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Kurioses Stimmen-Patt
24. Oktober 2011 11:51; Akt: 24.10.2011 16:03 Print
Von wegen Wahl - im Tessin wird gelost
von A. Hirschberg - In der Sonnenstube der Schweiz erzielten die Wähler ein historisches Ergebnis: Zwei Kandidaten erhielten gleich viele Stimmen. Nun soll das Los entscheiden. Doch ein Kandidat ist dagegen.
Wenn das mal kein Wahl-Kuriosum ist: Zum ersten Mal seit Beginn der Proporzwahlen im Jahr 1919 wird wegen Stimmgleichheit das Los über den Einzug von zwei gewählten Nationalräten ins Bundeshaus entscheiden. Dies ist nötig, weil die beiden Tessiner CVP-Kandidaten Monica Duca Widmer und Marco Romano beide
Entsprechend vorsichtig äussert sich der Tessiner Staatskanzler Giampiero Gianella. Das Ergebnis sei aussergewöhnlich. «Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Kandidaten die exakt gleiche Anzahl Stimmen erhalten, ist schon sehr gering», meint er. Darum kann er nicht garantieren, dass das Resultat korrekt ist. «Wenn so viele Gemeinden Stimmen auszählen, besteht die Möglichkeit, dass Fehler passieren», so Gianella. Die angegebene Stimmzahl sei aber das definitive Resultat, das im Amtsblatt publiziert werde. Nachgezählt werde nur, wenn einer der Kandidaten oder die Partei gegen das Ergebnis Rekurs einlegt.
Muss dennoch alles neu gezählt werden?
Monica Duca Widmer und Marco Romano haben am Sonntagabend erklärt, das Ergebnis zu akzeptieren. Doch nun hat Marco Romano, Tessiner CVP-Sekretär, dies nochmals überdacht. «Wir machen Politik und kein Glücksspiel», wehrt er sich gegen die Prozedur. Sollte es zu einer Auslosung kommen, werde er diese zwar akzeptieren, doch er behalte sich vor, anschliessend eine Neuzählung zu fordern.
«Mein Wahlergebnis war sehr gut», sagte Romano. «Ich möchte meine politische Karriere nicht in die Hand von Glücksgöttin Fortuna legen. Die Fakten sollen entscheiden.»
Der Staatsrat wird die Auslosung in den kommenden Tagen vornehmen. Der genaue Termin stehe noch nicht fest, sagte Staatskanzler Gianella am Montag. Der Regierungsrat müsse zuvor die genauen Modalitäten festlegen. Den Regeln zufolge werde voraussichtlich die Präsidentin des Staatsrats, Laura Sadis, die Auslosung vornehmen. Ob öffentlich oder hinter verschlossenen Türen sei noch nicht bekannt.
Zum ersten Mal gleiche Stimmenzahl
Falls wirklich das Los entscheiden sollte, wäre dies in der Geschichte des Nationalrats das zweite Mal. Allerdings war im ersten Fall nicht Stimmengleichheit das Problem. 1939 wurden zwei Regierungsräte des Kantons Basel-Landschaft in den Nationalrat gewählt: Hugo Gschwind (Katholisch Konservative) und Walter Hilfiker (SP). Da nur ein Mitglied des Regierungsrates in den Nationalrat wählbar war, musste das Los entscheiden. Der Losentscheid fiel zu Gunsten von Gschwind aus.
Stimmengleichheit gab es auf kommunaler Ebene im Jahr 2000 bei einer Wahl in den Gemeinderat von Brunnadern SG. Dort erzielten ein SVP- und ein FDP-Kandidat genau gleich viele Stimmen. Das Los entschied für den SVP-Mann.
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Alle 35 Kommentare











Zusaetzlichekosten fuer 2. Losentscheid
Wer war den da nicht einverstanden mit dem Los entscheid? am besten haetten sie nach dem bekannt werden des Wahlresultas eine Muenze geworfen... ob du jetz einmal ein das Los entscheiden laesst oder 5 mal, kommt ja so oder so nicht drauf an. Auch wenn der Computer ein Algoryhtmus hat der schon vor dem ziehen dien Sieger bestimmt, fuer die Oeffentlichkeit ist es so oder so zufall...
So ein Theater
Ist ja lächerlich so ein Theater wegen einem Nationalratssitz. Und nun musste sich sogar noch das Bundesgericht damit beschäftigen, wie die sonst nichts zu tun hätten. Meine Güte...
Platz auf dem Wahlzettel
Dafür gibt es doch auch noch den Platz auf dem Wahlzettel. Müsste doch eigentlich derjenige Priorität bekommen, der weiter oben auf dem Wahlzettel platziert war.
So ein Quatsch!
Da in vielen Fällen die "Neuen" nach dem Alphabet aufgeführt werden, wäre im aktuellen Fall Romano automatisch vor Widmer.