Umkämpft wie nie

26. Oktober 2011 08:58; Akt: 26.10.2011 09:38 Print

Sturm aufs Stöckli will nicht endenSturm aufs Stöckli will nicht enden

von Jessica Pfister - Im Ständerat sind nach dem ersten Wahlgang noch 19 Sitze offen - das ist Rekord. Weil den Parteien der Kampf ums Stöckli grosse Aufmerksamkeit bringt, wird dieser Trend noch zunehmen.

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Jeder will ins Stöckli - oder kandididiert im Interesse der eigenen Partei. (Bild: Keystone)

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Die Sitze im Ständerat sind dieses Jahr besonders begehrt: Rund 150 Kandidatinnen und Kandidaten traten zur Wahl an - jedoch schafften nur 27 Politiker beim ersten Wahlgang den Einzug in die kleine Kammer. In der Hälfte der Kantone kommt es zu einem zweiten Wahlgang, insgesamt sind 19 Sitze offen. Ein Blick auf die Statistik zeigt: So umstritten war die Wahl ins Stöckli zumindest in den letzten Jahrzehnten noch nie. 2003 waren lediglich acht Sitze nach dem ersten Wahlgang noch offen, 2007 deren zwölf.

Politologe Georg Lutz beobachtet diese Entwicklung mit Sorge: «Das Angebot an Ständeratskandidaten war 2011 viel zu gross.» Früher seien nur jene Parteien ins Rennen gestiegen, die über bekannte Personen mit realistischen Wahlchancen verfügten. «Gerade die Bürgerlichen schnürten häufig ein Päckli und unterstützten ihre Kandidaten gegenseitig.» Die Zersplitterung im bürgerlichen Lager habe allerdings dazu geführt, dass jede dieser Parteien heute ihre eigenen Kandidaten stelle.

«Ständerat ist zur strategischen Spielwiese geworden»

Doch die Zerstückelung der Parteienlandschaft ist nicht der einzige Grund für die Zunahme der Kandidaten. «Hinzu kommt die mediale Präsenz, die eine Ständeratskandidatur den Kandidierenden respektive den Parteien bringt», sagt Lutz.
Gemäss dem Politologen würden die Parteien die zusätzliche Aufmerksamkeit der Presse auch für den Nationalratswahlkampf nutzen. Selbst kleine Parteien würden so gezwungen, ebenfalls Kandidaten aufzustellen. «Der Ständerat ist zur strategischen Spielwiese geworden», so Lutz' Fazit.

Diese Wiese ist 2011 insbesondere durch die SVP mit ihrem «Sturm aufs Stöckli» in Besitz genommen worden. Indem die Partei fast in allen Kantonen angetreten ist, trug sie zur Kandidatenschwemme bei. Aufgegangen ist die Strategie nicht, doch mit ihren Anwärtern hat sie in einigen Kantonen einen zweiten Wahlgang erzwungen. «Je mehr Kandidaten, desto schwieriger ist das Erreichen des absoluten Mehrs, desto öfter zweite Wahlgänge», fasst es Lutz zusammen.

Schwyzer müssen bei Bundesratswahl passen

Mehr zweite Wahlgänge führen nicht nur zu einer Verlängerung des Ständeratswahlkampfs, sondern auch zu Terminproblemen. So ist laut Staatskanzlei Schwyz noch unklar, ob an der Bundesratswahl beide Schwyzer Ständeräte im Parlament sitzen und wählen können. Nach dem zweiten Wahlgang am 27. November läuft eine zehntätige Beschwerdefrist, darauf muss das Kantonsparlament das Ergebnis bestätigen - dies kann allerdings erst in der Kantonsratssitzung vom 14. Dezember geschehen.

Eng wird es auch im Kanton Solothurn, der am 4. Dezember als letzter Kanton den zweiten Wahlgang durchführt. Doch Yolanda Studer von der Staatskanzlei gibt Entwarnung: «Es wird knapp, aber wir können gewährleisten, dass die Neugewählten spätestens am Tag der Bundesratswahl im Parlament sitzen werden.»

