Porsche 928 S

21. Januar 2017 12:00; Akt: 21.01.2017 12:00 Print

Langstrecken-GT und Winterauto in einem?

von B. v. Rotz - Der 928 galt als das Zukunftsauto von Porsche. Ein loyaler Fankreis hält ihm bis heute die Treue. Wie aber schlägt sich der 928 im Winter?

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Der Porsche 928 war am Genfer Autosalon 1977 mit Pauken und Trompeten gestartet, gewann 1978 als erster Sportwagen die Auszeichnung «Auto des Jahres» und erhielt von allen Seiten positives Feedback. Doch es gab auch Kritik. Gefordert wurden mehr Leistung und sparsamere Motoren. Die lieferte Porsche ab 1979 mit dem 928 S.

Vorgestellt wurde die leistungsstärkere Version 928 S auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) im Herbst 1979 in Frankfurt. Die Presse freute sich, denn endlich lief der V8-Porsche 250 km/h. Mit dem Preissprung von rund 15’000 Franken auf 71’700 Franken erhielt der Porsche 928 aber nicht nur mehr Leistung, sondern auch eine umfangreichere Ausstattung. Im Gegenzug wurde das Basismodell etwas abgemagert und kostete neu 56’450 Franken.

Exakt 300 PS leistete der 4,7-Liter-Motor im 928 S. Der Luftwiderstandsbeiwert konnte durch Front- und Heckspoiler auf 0,38 gesenkt werden. Die Ausstattung war komplett, trotzdem konnten noch einige Dinge dazu bestellt werden, etwa Automatikgetriebe, Schiebedach, Volllederausstattung. So kostete der 928 S schnell über 80’000 Franken.

Gentleman-Express

Für die beträchtliche Summe – ein Ferrari Mondial 8 kostete zu jener Zeit 77’800 Franken – erhielt man einen sehr sportlichen Granturismo, der das Zurücklegen langer Strecken ohne Strapazen gestattete. Vor allem auf schnellen Strassen fühlte sich der Wagen wohl. Die Zeitschrift «Auto Motor und Sport» lobte: «Auf der Autobahn spielt der grosse Porsche seine Trümpfe aus.»

252 km/h schnell lief der handgeschaltete 928 S bei den Messungen der «Automobil Revue», die Automatikvariante liess es bei 249 km/h bewenden. Tempo 100 km/h war aus dem Stand schon nach 6,8 respektive 7,6 Sekunden erreicht. Für den Spurt von 0 bis 160 km/h zog die Dreigang-Automatik-Version mit dem Handschalter gleich, 15,9 Sekunden waren in beiden Fällen nötig.

Nur ein Ökomobil war der mächtige Achtzylinder nicht. 16 Liter benötigten die meisten Testfahrer, manche brachten es auch auf über 20 Liter pro 100 km. Nur wer das Gaspedal streichelte, konnte mit unter 10 Litern pro 100 km durch die Gegend bummeln, trotz mit 10:0 hoher Verdichtung und Superbenzinbedarf. Rezepte für bessere Treibstoffökonomie – Leichtbau, Zylinderabschaltung, etc. – gab es zwar in der Entwicklungsabteilung, nicht aber im Verkaufsraum.

Einsatz als Winterauto?

Als Autobahngleiter, mit dem sich durchaus auch sehr hohe Reisedurchschnitte erreichen liessen, hatte sich der 928 S in die Herzen der Geschäftsreisenden gefahren. Wie gut aber ist man mit einem der 8315 zwischen 1980 und 1983 gebauten Porsche 928 S im Winter angezogen?

Grundsätzlich eignet sich der 928 durchaus als Ganzjahresauto, vorausgesetzt, man wechselt zu Beginn der kalten Jahreszeit rechtzeitig auf Winterreifen. Die Stahlstruktur ist vollverzinkt, die Radhäuser gross genug, um im Notfall auch Schneeketten Unterschlupf zu gewähren. Auch die Heizung ist in der Lage, mit kühlen Temperaturen umzugehen.

