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Immer mit der Ruhe
26. Oktober 2011 05:21; Akt: 26.10.2011 05:25 Print
Pleiten, Pech und Parlaments-Wahlen
Die Waadtländer Wahlpanne ist das letzte einer ganzen Reihe von Missgeschicken im Umfeld der Wahlen. Ein Rückblick mit überforderten Kreiswahlleitern, Software-Fehlern und einem verlockenden Fondue.

Ein feines Fondue statt trockener Stimmzettel: Da wirds selbst für Stimmenzähler schwierig. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)
Nicht die glücklichste Hand hatte 2007 ein Kreiswahlleiter der Stadt Zürich. Weil er überfordert war und die Abläufe nicht im Griff hatte, entliess er zahlreiche Stimmenzähler viel früher als vereinbart. Es kam in der Folge zu massiven Verspätungen. Dazu kamen Pannen in zwei anderen Zürcher Kreisen. Als Folge davon standen die Schlussresultate des bevölkerungsreichsten Kantons erst um zwei Uhr in der Früh fest.
Bildstrecken Wahlen 2011 - Internationale PresseschauGewählte StänderäteDie Neuen und die Promis Infografik Eidgenössische Wahlen 2011Das politische System der Schweiz Abwarten und JassenDie Informatikpanne in der Waadt hat am Wahlsonntag auch die Nerven der Stimmenzähler strapaziert: Bis um 22 Uhr waren wegen der Panne Jassen und Plaudern angesagt, danach mussten sie die ganze Nacht durcharbeiten.
Punkt elf Uhr wurden am Wahlsonntag die Urnen in der Stadt Lausanne geschlossen. Hätten die rund 430 Stimmenzähler gewusst, was auf sie zukommt, hätten sie den Sonntag vielleicht anders geplant.
Zwei Equipen machten sich nach Urnenschluss sogleich ans Werk: Die eine sortierte jene Listen, die unverändert eingeworfen worden waren. Die zweite Gruppe nahm sich den kumulierten und panaschierten Wahlzetteln an. Doch kaum begonnen, fingen die Probleme an: «Das System fiel zum ersten Mal aus», sagte Sylvain Jaquenoud, stellvertretender Gemeindesekretär in Lausanne.
«Uns blieb nichts anderes anderes übrig als zu warten», erklärt Jaquenoud. Die Auszählung von Hand ist da auch keine Lösung. Denn laut Gesetz müssen die veränderten Wahlzettel nämlich per Computer ausgewertet werden. Die Stimmenzähler nahmen es gelassen: Sie plauderten oder klopften einen Jass - bis die Computer wieder liefen.
Wegen erneuter Unterbrüche gingen jedoch immer wieder Daten verloren. Gegen 22 Uhr dann endlich die Erlösung: Das System funktionierte wieder. Rund 60 Leute machten sich sofort an die Arbeit und tippten bis am Montagmittag Namen ein. «Um 13.30 Uhr waren wir fertig», sagte der stellvertretende Gemeindesekretär. Jaquenoud selbst schlief vom Sonntag auf Montag nur gerade Mal vier Stunden. Auf seinen Schönheitsschlaf ganz verzichten musste Claude-Alain Voiblet, Präsident des Lausanner Stadtparlaments. Denn er musste seine Unterschrift unter das Endresultat setzen - so will es das Gesetz. (sda)
Bei den Wahlen 2003 steckte generell der Wurm drin: Wegen Informatikpannen trafen die Wahlresultate aus mehreren Kantonen mit grosser Verspätung ein. Dazu kamen eine ausserordentlich hohe Wahlbeteiligung und zahlreiche panaschierte Stimmzettel, die eine zeitraubende Auswertung erforderten.
Mysteriöse «organisatorische» Probleme
St. Gallen konnte beispielsweise seine Schlussresultate wegen Informatikproblemen erst am späten Abend übermitteln, weil die Resultate aus zwei Gemeinden fehlten. Ebenso Bern, wo zwei Gemeinden von Hand nachzählen mussten. Gar bis in die frühen Morgenstunden liessen die Resultate von Neuenburg und Waadt auf sich warten. Die Behörden gaben organisatorische Probleme dafür an.
1995 musste sich Basel-Stadt mit einem heimtückischen Software- Fehler herumschlagen, der die Auswertung der Wahlzettel verhinderte. Die Resultate konnten erst am Montagnachmittag publiziert werden.
Die Fondue-Panne
Das Vertrauen in die Informatik war zu dieser Zeit eher bescheiden, wie ein Rundschreiben der Bundeskanzlei an Kantone und Parteien aus dem Jahre 1994 zeigt. Sie hielt in dem Wahl- Vorbereitungspapier fest, dass die unterschiedlichen Systeme in den Kantonen für die Datenübertragung hinderlich seien. Die «Nulltoleranz» bei den Ergebnissen liessen keinerlei Experimente zu. Zudem sei der Zeitplan so knapp bemessen, dass Pannen nicht mehr ausgebügelt werden könnten, hiess es darin weiter.
Eine «Fondue-Panne» war schliesslich 1991 im Kanton Waadt für die Verspätung der Wahlresultate um mehrere Stunden verantwortlich. In einer Gemeinde – wo wurde damals nicht bekannt gegeben - hatten die Stimmenzähler ihren Arbeitsplatz verlassen, ohne ihre Arbeit abgeschlossen zu haben. Stattdessen trafen sie sich zum Fondue- Plausch.
(sda)
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"nume nid gsprängt, eis nachem andere"
Das mit dem Fondue finde ich gut! Es wäre ja sonst kalt geworden, ein Fondue muss man essen wenn es an der Zeit ist. Die Wahlresultate haben Zeit! Hätte auch in Bern stattfinden können. "nume nid gsprängt, eis nachem andere", irgendwie härzig! :-)