Mercedes-Benz 250 T

03. Februar 2018 10:30; Akt: 03.02.2018 10:30 Print

Der Vater der Lifestyle-Kombis

von B.v.Rotz - Mercedes-Benz hat den Kombi nicht erfunden. Aber Mercedes machte die senkrechte Hecktüre im Ober- und Luxusklassen-Segment salonfähig.

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Bereits im Januar 1976 hatte Mercedes-Benz mit der Baureihe 123 den Nachfolger der beliebten /8-Modelle eingeführt. Zunächst erschien der solide Wagen als Limousine, dann folgte das Coupé im Juni 1977. Auf der IAA in Frankfurt 1977 stand dann die T-Reihe. Die Kundschaft nahm die ganze Baureihe sehr positiv auf, die Lieferfristen zogen sich zum Teil über Jahre in die Länge.

Technik der Limousine

Für den Kombi wurde weitgehend die Technik der Limousine übernommen. Dies bedeutete Vier- und Sechszylindermotoren mit anfänglich 109 bis 177 PS, die an Viergang- oder Automatik-Getriebe gekoppelt waren und ihre Kraft auf die Hinterachse abgaben. Die Räder waren einzeln aufgehängt, vorne an je zwei Querlenkern, hinten an Dreiecksschwingen. Verzögert wurde mit Scheibenbremsen, gelenkt durch eine Kugelumlauflenkung, bei den meisten Typen servo-unterstützt.

Der Kombi verfügte immer über eine Niveauregulierung und breitere Reifen als die Limousine, beim 250 T hatten sie die Dimension 195/70 HR 14.

Neben den Benzin-Aggregaten gab es auch noch Dieselvarianten. 1980 ersetzte der eingespritzte 230 TE den 230 T, 1980 kam der 300 TD mit Turbodiesel dazu. Der 200 T rundete im selben Jahr das Programm nach unten ab.

Ab August 1980 gab es zudem ABS auf Wunsch und ab 1982 den Airbag gegen Aufpreis. Im selben Jahr wurden die Modelle aufgefrischt, was sich an geänderten Scheinwerfern und serienmässiger Servolenkung der Vierzylindermodelle zeigte. Die letzten Modelle wurden im Januar 1986 gebaut, in acht Jahren hatten bis dahin 199'517 Kombis das Werk in Bremen verlassen.

Wenn Luxus und nicht Grösse zählen

Der T unterschied sich in den Grunddimensionen nicht von der Limousine, war also 4,73 Meter lang und 1,73 Meter breit. Auch der Kofferraum wuchs in der Fläche nicht, war aber dank umklappbarer Sitze hinten (auf Wunsch auch zweiteilig) deutlich variabler nutzbar.

Wenn man die ganze Rückbank umklappte, erhielt man einen 1,78 Meter langen Laderaum, der fast 900 Liter fassen konnte. Alles, auch der Kofferraum, war mit Teppich, Vinyl oder Stoff ausstaffiert, ein ärmlicher Handwerker-Kombi war der Mercedes T sicherlich nicht.

T wie teuer?

Am meisten kritisiert am Mercedes wurde der Preis. Zwar waren Niveauregulierung, Heckscheibenwischer und einige andere Ausstattungselemente serienmässig, aber dafür kostete der Kombi locker vier Tausender mehr als die gleich motorisierte Limousine. Und deutlich mehr als die meisten Konkurrenten von Citroën bis Volvo.

Doch schliesslich hatte Mercedes mit der T-Reihe nicht den knapp kalkulierenden Handwerker, sondern den Freizeit-Segler, -Angler oder -Jäger im Visier. Angepeilt wurden erfolgreiche Geschäftsleute, die am Morgen ins Büro und am Nachmittag auf den Golfplatz fahren wollten. «Die vielseitigste Art, Mercedes zu fahren», texteten die Marketing-Strategen.

