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23. August 2017 08:00; Akt: 25.08.2017 12:08 Print

Teuerster Brite aller Zeiten – trotz Skandal-Auktion

Der Aston Martin DBR1 gehört zu den legendärsten Rennautos der Welt. Jetzt wurde der Klassiker verkauft – nicht ohne Nebengeräusche.

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«Monterey Car Week» heisst die US-Autoshow, die traditionell im Pebble Beach Concours d’Elegance gipfelt, dem bekanntesten Automobil-Schönheitswettbewerb. Das US-Gegenstück zum Concorso d’Eleganza am Lago di Como sozusagen. Denn auch auf dem Gelände des Pebble Beach Golf in Monterey Bay dreht sich alles um edle und sündhaft teure Klassiker.

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Die Auktionshäuser fahren entsprechend auf. Auch dieses Jahr, in dem Ferrari-Schönheiten wie 250 GT SWB und 275 GTB/4, ein Aston Martin Ulster aus dem Jahr 1935, der Aston Martin DBR9 von 2005, dazu Klassiker wie Jaguar E-Type, Mercedes-Benz 300 SL Roadster, Shelby 289 Cobra, Lamborghini Concept S, der kultige Peel P50 oder ein Porsche 914 unter den Hammer kamen.

Proteste bei Auktion

Nur das Kleingeld muss man für diese Kunstwerke auf vier Rädern haben. Denn das teuerste Auto wurde für nicht weniger als 22,5 Millionen Dollar verkauft – ein Aston Martin DBR1 von 1959. Die Auktionäre von Sotheby's hatten den Wert zuvor auf 20 Millionen Dollar geschätzt. Das liegt knapp unterhalb des bisherigen englischen Rekordhalters. Der Jaguar D-Type wechselte 2016 ebenfalls in Monterey für 21,8 Millionen Dollar den Besitzer.

Aufsehenerregend verlief auch die Auktion selbst: Den ersten Zuschlag gab es schon bei 19 Millionen, ehe ein anonymer Mitbieter per Telefon zu spät entschied, auf 19,5 Millionen Dollar zu gehen. Prompt wurde der Mann mit dem Hammer bei diesem Angebot schwach. Doch das Publikum reklamierte lautstark – und so blieb es beim ursprünglichen Gebot von 19 Millionen Dollar. Zusammen mit den Gebühren waren am Ende dann 22,55 Millionen Dollar für den eleganten grünen Klassiker fällig.

Damit ist der Aston Martin DBR1 der teuerste britische Wagen, der jemals bei einer Auktion versteigert wurde. Das teuerste jemals versteigerte Auto ist der Aston Martin allerdings nicht. Im vergangenen Jahr wurde ein Ferrari 335 Sport Scaglietti von 1957 für 36 Millionen Dollar versteigert.

Legendäres Auto

Der hohe Preis kommt nicht von Ungefähr. Nur gerade fünf Exemplare wurden vom Aston Martin DBR1 zwischen 1956 und 1958 gebaut. Das in Monterey verkaufte Modell war das erste Chassis der Baureihe, Rennfahrerlegenden wie Stirling Moss, Jack Brabham oder Carroll Shelby fuhren damit über den Track.

Der DBR1 ist für Aston Martin das Pendant zum Ferrari 250 GTO – das schönste und legendärste Rennmodell überhaupt. Als Motor wurde ein 2,6-Liter-6-Zylinder mit 254 PS eingebaut. Ausgestattet ist das Auto heute jedoch mit einem 301 PS starken Reproduktionsmotor samt Strassenzulassung. Den Original-Motor erhält der Käufer dazu. Laut Sotheby's befindet sich der Wagen in erstklassigem Zustand. Selbst die Innenausstattung sei original, «bis hin zum Tweed-Bezug der Sportsitze».

Ein echter Weltmeister

Sein Renndebüt hatte der DBR1 1956 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans gefeiert. 1957 siegte er im WM-Lauf auf dem Nürburgring. 1959 folgte der Höhepunkt: Der DBR1 holte nicht nur den dritten Nürburg-Sieg in Folge – er sicherte sich auch den Doppelsieg in Le Mans. Das bescherte dem Aston Martin DBR1 Ende Jahr den Weltmeistertitel – und 58 Jahre später in Monterey nun den Rekordpreis für ein britisches Auktions-Auto.

Ach ja: Wer der gut betuchte Liebhaber ist, der sich den GB-Oldtimer gekauft hat, teilte Sotheby's nicht mit.

