Immer mit der Ruhe

26. Oktober 2011 05:21; Akt: 26.10.2011 05:25 Print

Pleiten, Pech und Parlaments-WahlenPleiten, Pech und Parlaments-Wahlen

Die Waadtländer Wahlpanne ist das letzte einer ganzen Reihe von Missgeschicken im Umfeld der Wahlen. Ein Rückblick mit überforderten Kreiswahlleitern, Software-Fehlern und einem verlockenden Fondue.

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Ein feines Fondue statt trockener Stimmzettel: Da wirds selbst für Stimmenzähler schwierig. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Nicht die glücklichste Hand hatte 2007 ein Kreiswahlleiter der Stadt Zürich. Weil er überfordert war und die Abläufe nicht im Griff hatte, entliess er zahlreiche Stimmenzähler viel früher als vereinbart. Es kam in der Folge zu massiven Verspätungen. Dazu kamen Pannen in zwei anderen Zürcher Kreisen. Als Folge davon standen die Schlussresultate des bevölkerungsreichsten Kantons erst um zwei Uhr in der Früh fest.

Bei den Wahlen 2003 steckte generell der Wurm drin: Wegen Informatikpannen trafen die Wahlresultate aus mehreren Kantonen mit grosser Verspätung ein. Dazu kamen eine ausserordentlich hohe Wahlbeteiligung und zahlreiche panaschierte Stimmzettel, die eine zeitraubende Auswertung erforderten.

Mysteriöse «organisatorische» Probleme

St. Gallen konnte beispielsweise seine Schlussresultate wegen Informatikproblemen erst am späten Abend übermitteln, weil die Resultate aus zwei Gemeinden fehlten. Ebenso Bern, wo zwei Gemeinden von Hand nachzählen mussten. Gar bis in die frühen Morgenstunden liessen die Resultate von Neuenburg und Waadt auf sich warten. Die Behörden gaben organisatorische Probleme dafür an.

1995 musste sich Basel-Stadt mit einem heimtückischen Software- Fehler herumschlagen, der die Auswertung der Wahlzettel verhinderte. Die Resultate konnten erst am Montagnachmittag publiziert werden.

Die Fondue-Panne

Das Vertrauen in die Informatik war zu dieser Zeit eher bescheiden, wie ein Rundschreiben der Bundeskanzlei an Kantone und Parteien aus dem Jahre 1994 zeigt. Sie hielt in dem Wahl- Vorbereitungspapier fest, dass die unterschiedlichen Systeme in den Kantonen für die Datenübertragung hinderlich seien. Die «Nulltoleranz» bei den Ergebnissen liessen keinerlei Experimente zu. Zudem sei der Zeitplan so knapp bemessen, dass Pannen nicht mehr ausgebügelt werden könnten, hiess es darin weiter.

Eine «Fondue-Panne» war schliesslich 1991 im Kanton Waadt für die Verspätung der Wahlresultate um mehrere Stunden verantwortlich. In einer Gemeinde – wo wurde damals nicht bekannt gegeben - hatten die Stimmenzähler ihren Arbeitsplatz verlassen, ohne ihre Arbeit abgeschlossen zu haben. Stattdessen trafen sie sich zum Fondue- Plausch.

(sda)

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  • Dänu vo Bärn am 26.10.2011 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    "nume nid gsprängt, eis nachem andere"

    Das mit dem Fondue finde ich gut! Es wäre ja sonst kalt geworden, ein Fondue muss man essen wenn es an der Zeit ist. Die Wahlresultate haben Zeit! Hätte auch in Bern stattfinden können. "nume nid gsprängt, eis nachem andere", irgendwie härzig! :-)

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