Porsche 356 A 1600 Super

09. September 2017 09:57; Akt: 09.09.2017 09:57 Print

Als 75 PS noch gehobene Sportlichkeit garantierten

von B.v.Rotz - Vor 60 Jahren waren Porschefahrer äusserst privilegiert: Gerade einmal 10’000 Exemplare waren bis dahin insgesamt gefertigt worden.

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Schon in den 1950er-Jahren gehörte man im Porsche zu den Privilegierten, zu jenen, die etwas schneller ans Ziel kamen und dabei auch noch mehr Spass hatten.

Mit dem Modell 356 schufen die Ingenieure um Ferdinand Porsche einen zuverlässigen Sportwagen, der den Spagat zwischen Strassenkomfort und Rennstrecke besser als die meisten anderen Autos jener Zeit schafften.

1948 begann die Erfolgsgeschichte, sieben Jahre später wurde der Typ 356 A vorgestellt, den es mit 1,3 und 1,6 Liter Hubraum sowie als Carrera gab.

Effizientes Konzept

Wie sein Vorgänger besass auch der 356 A einen Heckmotor. Dieser wies vier Zylinder und eine zentrale Nockenwelle auf, der die hängenden Ventile über Stossstangen und Kipphebel ansteuerte. Natürlich war er luftgekühlt. Im 1600 S leistete er dank zwei Fallstromvergasern 75 PS bei 5000 Umdrehungen. So gerüstet war der 356 für rund 175 km/h Spitze, bei einem Normverbrauch von 8,2 Litern pro 100 km gut.

Der Porsche 356 A war kompakt, in der Länge mass er 395 cm, in der Breite 167 cm und in der Höhe 131 cm. Aber er war nicht billig! 17’000 Franken mussten Käufer im Jahr 1957 hinblättern, so viel kosteten drei Käfer Standard zusammen.

60 Jahre später

Heutzutage nehmen sich selbst die 75 PS der schnelleren Version natürlich deutlich bescheidener aus als damals. Selbst die Fahrerposition wirkt im Vergleich zu den «Liegewiesen», die beispielsweise in den 1970er- und -80er-Jahren angesagt waren, ziemlich limousinenhaft.

Dass man den Zündschlüssel links vom Lenkrad einsteckt, kennzeichnet den Porsche 356 genauso wie der Blick über die vorderen Kotflügel. Dass die Übersicht vor allem nach hinten nicht gerade überragend ist, verzeiht man dem kleinen Wagen spätestens dann, wenn man den Motor startet, der wie eh und je sein luftgekühltes Boxerlied ertönen lässt und halt doch an den Käfer erinnert.

Der Blick auf die Instrumente freut das Auge, der Griff zum Schalthebel erinnert daran, dass der Weg bis zum Getriebe (wie beim Käfer) überdurchschnittlich lang ist.

Bewundernde Blicke

Flott unterwegs ist man aber trotzdem und die Sportlichkeit widerspiegelt sich vor allem in der aerodynamischen Formgestaltung (CW-Wert 0.365!).

In Kurven fühlt man sich schnell wohl, solange man sich nicht allzu sehr auf die Äste seines eigenen Fahrkönnens hinauswagt, und auch die Bremsen verzögern den relativ leichten Wagen in erwarteter Weise. Und die Blicke der Passanten verfolgen einen vermutlich genauso bewundernd, wie dies auch schon vor 60 Jahren der Fall war.

Übrigens: Im Jahr 1957, als der porträtierte Porsche 356 A 1600 Super gebaut wurde, feierte man in Stuttgart den 10’000. gefertigten Sportwagen. Nach neun Jahren hatte man also so viele Autos produziert, wie Porsche heutzutage in rund zwei Wochen baut.

Fortsetzung folgt

Auf den 356 A folgten weitere 356-Varianten, bis dann 1965 der 901/911 eingeführt wurde, der es ja im Prinzip bis in die Neuzeit geschafft hat. Und ein paar Gene des Urahnen sind dem heutigen 911 ja bis heute geblieben, wie beispielsweise der immer noch verbaute Heckmotor.

