Heisser Sportwagen

05. September 2014 11:08; Akt: 05.09.2014 11:08 Print

Venturi 260 Cup 511 – der französische Ferrari

von Bruno von Rotz - Man nennt die Venturi häufig auch die französischen Ferraris. Allerdings sind sie deutlich seltener und heute schon fast vergessen. Zu Unrecht, wie eine Testfahrt zeigt.

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Die Macher des Venturi bewegten sich konzeptionell und technisch im Umfeld von Lotus. Aber Passanten, die den französischen Ferrari meist nicht erkennen, halten das elegante Coupé häufig für einen Wagen aus Maranello, was seinen Machern nachträglich Recht gibt.

Bei der Planung erinnerte sich Gérard Godfroy an seine Fahrten im Dino 246 GTS. So ähnlich sollte der Sportwagen sein, den er selber zusammen mit dem Produktionstechniker Claude Poiraud bauen wollte. In einem Keller entwickelten die beiden ihren ersten Entwurf und präsentierten ihn, noch auf einen Vierzylindermotor ausgelegt, im Oktober 1984 am Autosalon von Paris.

Serienversion MVS Venturi

Im Oktober 1986 aber konnte man am Pariser Autosalon bereits die Version mit dem 2,5 Liter grossen V6-PRV-Europa-Turbo-Motor mit 200 PS vorzeigen. Auf dem Genfer Autosalon folgte im März 1987 die Vorstellung der Serienversion.

Der MVS Venturi (MVS stand für «Manufacture de Voitures de Sport») war ein klassischer Mittelmotorsportwagen geworden, den mancher für die mondänere Variante der Alpine V6 Turbo hielt. Doch mit Ausnahme des gemeinsam genutzten Motors gab es im Detail kaum Ähnlichkeiten zwischen den beiden. Während nämlich bei der Alpine der Motor im Heck sass, wurde er bei MVS längs in der Mitte vor der Hinterachse montiert. Auch Aufhängungskonstruktionen und Chassisaufbau waren unterschiedlich. Für die Karosserie allerdings wurde wie bei der Alpine Kunststoff eingesetzt.

Mehr Leistung

Mit einer auf 2849 Kubikzentimeter vergrösserten Motorvariante kamen die MVS-Macher 1989 dem wachsenden Leistungshunger ihrer Kundschaft nach. Eine Höchstgeschwindigkeit von über 260 Stundenkilometern überzeugte nun auch verwöhnte Sportfahrer. Die Firma hiess nun Venturi.

Wenn man sich mit überraschend wenig Verrenkungen in ein solches Coupé setzt, dann überrascht zunächst das Interieur, das Luxus-Ambiente der 1980er-Jahre ausstrahlt. Holzverkleidungen erwartet man eigentlich eher in englischen Sportwagen-Klassikern als in einem französischen Kunststoff-Coupé.

Sitzposition und Rundumsicht sind für einen Mittelmotorsportwagen sehr gut und die wichtigen Bedienungselemente können problemlos erreicht werden.

Berauschende Klänge

Sobald aber der Zündschlüssel gedreht ist, dann zeigt sich der Venturi 260 von einer ganz anderen Seite. Der Motor startet sofort und lässt einen wohltönenden Bariton erklingen, der einen sofort fesselt.

Die 260 PS werden mit dem überschaubaren Gewicht von rund 1,3 Tonnen problemlos fertig und der Vortrieb überzeugt auch verwöhnte Naturen. Und kommt die erste Kurve, dann schwindet jedes Vorurteil über französische Sportwagen. Auch ein Lotus Esprit umrundet Bögen nicht souveräner und auch im Federungskomfort sind kaum Einschränkungen nötig. Und dank der feinfühligen Servolenkung artet die Kurbelei auch nicht in Schwerstarbeit aus.

Die Fahrt im Venturi macht süchtig. Immer wieder ertastet man den Drehzahlbereich ab 3500 U/min, ab dem der Turbolader mit maximalem Ladedruck der Verbrennung nachhilft und der Rücken gegen die Sitzlehne gepresst wird.

Nur gerade 70 Exemplare der Variante Cup 511 mit Katalysator wurden gebaut und noch sind die Preise nicht in überirdische Regionen gestiegen.

Wir danken der Oldtimer Galerie Toffen für die Gelegenheit, den schnellen Franzosen kennenzulernen.

Weitere Informationen, Bilder, technische Daten und ein Tonmuster zum Venturi 260 und seinen Vorgängern finden sich auf www.zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • frido am 05.09.2014 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auto

    Die front erinnert mich ein bisschen an den nissan 200sx. Sieht ziemlich gut aus das ding. Solche sachen machen spass. Ein klassisches kleinserienmodel. Matra war auch so etwas spezielles.

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  • Hans Kummer am 05.09.2014 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Alpine und nicht Lotus

    Herr Rotz müsste eigentlich wissen das der Venturi eine Alpine Kopie und weit weg von Lotus ist. Das Ziel war ein VP unter dem Alpine, was aber nicht gelang. Die Gentleman Trophy war das Highlite von MVS.

  • Pinin Farina am 06.09.2014 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Design?

    Von hinten eher dem BMW M1 nachempfunden, von vorne Allüren einer Corvette aus den 90ern. Aber was um Gottes Willen haben die sich bei der Innenausstattung gedacht? Das wird wohl niemand erfahren...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pinin Farina am 06.09.2014 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Design?