Modern geblieben

«Englischrot» ist heisst die Farbe des jung gebliebenen Kombis, der zur Probefahrt einlädt. Die 152'000 Kilometer Laufleistung sieht man ihm kaum an. Die Farbe wirkt heute ungewohnt und mutig. Im Innern begrüssen uns Stoffpolster und orange-braune Teppiche, die gemäss damaligen Testberichten an die Interieurgestaltung im öffentlichen Verkehr erinnerten.

Er fährt sich gut, der Mercedes-Benz 250 T, die Bedienkräfte halten sich in Grenzen, die Rundumsicht ist formidabel, die Antriebskultur und der Komfort überzeugen. Und praktisch ist er bis heute geblieben. Nur richtig günstig wurde er nie, denn die Anhängerschaft wächst und der Bestand ist gering.

Weitere Informationen, Bilder, ein Werbevideo und ein Tonmuster zum Mercedes-Benz 250 T gibt es auf www.zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Edelweiss am 03.02.2018 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Oh ja

    Das waren noch richtig gute Fahrzeuge, zuverlässig und einfach zu warten. Damit zu fahren einfach toll. Meinen 280TE kaufte ich mit 200000km auf dem Tacho und fuhr ihn bis knapp 390000 ohne nennenswerte Probleme. Dagegen sind viele Neuwagen von Anfang an Schrott...

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  • DS am 03.02.2018 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    90-er - 2000-er Reihe Top

    Die alten Benz waren noch richtige Benz das heute ist nur noch schnick schnack... und viel zu überteuert.! Oldshool is the best!

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  • Gustav am 03.02.2018 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wehmut an die gute alte Zeit

    Der 123er. Das letzte Automobil, welches das Prädikat Deutsche Wertarbeit noch verdient hat. Aber wenn schon, dann als 200D mit Handschaltung. Über 1 Mio. km war keine Seltenheit und sogar Salatöl hat er problemlos in Vortrieb umgesetzt. Nur der Rost, das Problem der damaligen Zeit, als das Salzstreuen im Winter dann begann.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Antonio am 04.02.2018 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mercedes

    Ja tolles Auto ich fahre so einen. Und habe den auf awd umbauen lassen Mega

  • Musta am 04.02.2018 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Mercedes

    ist wohl das Beste Auto der Welt.

  • Alrer Mann am 04.02.2018 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Der Kombi war (280TE)

    auch auf der Autobahn schneller als die Limousine. Ich musste einmal einem Kollegen über eine distanz von ca 250 km nachfahren. Ich hatte nie Vollgas, er jedoch schon.

    • Lux perpetua am 04.02.2018 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alrer Mann

      Du hast den Windschatten ausgenutzt! So gemein ;-)

    • Schlepper am 04.02.2018 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Perpetua

      Auf der Autobahn soll man keine Autos abschleppen, auch wenn die nächste Ausfahrt angeblich 250 km entfernt gewesen sein soll ;)

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  • Pragmatikus am 04.02.2018 04:55 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Zeit

    Das waren noch Zeiten, als Mercedes, BMW und Co. noch Bar bezahlt wurden.

    • Frank Buck am 04.02.2018 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pragmatikus

      So ein Quatsch, die meisten Fahrzeuge wurden auch schon vor 30 durch die Banken finanziert. Bar wurde in den seltensten Fällen bezahlt.

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  • Bürger am 03.02.2018 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Baut wieder richtige Autos !

    Die Autohersteller von heute bauen Autos ohne Charakter, alles so gebaut das der Kunde Jan nix selber was machen kann. also wegwerfmodelle. Zudem sehen diese Autos aus wie aus der PlayStation, mit 20 " Touchscreen, Millionen von plastikknöpfen, und die Armaturen erinnern mir wie Raumschiff Enterprise. Ich vermisse die Einfachheit, die Wertigkeit und der Charakter ! Ich wäre Froh wieder so ein Auto kaufen zu können wie eines aus den 60 ern, mit metallstossstangen und einen Richtig schönen Verbrennermotor das nach motor Aussieht und nicht nach Plastik-mist !