2. Wahlgang

25. Oktober 2011 05:21; Akt: 25.10.2011 05:55 Print

Der Nebel im Kampf ums Stöckli lichtet sichDer Nebel im Kampf ums Stöckli lichtet sich

Noch 19 Sitze sind im Ständerat zu bestellen. Nach dem Wahlsonntag haben sich erste Kandidaten zurückgezogen. Wer hat noch Chancen, wo wird es besonders spannend? Ein Überblick.

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Mit der Wahl von Pascale Bruderer eroberte die SP im Aargau erstmals nach über 60 Jahren einen Sitz im Ständerat. Die 34-jährige Bruderer erhielt 93'276 Stimmen und übersprang damit als einzige Kandidatin das absolute Mehr von 89'905 Stimmen. Wiedergewählt wurde im zweiten Wahlgang am 27. November 2011 Christine Egerszegi (FDP). Der Appenzell Ausserrhoder Ständerat Hans Altherr (FDP) ist klar wiedergewählt worden. Der 61-jährige Jurist Altherr, der ohne Gegenkandidat war, erhielt 14 672 Stimmen bei einem Absoluten Mehr von 8044 Stimmen. Ivo Bischofberger (CVP) wurde im Frühling bereits von der Landsgemeinde in Appenzell wiedergewählt. Anita Fetz vertritt den Kanton Basel-Stadt für eine weitere Amtsperiode im Ständerat. Die Sozialdemokratin, die der kleinen Kammer seit 2003 angehört, schaffte die Wiederwahl problemlos und liess ihre bürgerlichen Herausforderer weit hinter sich. Bei den Ständeratswahlen im Kanton Baselland hat der Bisherige Claude Janiak (SP) die Wiederwahl auf Anhieb geschafft. Der 53-jährige BDP-Politiker Werner Luginbühl hat die Wiederwahl in den Ständerat problemlos geschafft. Nach seinem eher unerwartet guten Abschneiden im ersten Wahlgang am 23. Oktober, galt der Berner Oberländer als Favorit für den zweiten Wahlgang und wurde mit Glanzresultat (216'685 Stimmen) gewählt. Als jahrelanger Stadtpräsident hat sich Hans Stöckli in Biel den Namen als Stadtvater erarbeitet. Am 20. November schafft er im zweiten Wahlgang im Kanton Bern überraschend den Einzug in den Ständerat vor SVP-Mann Adrian Amstutz. Die bisherigen Ständeräte Alain Berset (SP) und ... ... Urs Schwaller (CVP) wurden wiedergewählt. Linkes Duo bestätigt: Robert Cramer(Grüne) schaffte es in Genf erneut in den Ständerat. Auch Liliane Maury Pasquier wurde im ersten Wahlgang bestätigt. Die Glarner Vertretung im Ständerat bleibt unverändert: Die Bisherigen, This Jenny (SVP) und ... ... Pankraz Freitag (FDP), wurden erwartungsgemäss bestätigt. Finanzdirektor Martin Schmid beendet eine über 75 Jahre dauernde Durststrecke der Bündner FDP im Ständerat. Er gewinnt den Sitz auf Kosten der SVP. Der ehemalige Bündner Baudirektor Stefan Engler von der CVP zieht neu für Graubünden ins Stöckli ein. Die amtierenden jurassischen Ständeräte Claude Hêche (SP) und ... ... Anne Seydoux-Christe (CVP) schafften die Wiederwahl. Lagen im ersten Wahlgang vorne: Der langjährige FDP-Nationalrat Georges Theiler... ...und der Bisherige CVP-Ständerat Konrad Graber. Sie wurden jetzt in stiller Wahl gewählt. Die bisherigen Ständeräte Didier Berberat (SP) und ... ... und Raphaël Comte (FDP) schafften die Wiederwahl in den Ständerat. Das kleine Nidwalden verfügt sowohl im Nationalrat wie im Ständerat nur über je einen Sitz. Das Ständeratsmandat wurde in stillen Wahlen vergeben. Im Amt bestätigt