(rtl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SausL am 23.08.2017 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    nicht F1

    der DBR1 gewann die Sportwagenmeisterschaft und fuhr keine F1 Rennen...

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  • Typhoeus am 23.08.2017 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aston Martin DBR1

    ein wahres Kunstwerk des Technozeitalter

  • James R. am 23.08.2017 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    jajaja

    tolles Auto, leider fehlt mir das Kleingeld

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Die neusten Leser-Kommentare

  • James am 23.08.2017 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Britisch The best

    Die Briten könnens heute noch besser und schöner als die meisten anderen.Ich fahre seit Jahren nur Jaguar und Range Rover.

    • mister X am 23.08.2017 18:12 Report Diesen Beitrag melden

      old fashioned

      in der tat, es soll welche geben, die seit jahr und tag mit dem londoner doppelstockbus oder dem londoner taxi herumkurven würden. es müsse ja nicht immer by undergroud sein, oder nicht?

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  • danirl düüsentrieb am 23.08.2017 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ????

    hat schon jemand bemerkt dass auf bild 1 steht der 1959er und in den anderen bildern steht dass es der 1 von der serie war die 1956 bes 195o gebaut wurde

    • Mottokar Suppengrün am 23.08.2017 17:43 Report Diesen Beitrag melden

      Patentschutz?

      Sollten das Ferrari-Rot, das Post-Gelb usw. patentrechtlich geschützt sein, so müsste das Grün dieses Aston Martin auch sofort und evtl. rückwirkend patentiert werden, oder?

    • Fluorgrün am 23.08.2017 19:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Mottokar Suppengrün

      Wenn Monsanto auf dem Lindengrün, Syngenta auf Minzengrün und Aston Martin auf Wundergrün Patente haben, so möchte ich ein Patent auf Chloropyhll.

    • British Racing Green am 23.08.2017 19:42 Report Diesen Beitrag melden

      Mottokar Suppengrün

      Bis 1970 waren die Farben auf den Rennwagen durch die FIA Vorgeschrieben. Italienische Rennwagen mussten rot sein, die Belgischen hatten gelb, für die Engländer war grün pflicht, die Franzosen hatten blau. Die klassischen, längs- Doppelstreifen waren für die USA vorgeschrieben, entwerder weiss mit blauen Doppelstreifen oder blau mit weissen Doppelstreifen. Als die Sponsoren langsam das sagen hatten, erloschen diese landesspezifisch, vorgeschriebenen Rennfarben.

    • Wanda Ceccarelli am 23.08.2017 19:59 Report Diesen Beitrag melden

      @British Racing Grün

      Showing true colors. - Ja, das waren noch Zeiten, als auf der Berner Bremgarten-Rundstrecke das Rösslispiel gastierte. Und in Lignières sei es auch nicht mehr so lustig, wie einst im Mai.

    • Luigi Traver am 23.08.2017 20:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Ceccarelli, Lüthi und Aegerter

      Und Fritz Scheidegger war sogar Seitenwagenweltmeister auf BMW 1965 und 1966.

    • Rolling Stones am 23.08.2017 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Luigi Traver

      Jawohl. und kurz danach Rolf Byland 5 mal Weltmeister...

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  • Fred Feuerstein am 23.08.2017 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Pebble Beach

    Autotechnisch ein Höhepunkt im Jahr. Der Gulf 917 war auch ein Highlight

    • Geröllheimer Barney am 23.08.2017 18:46 Report Diesen Beitrag melden

      Optionen

      Farblich ist der Golf 917 schon ansprechend, aber etwas mehr Sonderausstattung wäre schön (2. Reserverad usw. wäre wünschenswert, gerade wenn man mit der Familie nach Rinimi in die Ferien fahren will.)

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  • Dr.Dollar am 23.08.2017 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    je oller, je doller ?

    Einmal in der Bildlegende "Doller" geschrieben, und einmal im Artikel. Liest das Zeugs jemand bevor es online gestellt wird ?

  • Jim Lark am 23.08.2017 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Katalysator

    Wow ! Soviel Geld für ein Auto ohne Katalysator.

    • Mathias am 23.08.2017 11:28 Report Diesen Beitrag melden

      Na und?

      Dieses Auto werden Sie im normalen Strassenverkehr etwa so oft antreffen wie einen Picasso an der Wand einer Bahnhofsunterführung. Nämlich nie. Wenn ein Kat dabei Ihre grösste Sorge ist, haben Sie was nicht verstanden.

    • Faksimile am 23.08.2017 15:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Matthias

      Auf Plakaten in Unterführungen werden mitunter auch echte Picassos abgebildet.

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