Weitere Informationen und viele aktuelle und historische Bilder des Porsche 356 gibt es auf Zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani Fäh am 09.09.2017 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöner Klassiker

    Ein sehr schöner Klassiker! Mir persönlich gefallen die späteren B-Modelle allerdings noch besser. Topvariante war der Carrera 2 mit 2Liter Königswellenmotor und 130PS. Eine mechanische Meisterleistung zu seiner Zeit. Dieser Motor wurde, minimal angepasst auch im legendären 904 verbaut.

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  • Driver am 09.09.2017 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Legendär

    Die Oldies haben einfach ein Herz und eine Seele, wunderbare Autoepoche die bis heute fasziniert!

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  • Sarkasta am 09.09.2017 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmmmm

    Wieder so ein Schnückelchen. Ich freu mich jede Woche auf diese super schönen Autos. Mir ist egal was für ein Auto ich habe. Auch wenn er nicht das schönste ist . Es muss mich von A nach B bringen. Schnick schnack brauch ich nicht. Aaaber so einer, oder sonst ein altes mit Seele. Da würd ich nicht nein sagen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • M.G. am 10.09.2017 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Besenporsche

    Die deutsche Polizei setzte zwei Porsche 356 zur Jagd auf Kaffeeschmuggler ein. Zwwischen 1947 - 1953 war Kaffee in Westdeutschland hoch besteuert und der Schmuggel zwischen Belgien und Deutschland war äusserst lukrativ. Um der Polizei zu entkommen warfen die Schmuggler Krähenfüsse auf die Strasse. Daher wurde eine Hydraulik vorne am Porsche montiert mit der vor jedem Vorderrad ein Stahlbesen abgesenkt werden konnte der die Krähenfüsse zur Seite schob. Die Schmugglerszene wurde sehr brutal, es wurde sogar ein in Belgien gestohlener Panzerspähwagen eingesetzt um Polizeisperren zu durchbrechen.

    • Steinlaus am 10.09.2017 17:37 Report Diesen Beitrag melden

      Chitty Bang Bang-Rennwagen

      Der reale Rennwagen des Grafen Louis Zborovski sei Inspiration für ein Kinderbuch des englischen Schriftstellers Ian Fleming gewesen (Chitty Chitty Bang Bang, 1964).

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  • Willi am 10.09.2017 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Porsche als Verkehrshindernis

    Passfahrten geraten heutzutage mit einem solchen 356-er Porsche mit 75 PS zu einem Spiessrutenlaufen, da man schnell als Verkehrshindernis wahrgenommen wird.

    • Tilt am 10.09.2017 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      Ach was

      Manchmal ist eben der Weg zum Ziel schöner als das Ziel selbst.

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  • Falcone am 10.09.2017 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Moto Guzzi

    Ein schöner Artikel, der zeigt es ginge auch mit kleineren Motoren, es müssen ja nicht 600 PS sein um Freude am Fahren zu haben. Und in Sachen verbrauch ein Top-Wert. Gepflegte Oldtimer sind wohl die ökologisten Fahrzeuge! An eine solche Energiebilanz kommt kein Hypbrid oder Tesla ran!

    • Tycho am 10.09.2017 14:07 Report Diesen Beitrag melden

      Ökologisch??

      Na ja, wer mal wieder hinter so einem Oldtimer fährt (oder mal eine Rushhour in einem 3.-Welt Land erlebt), dem fällt plötzlich wieder ein, warum die Einführung des Abgas-Katalysators ein Segen war!

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  • Driver am 09.09.2017 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Legendär

    Die Oldies haben einfach ein Herz und eine Seele, wunderbare Autoepoche die bis heute fasziniert!

    • emf949 am 10.09.2017 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Driver

      Einfach abwarten : alle Autotypen werden Oldies

    • Flachländer am 10.09.2017 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @emf949

      ...ja und bei den heutigen vermodert das Kunststoffinterieur, und zukünftig wird man einen Oldtimer-Tesla schieben können. Die heutigen Hybride und EVs werden kaum Oldtimer. Und das sage ich der selber eiben Plugin-Hybrid fährt.

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  • André Gubelmann Brasilien am 09.09.2017 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Nostalgie

    Das waren und sind noch richtige Autos,und keine fahrenden Sofas wie in der heutigen Zeit.