Bentley

15. Mai 2017 05:05; Akt: 14.05.2017 15:40 Print

Beamer, Benz or Bentley?

Kein Viersitzer ist schneller als der neue, bis zu 336 km/h erreichende Bentley Continental Supersports. Mit der entsprechenden Ausstattung ist auch keiner so protzig.

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Kim Kardashian, Jennifer Lopez, Drake, Ice T, Ludacris, Jay-Z – sie alle zählen oder zählten einst zum Kundenstamm der britischen Nobelmarke. Nur Rapper Lloyd Banks schien noch etwas unschlüssig, als er 2010 «Beamer, Benz or Bentley» zum Besten gab. Doch mit der stärksten Ausbaustufe der auslaufenden Continental-Generation dürfte der Fall ja jetzt klar sein, oder? Der neue Supersports lässt alles, was Banks damals rappte, lächerlich erscheinen. Von wegen «more than 500 horses» oder «meter go twohundred something»: Dank potenteren Turboladern, optimierter Ladeluftkühlung und neuem Drehmomentwandler ist der 6,0-Liter-W12 um 80 auf 710 PS sowie um 217 auf irre 1017 Newtonmeter erstarkt. Und mit 336 km/h Spitze (Cabrio: 330 km/h) können die Beamers und Benzen sowieso nicht mehr mithalten.

Eine Aussage gilt aber immer noch: «This is heavy new Bentley.» Direktes Handling, hecklastiger Allradantrieb, neues Torque-Vectoring-System für gezielte Bremseingriffe an den kurveninneren Rädern hin oder her: Der eher kopflastige 2,3-Tönner überzeugt in erster Linie als luxuriöse Cruising-Maschine. Wer im Kurvenrausch nicht aufpasst, dem ergeht es wie Banks: «Last time it was so good I almost crashed my Bentley». Zumal auch auf Hightech-Hilfen wie eine aktive Hinterachslenkung oder einen Wankausgleich verzichtet wird.

In dem Rap-Song wurde noch eine Menge anderes Zeug gelabert, das kein Mensch versteht. Ist aber auch egal, weil seit jeher der Showfaktor zählt. Mit aggressiver gestylten Schürze, reichlich Carbon, fetten Auspuffrohren und riesigem Heckspoiler entsagt der Gran Turismo jeglichem Understatement – erst recht, wenn er mit zweifarbiger Aussenlackierung und dreifarbigem Luxus-Interieur bestellt wird. Der Preis: startet bei unbescheidenen 286'500 Franken. Der Verbrauch: 15,7 Liter auf dem Prüfstand. Normalsterbliche schlucken da schon mal leer, aber für Banks – «my jeans are never empty» – dürfte das kein Problem sein.

Bentley Continental Supersports

Karosserie: 4,82 Meter langer, 4-sitziger Gran Turismo.

Antrieb:
6,0-Liter-W12-Biturbo mit 710 PS (522 kW) und 1017 Nm.

Getriebe: 8-Gang-Automatik (serienmässig).
Fahrleistungen: 0-100 km/h in 3,5 Sekunden; 336 km/h Spitze.


Verbrauch: 15,7 L/100 km (Werksangabe).

CO2-Ausstoss: 358 g CO2/km (Werksangabe).

Preis: Ab Fr. 286’500 (Cabrio ab Fr. 314’500).

Infos: www.bentleymotors.com

IN KÜRZE

Der Hersteller sagt:
«Obwohl beim Supersports mit seiner abgesenkten, strafferen Dämpfung ein dynamischeres Fahrverhalten im Mittelpunkt steht, geht nichts vom luxuriösen Komfort für alle jene Insassen verloren, die auch auf langen Strecken bequem reisen möchten.»

Wir sagen:
Word! Der Supersports bleibt – wohl nicht zuletzt wegen seines hohen Gewichts und langen Radstands – ein höchst komfortabler, luxuriöser Gleiter.

Das gefällt:
Die Opulenz mag nicht jedermanns Sache sein. Aber, hach, so eine handgefertigte Einrichtung mit feinstem Leder, geriffelten Chromschaltern und Details wie der Carbon-Schachbrettmuster-Armaturentafel geht halt schon über jedes industriell gefertigte Interieur.

Das eher weniger:
Moderne Assistenzsysteme sind Mangelware und mangels Keyless Go muss die Zündung manuell aktiviert werden. In solchen Details merkt man, dass der seit 2011 gebaute Continental in die Jahre gekommen ist. Im Herbst steht denn auch der Generationenwechsel an.

Spannendes Detail:
Weil bei einem 336 km/h schnellen 2,3-Tönner auch die Bremsleistung zählt, hat Bentley riesige Carbon-Keramikscheiben verbaut, die bis zu 1'000 Grad Celsius aushalten. Das entspricht der Temperatur von Lava.

Wer fährt so was?
Lloyd Banks und andere (Selbstdarstellungs-)Künstler, denen die klassische Eleganz des Continental allzu klassisch ist.

Alternativen dazu:
Die V12-Coupés Rolls-Royce Wraith und Mercedes-AMG S 65, die sich allerdings mit 632 bzw. 630 PS und Heckantrieb begnügen.

Am Steuer:
Nina Vetterli-Treml, Mitarbeiterin der Textlab GmbH und Testexpertin in der SRF2-Autosendung «Tacho».

(NVE)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 15.05.2017 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sprache

    In welcher Sprache rappt dieser Floyd Banks eigentlich? Englisch kann es ja nicht sein...

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  • Bandenerin am 15.05.2017 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Bentley

    Schönes Auto, gefällt mir. Sind die eigentlich eigenständig oder gehört Bentley zu einem Konzern?

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  • marko 32 am 15.05.2017 06:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super

Die neusten Leser-Kommentare

  • Beamer am 15.05.2017 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur in der veganen Ausführung

    Bekommt man den auch mit veganen Sitzen aus Bambus Stroh und Rapsöl Antrieb ?

  • 1017nm am 15.05.2017 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    banks

    Wer ist dieser Banks und weshalb wird er in einem Auto-Review die ganze Zeit erwähnt?

    • SAM_TEXX90 am 15.05.2017 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @1017nm

      schon mal was von youtube gehört? da werden einem videos angezeigt, wenn man etwas sucht... da könnte man sich ja informieren..

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  • Oliver am 15.05.2017 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    So wird's gemacht

    Bentleys waren schon immer die Könige des Understatements. Wer's peinlich will fährt Ferrari oder ähnlich Krawall Schüsseln.

  • Bobby am 15.05.2017 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Randnotiz

    «Last time it was so good I almost crashed my Bentley», damit sind im Song übrigens die oraltechnischen Fähigkeiten seiner Beifahrerin gemeint, nur so nebenbei...

  • Dr. Gehirnerschütterung am 15.05.2017 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der tägliche Wahnsinn

    Weshalb nicht 1700 PS? - Das wäre doch noch sinnloser.