Ford Escort RS 2000

02. September 2017 10:40; Akt: 02.09.2017 10:40 Print

Der Sportliche mit der schrägen Schnauze

von B. v. Rotz - Die Ölkrise war überwunden, die Autofahrer dürsteten wieder nach Leistung: 1975 präsentierte Ford den RS 2000 und lag damit goldrichtig.

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Bereits 1968 wurde der erste Ford Escort präsentiert, bekannt wurde er als das Auto mit dem «Hundeknochen»-Kühlergrill. Der Escort war ein traditionell konstruierter Wagen mit Frontmotor und Heckantrieb, Einzelradaufhängungen vorne und Starrachse hinten. Er sollte vor allem zuverlässig und günstig sein und den VW Käfer konkurrieren, was hervorragend gelang.

Für sportliche Fahrer offerierte man schon bald anspruchsvolle Sportmodelle wie den RS1600. Weil man aber auch im Breitensport erfolgreich sein wollte, kam 1973 der RS 2000 mit dem aus dem Ford Consul bereits bekannten Zweiliter-Pinto-Motor mit einer oben liegenden Nockenwelle und 100 PS bei 5750 U/min dazu.

Eckig statt rundlich – die zweite Generation

1974 wurde dann die erste rundliche «Hundeknochen»-Generation abgelöst durch einen deutlich kantigeren und marginal grösseren Escort, der sich technisch aber weitgehend am Vorgänger orientierte.
Auf die zweite Generation des RS 2000 mussten die Fans bis zum Genfer Autosalon im März 1975 warten. Dort präsentierte Ford eine vor allem optisch eigenständige Sportversion mit dem bewährten Zweiliter-Motor.

Ein schräg stehender Doppelscheinwerfer-Kühlergrill aus Polyurethan sorgte für ein ganz besonderes Erkennungsmerkmal. Die Bugpartie war als komplettes Teil angeschraubt und hatte durchaus ihre Vorzüge, denn sie verbesserte die Aerodynamik zusammen mit dem Luftleitwerk vorne und hinten um 16 Prozent. Zudem war sie stossabsorbierend.

Bewährte Technik

Die Technik wurde verbessert, ohne neue Wege zu beschreiten. Der 1993 Kubikzentimeter grosse Vierzylinder mit obenliegender Nockenwelle wurde durch Verbesserungen am Auspuffsammelrohr und neu abgestimmter Auspuffanlage auf 110 PS bei 5500 Umdrehungen gebracht. Der Hersteller stellte 180 km/h Spitze und eine Zeit von 9 Sekunden für den Sprint von 0 bis 100 km/h in Aussicht.

Das Fahrwerk mit vorderen Einzelradaufhängungen und hinterer Starrachse wurde durch eine vorne montierte Querstrebe und hinten angebrachte zusätzliche Schubstrebe optimiert. Niederquerschnittsreifen mit der Dimension 175/70 HR 13 wurden auf sechs Zoll breite Aluminiumfelgen aufgezogen. Die Ausstattung war komplett und sportlich ausgelegt.

Für Sportfahrer gab es Tuning ab Werk, ein komplettes Rallye-Fahrzeug konnte für rund 20'000 Deutsche Mark ab Werk Saarlouis bestellt werden. Mit einem Gruppe-1-Escort war man für den Rennsport auf der Strasse, aber auch auf Rallye-Pfaden gut gerüstet.

Auch heute noch sportlich

Auch 40 Jahre später beeindruckt das agile Handling und die nach wie vor sportlichen Fahrleistung des liebevoll restaurierten RS 2000. Zudem hat er vielen seiner Nachfolger eine stupende Übersichtlichkeit voraus. Mit 4,14 Metern Länge und 1,6 Metern Breite ist er äusserst kompakt, dank 935 kg Leergewicht fühlt er sich auch mit «nur» 110 PS behände an. Und in den prächtigen Schalensitzen lebt man sich hinter dem lederummantelten Sportlenkrad mit Blick auf eine vollständige Uhrensammlung sofort ein und geniesst jeden Kilometer, aber vor allem jede Kurve. Speziell dann, wenn das Heck ein wenig unruhig wird.

Dass man im Innenraum von einer knurrigen Klangkulisse unterhalten wird, dürfte kaum einen Fan stören, und dass es hinten an Raumgefühl fehlt, schon gar nicht. Dafür sorgt die robuste Natur und die einfache Technik für Langlebigkeit, auch wenn manches Ersatzteil nur noch aufwändig zu finden ist.

Weitere Informationen zum kultigen Ford Escort RS 2000 gibt es auf Zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carl Benz am 02.09.2017 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traumauto

    Ein ganz tolles Auto, neben dem Kadett C und Manta/Ascona B einer meiner Lieblinge. Niedriges Gewicht, grosser Motor, wenig Plastik, Handschaltung und vor allem Heckantrieb. Alles was ein Auto für einen richtigen Mann halt auszeichnet....

  • Reini am 02.09.2017 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erinerung

    Das war mein erstes Auto zugleich fuhr ich auch meine erste Freundin mit dem Escort aus. War echt tolles Auto s chöne erinerungen!!