Und mit seiner dank Transaxle-Bauweise ausgeglichenen Gewichtsverteilung müsste sich der Porsche eigentlich auch auf Schnee und glitschigen Untergründen einigermassen wohl fühlen. Das tut er auch, vorausgesetzt, die Gegend ist flach. Sobald es aber hinauf- oder hinuntergeht, spürt man dann schnell, dass man 1,5 Tonnen Stahl, Aluminium und Kunststoff mit sich führt. Doch wann hat es schon Schnee auf unseren Strassen?

Weitere Informationen, viele Bilder und ein Tonmuster gibt es auf www.zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz am 21.01.2017 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht Delle

    Wer mit einem 928 ins Rutschen kommt und die Alukarosserie eindellt lernt schnell die astronomischen Ersatzteilpreise kennen.

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  • Mona am 21.01.2017 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Traumauto

    Bis heute, mein absoluter Liebling. Ich habe mit diesem Auto lernen Autofahren, war aber kein S, sondern einfach 928. Leider überhaupt nicht Umweltfreundlich, aber ein geniales Fahrgefühl.

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  • Leser am 21.01.2017 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich hatte das Previleg

    einen der letzten (1993) 928 S4 für fünf Jahre mein eigen nennen zu dürfen. Das Auto war bisher das Einzige, was einen dauerhaft bleibenden Eindruck hinterließ. Optisch einfach nur schön, übersichtlich und intuitiv bedienbar. Der Fahrspass begann schon wenn man auf das Fahrzeug zulief. Der Klang des Motors, beim Anlassen, ließ alle Härchen aufstehen. Ich denke gerne an diesen Boliden zurück mit dem ich soviel Freude hatte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ernesto am 22.01.2017 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    928

    ich durfte als 10-jähriger Bub 1982 mal mitfahren, weiss aber nicht mehr ob es ein S war oder nicht..der Freund meiner Tante arbeitete in Bayern in einem Porschehaus..er lieh sich von seinem Chef einen brandneuen 928 aus und setzte ihn bereits beim Rausfahren rückwärts in einen 911er..beim zweiten Anlauf, nach den Karosseriearbeiten, flitzten wir über die offene, freie deutsche Autobahn mit 240 Sachen..ich war so klein ich sah nur die Bäume vorbei zischen und hörte das Brüllen des Motors..war ein sehr eindrucksvolles Erlebnis..!!

  • Wolf67 am 22.01.2017 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tija

    Sorry jetzt bekomme ich sicher tausende Dislikes. Ich war in meiner Jugend ein absoluter Porschefan das " Tröpfli" wie ich es nannte war mein absoluter Favorit. Bis ich aufgrund meiner Lehre auf den Subaru SVX stiess. Das war ein geiles Teil....

    • Geronimo am 22.01.2017 20:04 Report Diesen Beitrag melden

      Aber nein ....

      Das lässt sich aber absolut nicht vergleichen.

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  • Daniel, Automech, Bern am 22.01.2017 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Porsche, oder nicht?

    Zu dieser Zeit (1980-1988) hatte ich einen 911 SC 3.0. Ein Porsche mit wassergekühltem V8 Frontmotor war für mich damals einfach kein Porsche. Da habe ich wohl etwas verpasst! Als dann 1988 unser erstes Kind zur Welt kam, musste ich den Porsche leider auf vielseitigen Wunsch meiner Frau gegen ein "Familienauto" tauschen. Es musste ein Kombi sein... und es musste ein Volvo sein (würg).

    • Olrik am 22.01.2017 16:36 Report Diesen Beitrag melden

      Alternativen

      Da hatte ich es besser! Ein Porsche gehört immer in die Garage, Transaxle natürlich... Ein 944 S2 tut auch gute Dienste und ist nicht ganz so teuer wie ein 928er. Habe ich heute noch und ist einfach unverwüstlich.

    • René am 22.01.2017 20:16 Report Diesen Beitrag melden

      Great

      Gratulation,ein wunderschönes Auto

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  • Karl Karli am 22.01.2017 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interieur

    Interieur war auch Mega schön! Vorallem die Mittelkonsole! Super bequemes Fahrzeug. Habe dazumal auch viele Autobahnkilometer gefahren. Ich bekomme nochmals Gänsehaut und meine jungen Jahren kommen nochmals richtig schön auf!

  • Carlo Jacobi am 22.01.2017 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hr

    Ich bin alt. Es war mein schönstes Auto. Heute sehen alle gleich aus. Langweilig!