Nörglern getrotzt

28. Mai 2016 13:36; Akt: 28.05.2016 13:36 Print

Mit dem Porsche 996 zu Spiel, Satz und Sieg

von B.v.Rotz - Als 1997 der Porsche 911 – intern als 996 bezeichnet – präsentiert wurde, war das für Fans ein Schock. Doch der Neue überzeugte – auch Promis wie Martina Hingis.

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Die Entwickler von Porsche hatten kaum eine andere Chance: Die Zeiten der Luftkühlung waren vorbei, Lärmgrenzwerte liessen sich nur noch mit einem Wassermantel einhalten und auch wegen der geforderten Abgasgrenzwerte musste eine Neuentwicklung her. So entstand für den Nachfolger des luftgekühlten 911 ein komplett neuer Motor, wobei man bei der Sechszylinder-Boxeranordnung blieb.

Mit Vierventilköpfen, vier über Ketten angesteuerten obenliegenden Nockenwellen, Schaltsaugrohr und integrierter Trockensumpfschmierung schaffte man die Voraussetzungen für hohe Leistungsausbeute. 3,4 Liter Hubraum, 300 PS bei 6800 Umdrehungen und ein maximales Drehmoment von 350 Nm bei 4600 Umdrehungen waren das Ergebnis.

Grösser und leichter

Die grösste Änderung neben der Technik – auch das 6-Gang-Getriebe und die Vorderradaufhängung (vom Boxster übernommen) waren neu – betrafen aber Optik und Abmessungen: Um 18,5 Zentimeter war der 996 in der Länge gewachsen, in der Breite legte er um drei Zentimeter zu. Nur in der Höhe war er um wenige Millimeter geschrumpft. Trotz der grösseren Dimensionen und des damit gewachsenen Innenraums gelang den Porsche-Entwicklern das Kunststück, das Leergewicht um einige Kilogramm zu senken. Chapeau!

Beim Design musste Harm Lagaay allerdings Kompromisse eingehen. Teile des Bugs, Scheinwerfer, aber auch die Türen mussten genauso vom Boxster übernommen werden wie Teile der Innenausstattung. Das schränkte natürlich die gestalterische Freiheit ein. Und mancher Porsche-Kunde war über die Ähnlichkeit von vorne gar nicht glücklich, zumal der 996 mit sechsstelligen Franken-Preisen kein Sonderangebot war.

Prominente Besitzerin

So wehte dem neuen 911er durchaus Gegenwind entgegen, an dem auch der von 0.34 auf 0.30 reduzierte Luftwiderstand nichts ändern konnte, zumal die Querschnittsfläche ja angewachsen war. Hilfreicher waren da schon die positiven Kommentare der Auto-Tester, die dem Neuen viele Vorzüge gegenüber seinen Vorgängern bezeugten. Zumal die Fahrdynamik keine Wünsche offenliess.

Kaum war der Wagen präsentiert worden, stand er als rotes Coupé-Modell mit Vollausstattung auch am 12. Oktober 1997 bereits als Siegerpreis am WTA Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart/Filderstadt. Und dort gewann die Schweizer Weltklasse-Spielerin Martina Hingis den Final gegen Lisa Raymond mit 6:4 und 6:2. Allerdings war sie erst 17 Jahre alt und hatte noch gar keinen Führerschein. Daher wurde der Wagen im Februar 1998 dann in der Schweiz auf Hingis’ Mutter Melanie Molitor zugelassen. Er ist bis heute in der Schweiz.

Ein modernes Auto

Wer sich in einen Porsche 996 setzt, würde kaum vermuten, dass dieser Sportwagen 2017 bereits seinen 20. Geburtstag feiert. Das Interieur wirkt modern, die Sitze sind bequem. Die Bedienung wirft keine Fragen auf. Und dass das Zündschloss links von der Lenksäule liegt, erstaunt wohl einzig Nicht-Porsche-Fahrer.

Einem Sportwagenmotor hätte man fast etwas mehr musikalischen Ausdruck zugetraut, aber der kommt erst ab 5000 bis 7300 U/min, dafür aber umso gewaltiger. Liebe auf den zweiten Blick?