wurde der 63-jährige Paul Niederberger von der CVP. Der Obwaldner Ständerat Hans Hess (FDP) hat die Wiederwahl problemlos geschafft. Karin Keller-Sutter (FDP) schaffte trotz starker Konkurrenz den Sprung in den Ständerat bereits im ersten Wahlgang. Wer den zweiten Sitz besetzt, muss ein zweiter Wahlgang am 27. November klären. Überraschend schaffte im zweiten Wahlgang am 27. November Paul Rechsteiner (SP) den Sprung ins Stöckli. Der bisherige Schaffhauser SVP-Ständerat Hannes Germann ist am Sonntag klar wieder gewählt worden. Von den übrigen vier Kandidaten erreichte keiner das absolute Mehr. Der parteilose «Vater der Abzockerinitiative» Thomas Minder macht das Rennen um den zweiten Sitz in Schaffhausen. Im zweiten Wahlgang setzt er sich problemlos durch. In Schwyz hat erst ein Ständeratskandidat im ersten Wahlgang das absolute Mehr erreicht: Der bisherige Alex Kuprecht von der SVP. Zum zweiten Wahlgang kommt es am 27. November. Im zweiten Wahlgang am 27. November erobert Peter Föhn den zweiten Sitz für die SVP. Der Solothurner SP-Ständerat Roberto Zanetti hat auf Anhieb die Wiederwahl geschafft. Der zweite Sitz wird erst am 4. Dezember besetzt. CVP-Mann Pirmin Bischof schafft im zweiten Wahlgang den Sprüng ins Stöckli. Er schlägt Kurt Fluri von der FDP klar mit 31'829 zu 23'440 Stimmen. CVP-Mann Filippo Lombardi wurde mit einem Stimmenanteil von 46.91 Prozent sein Mandat für eine vierte Legislatur verteidigen. Lombardi politisiert seit 1999 in der kleinen Kammer. Fabio Abate von der FDP heisst der zweite Tessiner im Ständerat. Abate gehörte seit 1999 dem Nationalrat an, kandidierte 2011 jedoch ausschliesslich für den Ständerat - und setzte sich gegen das ehemlige Politschwergewicht Franco Cavalli (SP) durch. Roland Eberle (SVP) ist im Kanton Thurgau im ersten Wahlgang in den Ständerat gewählt worden. Der ehemalige Regierungsrat und Bundesratskandidat holte 40'688 Stimmen bei einem Absoluten Mehr von 33'358 Stimmen. Brigitte Häberli-Koller von der CVP holt sich im zweiten Wahlgang den Sitz. Bei den Ständeratswahlen im Kanton Uri ist einzig der CVP-Kandidat und Regierungsrat Isidor Baumann im ersten Wahlgang gewählt worden. Zweiter Wahlgang am 27. November. Im zweiten Wahlgang am 27. November schaffte es dann auch der bisherige Markus Stadler (glp). Géraldine Savary (SP) wurde mit 78'263 Stimmen oder 55,62 Prozent Anteil im zweiten Wahlgang gewählt. Luc Recordon (Grünen) kam suf 71'686 Stimmen (50,95%) und schafft ebenfalls die Hürde für den Ständerat. Im Wallis verzichteten SP, SVP und FDP auf einen zweiten Wahlgang. Gewählt sind deshalb die beiden bisherigen CVP-Ständeräte Jean-René Fournier und ... ... sein Parteikollege René Imoberdorf. Die Zuger FDP hat ihren Sitz im Ständerat mit Gesundheitsdirektor Joachim Eder erfolgreich verteidigt. Der bisherige Zuger Ständerat, Peter Bieri (CVP), wurde problemlos bestätigt. Im zweiten Wahlgang, am 27. November 2011, schafften es die beiden bisherigen Verena Diener (glp) ... ... und Felix Gutzwiller (FDP) in den Ständerat. In den Kantonen Bern, Tessin, Waadt und Zürich erreichte kein Kandidat das absolute Mehr. In diesen Kantonen kam es jeweils zu einem zweiten Wahlgang.

