am 31.05.2015 21:05 Report Diesen Beitrag melden

      E30 und Winter

      Ich fahr nun seit ca 12 Jahren wieder einen e30 und finde diesen auch im Winter absolut ok. Leider gibt es heute so viele minderbemittelte Idioten auf der Strasse die nicht fahren können und die modernen Autos bevormunden den Fahrer dass nur noch Schritttempo gefahren werden kann. So bin ich froh über meinen e30 wo all diesen modernen Schnickschnack nicht hat. Natürlich braucht es anständige Winterreifen um richtig vorwärts zu kommen und natürlich auch wieder anständig zum stehen zu kommen. Übrigens ein sehr dauerhaftes Automobil, meiner hat nun annähernd 400'000 km auf dem Tacho ohne Probleme

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  • Kaffeebohnen am 31.05.2015 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Noch schöner

    War der BMW 2002 das war ein Geschoss für damalige Zeiten. Hatten meinen noch von Schnitzer damals etwas Pumpen und veredeln lassen.

  • iKompliment am 31.05.2015 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Design bestimmt Ertrag und Marge

    Bitte auch ein Kompliment an die Front-Designer mit dem feinfühligen Gespür bezüglich "BMW Nierenspiel". Die stehende Doppelnull oder eben Niere wurde derart on top entwickelt und gehandhabt, dass längst jeder andere Automobilist einen BMW auf ein paar hundert Meter im Rückspiegel erkennt. Dies Rückwirkend auf 40 Jahre (!). Gute Arbeit - Gute Umsätze - Gute Erträge: Designfaktor. Fazit: Wahrnehmung schlägt Produkt/Preis.