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  • Alicia Bader am 26.10.2011 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    2.Wahlgang

    Wer ist jetzt alles im 2.Wahlgang??? Bittte antworten.

  • Peter am 26.10.2011 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Massenkandidatur stoppen

    SVP: jetzt ist genug!

    • Michael Kohlhaas am 26.10.2011 10:45 Report Diesen Beitrag melden

      Demokratie ... schon mal gehört?

      Hauptsache einen nichtssagenden Spruch rausgehauen. Das man sich zur Wahl aufstellen lassen kann, nennt man DEMOKRATIE

    • Ein Schweizer am 26.10.2011 10:51 Report Diesen Beitrag melden

      Ausverkauf stoppe ja

      Ähm, was soll genug sein? Das auch im Ständerat die 30% des Volkes vertreten sind, die SVP als die Partei sehen, welche für eine Schweiz eintritt und nicht die Schweiz verkaufen will? Genug soll damit sein, 30% der Bevölkerung permanent zu ignorieren!

    • DerEidgenosse am 26.10.2011 11:11 Report Diesen Beitrag melden

      Wie auch immer

      Achtung, Ironie: was für eine Botschaft!

    • Ein Demokrat am 26.10.2011 12:12 Report Diesen Beitrag melden

      @Ein Schweizer

      Nicht vergessen: Das Volk wählt den Ständerat. Und wenn die SVP dort nicht höher vertreten ist, ist das der Wunsch des Volkes! Sowas nennt man Demokratie.

    • Schlau Meier am 26.10.2011 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      30% Wahlfälschung? ;-)

      ...oder habe ich was verpasst

    • Rats Mann am 26.10.2011 12:41 Report Diesen Beitrag melden

      Nachhilfe

      In den meisten Kantonen kann jeder stimmberechtigte Niedergelassene kandidieren und gewählt werden, ohne sich -im Gegensatz zum NR- vorher registrieren zu lassen. Das "Aufstellen" von unterstützen von "offiziellen" Kandidaten ist eigentlich nur eine PR-Massnahme seitens der Parteien. Und im Ständerat sind Vertreter des Kantons, wenn also die SVP z.B. im Jura nur 10% Stimmen hat, ist es nicht gerechtfertigt, ein SVP-SR zu fordern. Daher kann man logischerweise nicht 30% SVP im SR verlangen, da es nur 1 oder 2 SR pro Kanton gibt und sich das Stimmvolk einigen muss.

    • Roger am 26.10.2011 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      Also...

      es sind keine 30% mehr (es waren übrigens nie 30%) und selbst mit 30% der Stimmen gibt es bei einer Majorzwahl keinen Blumentopf zu gewinnen.

    • Adam Riese am 26.10.2011 17:38 Report Diesen Beitrag melden

      hmhmhm.....

      30% der Bevölkerung? hm.... lass mal überlegen. bei einer Wahlbeteiligung von um die 50% sind 30% dieser Stimmen noch lange nicht 1/3 der Bevölkerung oder irre ich mich. Das natürlich die Nicht-Wähler selbst schuld sind steht auf einem anderen Blatt.

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  • stock härdöpf am 26.10.2011 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    discount

    CVP,FDP UND SP nehmt dieses freie stöckli und besitzt es, so geht die schweiz runter...danke ausverkäufer die die schweiz verkaufen wollen,,,

    • Ralf am 26.10.2011 10:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Discount

      Ist ihnen auch schon aufgefallen, das der Ständerat meistens die viel ausgewogeneren Entschlüsse fasst als der Ständerat? Und das es im Ständerat wirklich noch um Politik für die Schweiz geht und nicht darum sicher zu profilieren. Dafür ist der Nationalrat da. Lasst das Stöckli so wie es ist!

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