Die Ständeratswahlen sind noch nicht in allen Kantonen entschieden. Hier die Glücklichen, die am 23. September 2011 bereits im ersten Wahlgang gewählt wurden.

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Für die Mitte-Rechts-Parteien CVP und FDP stehen bei den zweiten Ständerats-Wahlgängen am meisten Sitze auf dem Spiel. Zwar kommt es zu so vielen Stichwahlen wie noch selten, doch wird kaum eine Partei mehr als einen oder zwei Sitze verlieren oder gewinnen.

Vor den zweiten Wahlgängen für die noch zu vergebenen 19 Sitze in den 13 Kantonen sind noch viele Fragen offen. Mit den Stimmen aus dem 1. Durchgang und den sich abzeichnenden Konstellationen lassen sich aber bereits die Chancen der Parteien und ihrer Kandidaten abschätzen.

Wenig Verschiebungen zu erwarten

Unter dem Strich dürfte es – sofern Überraschungen ausbleiben – auch nach den zweiten Wahlgängen nur zu wenigen Verschiebungen kommen. Die FDP droht in Solothurn zwar einen Sitz zu verlieren, hält aber wohl ihren Stand (12), weil sie in Graubünden ein zusätzliches Mandat gewann. Die CVP (14) könnte je einen Sitz gewinnen (SO) und verlieren (SG).

Sicher ist, dass der Sturm der SVP auf den Ständerat misslingt: Die SVP könnte sogar zwei Sitze verlieren – einen davon hat sie in Graubünden bereits verloren, weil sie gar nicht mehr antrat. Ein weiterer Verlust droht im Aargau. Sollte sich aber Parteipräsident Toni Brunner in St. Gallen durchsetzen, geht nur ein Mandat verloren. Sie hätte damit noch 6 Sitze.

Gut möglich ist, dass die Sitzverschiebung im Kanton Aargau als einzige ins Gewicht fällt: Dank Pascale Bruderers Überraschungserfolg könnte die SP unter dem Strich ein Mandat gewinnen und damit auch in der kleinen Kammer als einzige der grossen Parteien um einen auf 9 zulegen.

St. Galler CVP-Sitz in Gefahr

Um die meisten Sitze muss die CVP bangen. Für die Hälfte ihrer 14 bisherigen Sitze muss sie in die Verlängerung. Besonders unter Druck steht sie dabei in St. Gallen, nachdem der Bisherige Eugen David sich nach seiner Nichtwiederwahl zurückgezogen hat.

Die CVP hat deshalb Michael Hüppi neu nominiert. Der amtierende Vizepräsident des Fussball-Clubs St. Gallen ist ein politischer Quereinsteiger. Er muss sich am 27. November gegen SVP-Chef Toni Brunner, der im ersten Durchgang am zweitmeisten Stimmen erhielt, und SGB-Präsident Paul Rechsteiner (SP) durchsetzen.

FDP-Fluri im Hintertreffen

Während die CVP in St. Gallen ein Mandat verlieren könnte, liegt ein Sitzgewinn in Solothurn drin, wo sich CVP-Nationalrat Pirmin Bischof eine gute Ausgangslage für den zweiten Wahlgang schuf: Er distanzierte den FDP-Kandidaten Kurt Fluri deutlich.

Trotzdem will es die FDP nochmals mit Fluri versuchen. Der abtretende Rolf Büttiker hatte eine erneute Kandidatur am Montag zunächst nicht ausgeschlossen, stellte sich dann aber nach dem Entscheid des Parteivorstandes, der Delegiertenversammlung von heute Kurt Fluri vorzuschlagen, hinter seinen Parteikollegen.