    Von hinten eher dem BMW M1 nachempfunden, von vorne Allüren einer Corvette aus den 90ern. Aber was um Gottes Willen haben die sich bei der Innenausstattung gedacht? Das wird wohl niemand erfahren...

  • Hans Kummer am 05.09.2014 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Alpine und nicht Lotus

    Herr Rotz müsste eigentlich wissen das der Venturi eine Alpine Kopie und weit weg von Lotus ist. Das Ziel war ein VP unter dem Alpine, was aber nicht gelang. Die Gentleman Trophy war das Highlite von MVS.

  • frido am 05.09.2014 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auto

    Die front erinnert mich ein bisschen an den nissan 200sx. Sieht ziemlich gut aus das ding. Solche sachen machen spass. Ein klassisches kleinserienmodel. Matra war auch so etwas spezielles.

    • andy candy am 05.09.2014 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      french jdm

      ja hat was.. vorne ein bisschen von der s13, oder porsche 924/44. Von hinten sieht er aus wie ein honda crx.

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  • Stevanovic am 05.09.2014 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schönheit auf Rädern

    Beim Design sind Italiener die Meister. Egal ob 2 oder 4 Räder. Da verzeiht man auch kleine Fehler wie z.B. bei der Elektrik. Aber die Schönheit kann man auch nach 20 oder 50 Jahren bewundern.

    • ... am 06.09.2014 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ...

      ausser das lambo z.b. zu audi und somit indirekt zu vw gehört.

    • Massi am 06.09.2014 13:20 Report Diesen Beitrag melden

      @...

      Und stellt auch niemand in frage? Fakt ist: das design kommt von den italienern.

    • John Doe am 06.09.2014 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Fiat

      Ein Ferrari ist heute einfach nix anderes als ein Fiat...

    • Hans Kummer am 06.09.2014 21:31 Report Diesen Beitrag melden

      kein Italiener

      Gérard Godefroy ist der Designer und waschechter Franzose

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  • Christian R. am 05.09.2014 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von wegen heiss

    Die Franzosen mögen mittelmässigen Wein herstellen, vom Autobau verstehen die aber gar nichts. dieser Venturi sieht eher wie ein aufgemotzter Bagheera aus. 1,3 Tonnen und einen betagten Europamotor, was soll das?

    • Odromedar am 05.09.2014 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wein?

      mittelmässigen wein?schau dir mal die liste der 100 besten weine an,dann weisst bescheid.und wegen den schlechten autos die sie angeblich bauen,auch da gibt es viele Beispiele die das gegenteil beweisen...

    • Mensch am 05.09.2014 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      Wie bitte

      @Christian R. verstehst du überhaupt was von Autos??? Renault R5 oder der Alpine usw spitzen Autos die jetzt eine Menge Geld kosten sprechen für sich.

    • Michael Stübi am 05.09.2014 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wein ja!

      Die Bestenliste wurde hauptsächlich von Französischen Kritikern erfasst! In Sachen Wein fährt man besser mit Spanien und Italien! Das einzige was Die Franzosen haben ist der Hochmut!

    • VAG-Fahrer am 05.09.2014 11:11 Report Diesen Beitrag melden

      Vorurteile und Franzosen

      @Christian. Du weisst aber schon, dass die Franzosen mit Peugeot und Citroen unzählige male die WRC abgeräumt haben oder? Oder das Peugeot den PikesPeak-Rekord hält? Oder das in der WTCC Citroen ebenfalls gross am mitmischen ist oder? Also Autobau konnten die Franzosen schon immer. Design ist eine andere Geschichte.

    • Keine ahnung am 05.09.2014 12:19 Report Diesen Beitrag melden

      404 Kmh

      Der Bugatti Veyron kommt von??

    • Andreas /h am 05.09.2014 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Veyron ist ein aufgemotzter Golf

      bugatti ist ehemals französisch doch seit 1998 unter den Dach des VW Konzerns.

    • Marco am 05.09.2014 13:47 Report Diesen Beitrag melden

      @keine Ahnung

      ...von VW. Verstehe aber nicht, was das mit dem Beitrag zu tun hat.

    • Rumpel am 05.09.2014 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @keineAhnung

      Bugatti gehört mittlerweilen zu VW. Der Veyron ist daher ein deutsches Auto. Obwohl Bugatti eigentlich französisch war.

    • flo am 05.09.2014 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      vive la france

      @michael stübi was machst du blos, dass dir die franzosen hochmütig erscheinen. liegt eindeutig an dir, sorry. aber es geht hier um autos. und franzosen bauen und bauten tolle autos mit tollem design. renault alpine a110 , renault avantime, div peugeot modelle wie 404 504 und natürlich citroen, matras 3 sitzer etc. halt nichts für jedermann. irgendwer muss ja all die golfs und passat kaufen:)

    • 9390184901 am 05.09.2014 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Frech!

      Ein deutsches Auto indirekt, designet, konstruiert und gebaut von franzosen, die deutschen verdienten damit nur das geld! Frechheti!

    • Hans Kummer am 06.09.2014 01:34 Report Diesen Beitrag melden

      Banausen

      Ettore Bugatti war Italiener, baute die Autos in Frankreich. Ha, Franzosen und Hochmut wie denn das? Da gibt es in EU hochmutigere als die F. Und Sorry, wer an fahrenden überteuerten Gartenstühlen aus D Spass hat, soll in haben. Autos mit ringförmigen Symbole sind für die Tonne ;-) Tiernamen bringts :P

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