Weitere Informationen, viele Bilder und Informationen finden sich auf Zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B. A. Barracus am 28.05.2016 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnfreier Artikel

    "Doch der Neue überzeugte auch Promis wie Martina Hingis." Oh ja, Martina Hingis ist natürlich auch ein Gradmesser in Sachen Porsches, speziell wenn sie ihn gewann und das mit 17 Jahren, wo sie noch gar nicht autofahren durfte. Nebenbei kann der 996 nicht so überragend und beliebt gewesen sein. Mitunter gelten diese 911er auf dem Gebrauchtwagenmarkt fast nichts mehr.

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  • Launedernatur am 28.05.2016 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Hingis gewann da vier Porsches

    Und hat nur noch den 1.? Vielleicht doch nicht so toll? :-)

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  • Peter Felder am 28.05.2016 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoch Gehalten

    Anfälliger Motor z.b Kurbenwellensimering wo Undicht ist Steuerelektrik wo Spinnt u.s.w. Und was ganz Schlimm ist Reperaturen und Teile Künstlich Hoch Gehalten weil es "Porsche" ist. Geschweige den die Unterhaltskosten. Besseres Preisleistungsverhältniss kriegt man bei den Japanern Nissan 350 oder 370 Z Voralem Zuverlässige Technik. Viele meinen weil Porsche Daraufsteht können Sie alles Verlangen auch mit Erheblichen Mängeln.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Turbovic am 29.05.2016 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    isch abe gar keinen porsche.. :-)

    meiner Meihnung nach, gibt es keinen hässlichen 911er... aber ja, das telefon und das automatische getriebe... das ist hässlich!!

  • peter am 29.05.2016 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spiegelei Porsche

    mit der gleichen Front wie der Boxer ist das der hässlichste aller 911. Man sieht es auch an den Preisen an. steigen 911 immer im Wert kriegt man die für weitere unter 10k

    • Illumination am 29.05.2016 15:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Aha - wenn ich "unter 15`000.-- CHF" suche, finde ich ein paar Carrera 4, den günstigsten einen 05/99 mit 232`000 km für 13`800.--... Und wieso 911 "immer an Wert steigen" (sollen), stimmt so pauschal nicht, unabhängig der Baureihe, muss man schon etwas differenzierter betrachten... ;-)

    • peter am 29.05.2016 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Illumination

      Porsche steigt jeder im wert. siehe 912 aus den 70er. ein paar schneller andere langsamer. ich meinte Boxer kriegt man weit unter 10k.

    • Illumination am 29.05.2016 20:48 Report Diesen Beitrag melden

      @peter

      Wie überall gilt "Angebot und Nachfrage" . Vom 912 (1965-1969) wurden 30`000 Fahrzeuge produziert, bei Markteinführung zum Preis von 16`250 DM - logisch, dass heute ein gut erhaltener 912 schnell mal darüber liegt in Euro/CHF... Von den 911-Baureihen 996, 997 und 991 wurden seit 1997 über 600`000 produziert, zu ganz anderen Neu-Preisen (im Verhältnis). Hier gilt nach wie vor, dass ein 911 eine relativ geringe Abschreibung aufweist - über Werterhaltung oder gar Wertzuwachs dieser Modellreihen wird die Zukunft entscheiden (Modell-Variante/Stückzahl)...

    • Trophy am 29.05.2016 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @peter

      Na, Sie sollten mal besser Ihre Finger von irgendwelchen Investitionen lassen. Sie scheinen keine Ahnung zu haben. Sammeln Sie Coop-Trophy-Punkte, das kommt gut.

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  • Asket am 29.05.2016 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Martina Hingis' Porsche

    Hatte es noch etwas weisses Pulver auf dem Armaturenbrett?

  • Ringo am 28.05.2016 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhunzt

    Ein schrecklicher Porsche!!!!

  • felice am 28.05.2016 20:41 Report Diesen Beitrag melden

    Erster 911 mit Wasser...

    worst 911 ever. Das sieht man auch an den Preisen für Gebrauchte. Der neue Targa hats mir aber angetan.