Auto-Salon Genf

07. März 2018 10:04; Akt: 07.03.2018 10:04 Print

«Die Zukunft ist in Genf 2018 sehr wohl präsent!»

von Dieter Liechti - Am 8. März beginnt die Geneva International Motor Show. Direktor André Hefti sagt, warum der Salon noch immer seine Berechtigung hat.

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Salon-Direktor André Hefti: «Die Zukunft ist in Genf 2018 sehr wohl präsent!» (Bild: Lionel Flusin)

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André Hefti, in 5 Tagen beginnt der Genfer-Auto-Salon. Aber ohne Google, Apple und Co. Auch Tesla ist nicht dabei. Ein Problem?
«Nein, überhaupt nicht. Ich war in Las Vegas an der CES. Eine faszinierende Show, aber keine Auto Messe. Die meisten Autohersteller zeigten nur Protoypen und Visionen. Viel wichtiger ist der aktuelle Austausch zwischen der Autoindustrie und dem Silicon Valley. Die Ingenieure im High-Tech-Mekka bauen autonome und vernetzte Autos. Doch das ersetzt noch keinen Auto-Salon.»

Aber die technik-affinen jungen Menschen stehen heutzutage mehr auf Google & Co. als auf Blech und PS.
«Die jährlich in etwa gleichbleibende Zahl von 700’000 Besuchern des Salon Genf beweist das Gegenteil. Noch immer reisen Leute – junge und ältere – aus allen Ecken der Schweiz an, um die neusten Modelle zu sehen. Zudem verschliessen wir uns nicht vor den neuen Playern. Aber Tesla hat abgesagt und hat derzeit wichtigere Probleme zu lösen, und für die anderen macht eine Teilnahme noch keinen Sinn.»

Wieso nicht? Google hat lange darüber nachgedacht, ein Auto zu bauen.
«Das stimmt. Aber Google hat weder das Wissen, um selber ein Auto zu bauen – noch ist dies ein Ziel des Unternehmens. Aber es gibt viele Autobauer, die mit Google und Microsoft oder Apple zusammenarbeiten. Das ist die Zukunft. Und die ist somit auch in Genf präsent.»

Viele der Neuheiten werden schon vor der Eröffnung online enthüllt. Wieso soll man trotzdem nach Genf fahren?
«Weil das Auto noch immer Emotionen weckt, die kein HD- oder 5K-Bildschirm vermitteln kann. Diese Emotionen können wir vermitteln, weder ein Computer und auch nicht Virtual Reality.»

Es ist erstaunlich, dass sich ausgerechnet Genf bei den Besucherzahlen so gut hält. Denn im Gegensatz zu Deutschland oder Frankreich verfügen wir ja über keine Automobilindustrie.
«Stimmt so eigentlich nicht. Denn die Beliebtheit des Autos in der Schweiz hat auch wirtschaftliche Hintergründe: 220’000 Arbeitsplätze hängen direkt und indirekt mit der Autoindustrie zusammen. Und die Garagisten, Autoimporteure, Transporteure, Tankstellen und Versicherungen generieren jährlich einen Umsatz von 90 Milliarden Franken. Kein Wunder, ist die Schweiz auch ohne eigene Marke eine Autonation: Mehr als 4,5 Millionen Personenwagen sind registriert.»

Genf steht traditionsgemäss für Sportwagen und schräge Studien. Wie wichtig sind neue, Ressourcen-schonende Technologien?
«Sehr wichtig! Sie zeigen, dass sich die Industrie ihrer Verantwortung trotz den Skandalen der vergangenen Jahre bewusst ist. Und wir beweisen mit der Partnerschaft mit co2tieferlegen.ch, dass wir die Umweltziele unterstützen. Und das funktioniert: Vor drei Jahren musste man Autos mit einem CO2-Ausstoss von weniger als 95 Gramm suchen, heute findet man solche Fahrzeuge fast an jedem Stand.»