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  • Georges am 02.09.2017 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Superwagen

    Ich erinnere mich gerne noch an meinen RS2000. Bin über 100000 km damit gefahren. Einmal im Stich gelassen wegen einer gebrochenen Unterbrecherfeder, das wars. Ich habe meinen tiefergelegt, Bilstein, Einblattfedern, 205er Reifen, und immer gepflegt. Wenn ich zurückdenke: Eines meiner besten Autos.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rudiwild@gmx.ch am 04.09.2017 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alter Ex Fordfahrer

    Dieser 2Lt. Motor baute Ford auch in den Capri, Consul, Granada, ein. Der hatte ein sehr gutes drehvermögen, besser als die V6 von Ford die nur unwillig hochdrehten.

  • Triathlet am 03.09.2017 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach nur praktisch.....

    Bei diesen Autos wechselt man wenigstens noch die Glühbirnen selber aus!! Bei meinem Previa (sonst ein guter Begleiter) brauchte ich zusammen mit meinem Garagisten 65 Minuten, um 2 Standlämpchen auszuwechseln.... ich hätte zu grosse Hände und kam nicht in die Ecke hinein, mein Mech. hätte kleinere Hände, dafür zu wenig Kraft, um die Abdeckung loszuschrauben! Und bei Subaru demontiert man die halbe Karre für jedes Lämpchen....

    • King of Brugg am 04.09.2017 09:42 Report Diesen Beitrag melden

      öh...

      ... einer Kollegin erging es beim Opel Corsa genauso. Keiner kam mit den Fingern rein zum Lämpliwechseln.. nicht mal sie mit dünnen Frauenhänden. Wobei.. bei meinem 10jährigen Subaru Legacy wechselt der Garagist die Glühbirne in 10 Min, weiss jetzt nicht wo da das Problem sein sollte.

    • Triathlet am 04.09.2017 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @King of Brugg

      Subaru Impreza : Glühbirne rechts: Luftansaugteil demontieren: 5- 10 Minuten Glühbirne links: Batterie etc. ausbauen: 5-10 Minuten! Okay! Für Standlicht oder Nebellicht: Radkasten -Verkleidung demontieren...fummeliger Mist...Gebrauchsanweisung unbrauchbar, ohne Glück reissen die Kunststoffhalterungen aus! Und ohne 3 Zusatzgelenke komme ich mit meinen Unterarmen gar nicht dazu.... Gegenbeispiel: Rücklicht an meinem Mercedes Sprinter auswechseln: 30 Sekunden ohne Werkzeug!!

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  • Normalverbraucher am 02.09.2017 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltgerechter

    "...dank 935 kg Leergewicht fühlt er sich auch mit «nur» 110 PS behände an." So könnte etwas umweltschonenderes Autofahren auch heute noch funktionieren: Nur die Ausstattung, die es zum Fahren wirklich braucht, dazu einen Heckantrieb, welcher auch im Winter Spass macht aber mit einem (Benzin-)Motor mit moderner Verbrennungstechnik, würde vermutlich in so einem Auto noch weniger verbrauchen als damals. Denn wer braucht eigentlich zwei Tonnen per tiefergelegtem SUV und 500 Stinkdiesel-PS, um vergnügt von A nach B zu kommen?

    • Kari am 03.09.2017 10:12 Report Diesen Beitrag melden

      Schon richtig, aber

      Was Sie schreiben ist schon korrekt. Aber Sie vergessen dabei eben, dass heutige Autos um ein Vielfaches sicherer sind als damals. Diese Technik kostet Geld, sie ist aufwendig und sie wiegt eben auch etwas. Aber spätestens bei (oder nach) einem schweren Unfall stellt sich die Frage nicht mehr. Dann leben Sie entweder noch oder eben nicht mehr. Ich habe vor ein paar Jahren einen solchen Unfall nur überlebt, weil ich in so einem "bösen" SUV sass. Dass ich am Unfall völlig unschuldig war, spielt keine Rolle. Und der "Stinkdiesel" - ach, fallen Sie doch bitte nicht auf die Propaganda herein.

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  • Hiphop78 am 02.09.2017 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RS Modelle

    sind einfach top und machen Spass. Meine Jugenderrinerungen sind der Cossie und er war ein Traum. Ich selber fahre seit 8 Jahren eine Focus RS MKII und er macht noch immer Spass wie am ersten Tag und geht auch gut vorwärts :-)

    • Movie Star am 04.09.2017 21:48 Report Diesen Beitrag melden

      @Hiphop78

      Meine Jugenderinnerung ist die englische Krimiserie, Die Profis. Die beiden Haupdarsteller fuhren einen Ford Escort 2000 RS und einen Ford Capri 3.0

    • Hiphop78 am 04.09.2017 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Movie Star

      Bin ich ein bisschen zu jung für, aber bestimmt eine klasse Serie gewesen :-)

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  • marko 32 am 02.09.2017 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auto

    Super

    • Dies Irae am 02.09.2017 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 32

      unsuper

    • TigerDragon am 04.09.2017 14:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 32

      Kurz und knapp ;-)

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