Die Solothurner SVP entschied am Montagabend, dass sie ihren Kandidaten Walter Wobmann vor dem zweiten Wahlgang zurückzieht. Gleichzeitig machte die SVP Druck auf die FDP und beschloss, die Freisinnigen nur zu unterstützen, wenn diese mit Rolf Büttiker antreten.

Auffallend ist, dass bei der CVP mehrere amtierende Ständeräte die Wiederwahl zwar nicht im ersten Anlauf schafften, sich jedoch für den zweiten Durchgang gute Chancen ausrechnen können. Das gilt für das Wallis sowie für Luzern, Tessin und Schwyz. Im Thurgau geht Brigitte Häberli als Favoritin ins Rennen. Sie muss den Sitz eines abtretenden CVP-Ständerats verteidigen.

Minder gegen FDP

Insgesamt sechs Sitze sind bei der FDP noch nicht im Trockenen. In Gefahr ist vorab jener in Schaffhausen: Der umtriebige Parteilose Thomas Minder, «Vater» der Abzockerinitiative, erhielt im ersten Durchgang mehr Stimmen als FDP-Kandidat Christian Heydecker. Dieser und SP-Kandidat Freivogel treten in der zweiten Runde erneut an.

Auch in Solothurn, Tessin und Luzern muss die FDP einen Sitz eines abtretenden Ständerats in einer Stichwahl verteidigen. Während die Chancen in Luzern gut sind, muss sie im Tessin noch zittern und könnte unter Umständen gar noch einen Sitz an den Lega-/SVP- oder SP- Kandidaten verlieren. Felix Gutzwiller dürfte dagegen die Wiederwahl in Zürich in der Stichwahl schaffen.

Einen Zweikampf liefern sich FDP und SVP im Aargau: Nachdem Pascale Bruderer überraschend schon im ersten Wahlgang einen Sitz für die SP eroberte, dürften Christine Egerszegi und Ulrich Giezendanner um das verbliebene Mandat kämpfen.

Die Bisherige Egerszegi dürfte gegenüber Giezendanner zu favorisieren sein, der den Sitz des nicht mehr angetretenen Maximilian Reimann beerben will. Der SVP-Kantonalvorstand entscheidet am Dienstagabend über das weitere Vorgehen.

BDP und GLP mit guten Chancen

Noch nicht verteidigt hat die SVP auch ihren Berner Sitz, den Adrian Amstutz erst im Frühjahr von der SP zurückerobert hat. Für den zweiten Wahlgang kann sich der SVP-Vizepräsident – ebenso wie der andere bisherige Berner Ständerat Werner Luginbühl (BDP) – aber gute Chancen ausrechnen. Der einzige verbliebene Kandidat von Links- Grün, Hans Stöckli (SP), hat nur Aussenseiterchancen.

Die SP hat ihre bisherigen Sitze aber mit Ausnahme des Waadtlandes verteidigt und hat auch dort gute Chancen auf eine Wahl im zweiten Durchgang. Aussichtsreich ist auch die Ausgangslage für den Amtierenden der Grünen in der Waadt sowie für die zwei bisherigen Ständeräte der Grünliberalen in Zürich und Uri.

(mlu/sda)

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  • Michael Müller am 25.10.2011 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    kein Französich - kein Stöckli

    Ohne Französichkentnisse wird es Toni Brunner aber schwer haben im Stöckli. Dort wird nämlich nicht (wie im Nationalrat) simultanübersetzt.

  • Simon Gerber am 25.10.2011 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    naja..

    Finde nicht das Hans Stöckli nur Aussenseiterchancen hat. Es kommt auch darauf an was die BDP und SVP machen. Sollten Sie gemeinsame Sache machen, bin ich nicht überzeugt, das GLP Wähler und FDP Wähler wirklich Amstutz unterstützen werden. Viele Stimmen wird Amstutz ausserhalb der SVP Wähler kaum machen.

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