Müssten Sie als Salon-Direktor nicht mit gutem Beispiel vorangehen und eine CO2-Grenze für Aussteller setzen, also auf riesige Offroader, Supersportwagen und Rennautos verzichten?
«Das wäre etwas vom Dümmsten, was wir tun könnten. Denn diese Fahrzeuge sind Publikumsmagnete. Und genau hier am Auto-Salon können wir dem Publikum mit Attraktionen wie dem «Salon Car Colllector» die sparsamen Autos und neue Technologien näherbringen. Zudem sollte man nie vergessen, dass die meisten technischen Innovationen aus Kostengründen zuerst in der Oberklasse getestet werden. Oder im Rennsport. Also gilt auch hier: Mit cleverem Teamwork kommt man am weitesten.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zynieraliker am 05.03.2018 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zynisch

    Die Stadt Genf ist der Austragungsort des Auto Salons. Und diese Stadt will dann gleichzeitig die Diesel-Autos aus der Stadt verbannen.

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  • Marco Wipfli am 05.03.2018 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Dieselverbot

    Es sollte Verboten sein in einer Autofeindlichen Stadt einen Autosalon durchzuführen...

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  • Paul. am 05.03.2018 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewisse Reiche

    Die nie einen Rappen Steuern bezahlen, das sind die Kunden für diese Luxusschlitten. Ungerecht. Amtlich bewilligt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Erik B. am 08.03.2018 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    Tesla nicht dabei

    Klar, warum sollte ein Autobauer, der Ende Jahr Pleite ist, auf eine kleine Autoausstellung gehen. Bringt doch nichts mehr.

  • Ken-Guru am 08.03.2018 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegenwart nicht 2030

    Die Zukunft muss nicht präsent sein, sondern die Gegenwart und da sind die grossen Konzerne offensichtlich nicht auf dem geforderten Stand der Technik! Fliegende und schwimmende Autos, wurden schon in den 60er und 70er Jahren als Studien gezeigt. Wir hätten nun gerne die längst versprochenen sauberen Autos, welche ja VW angeblich mit ein wenig Software und einem 2 Franken Teil machen kann. Jedenfalls angeblich können sie dies, bei den Abgasbetrugs-Dieselwagen. Aber selbst Diesel nach der neusten Abgasnorm, findet man bei VW, VAG, Mercedes und BMW nicht in Genf!

  • Igel am 08.03.2018 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Höhlen Leben

    Der Westen hat noch sehr viel zu lernen. Schaut mal nach China. Bis im Jahr 2040 sollen dort nur noch E Autos Fahren. Benzin und Diesel Schnee von Gestern. Inkl. E Tanksäulen ausgebaut. Letzthin sehr gute Doku im TV gesehen. Ja die EU und die CH. Beide von Hinterdittelfingen.

    • Martial2 am 08.03.2018 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Igel

      In Sache Umweltverschmutzung ist China das absolute schlechteste Beispiel. Dazu E-Karren haben noch lange keine Zukunft. Ein Wunschtraum, denn woher diese viele Energie hernehmen und wie produzieren?

    • Igel am 09.03.2018 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial2

      Genau wegen solchen Umwelt Problemen geht China jetzt dieses Problem Rigoros an. Und wenn man die Politik wo alles enschieden wird mitverfolgt weiss man das da sehr viel ändern wird. China kauft alles zusammen Firmen Geschäfte u.s.w. China will der grösste Wirtschaftsmarkt werden. USA sind jetzt schon hinter CHINA. Und der Verkauf geht weiter. Siehe bei uns wiviele Firmen schon in Chinas Händen sind.

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  • Neumann am 08.03.2018 00:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Einige werden nie klüger. So sad!

  • Mono Kühl am 07.03.2018 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    Mal was ganz anderes

    Noch leichter wirds wenn endlich das beamen klappt. Dann ist der ganze Verkehr einfach mal weg. Futsch, ups, weder fliegt er noch kriecht er auf der Erde rum. So leicht könnte die Zukunft sein, wenn man nicht von vorne herein sagt, das geht nicht. Wie sagte schon Einstein: Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen. Heisst ja nicht umsonst science fiktion. Wir beschränken uns nur selbst.