Jeder Kanton machts anders

23. Oktober 2011 11:32; Akt: 23.10.2011 15:21 Print

Waagen und Studenten zählen die StimmenWaagen und Studenten zählen die Stimmen

von Jessica Pfister - Um 12 Uhr schlossen die Wahlbüros ihre Pforten und für die Stimmenzähler beginnt die Arbeit. Doch wer sitzt da und wie werden die Tausenden von Stimmzetteln ausgezählt?

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Während sich die Schweizer Wählerinnen und Wähler am Sonntagnachmittag zurücklehnen können, sind Tausende Stimmenzähler gefordert. Doch typisch Schweiz: In jedem Kanton läuft das Wahlprozedere anders ab. Einzige Gemeinsamkeit: Als Grundvoraussetzung für das Zählen von Stimmen muss man Schweizer Bürgerin oder Bürger und über 18 Jahre alt sein.

Der Kanton Basel-Stadt bietet vor Wahlen oder Abstimmungen aus einem Reservoir von 400 Personen je nach Aufwand eine bestimmte Anzahl Stimmenzähler auf. «Dabei handelt es sich um politinteressierte Bürger, häufig sind es auch Studenten», sagt Daniel Orsini, Leiter Wahlen und Abstimmungen des Kantons. Kein Wunder, lockt doch ein Stundenlohn von 35 Franken. Mit 30 Franken ist der finanzielle Zustupf in der Stadt Zürich etwas bescheidener. Wahlleiter Beat Gähwiler rechnet damit, dass am Sonntag insgesamt 2000 Leute im Einsatz sind. Diese wurden im Sommer 2010 durch den Gemeinderat für vier Jahre gewählt.

Mit Banknotenmaschine, Waage oder von Hand

Im Kanton Bern führen die Stimmenzähler zwei bis vier Jahre lang ihr Amt aus. Weil für Grossanlässe wie die eidgenössischen Wahlen die übliche Anzahl Stimmenzähler in einigen Gemeinden nicht ausreicht, können dort Behörden aufs Geratewohl Bürgerinnen und Bürger auswählen und sie dazu verpflichten, im Wahlbüro zu arbeiten. «Wer sich ohne triftigen Grund weigert, kann gebüsst werden», erklärt der Co-Leiter des Wahlbüros Marcel Rufener. Ob tatsächlich schon Bussen ausgesprochen wurden, weiss Rufener allerdings nicht. Im Kanton Freiburg hingegen kann man niemanden zwingen, Wahlzettel auszuzählen.

Je nach Kanton stehen den Wahlbüromitgliedern für die Auszählung andere Hilfsmittel zur Verfügung. In der Stadt Zürich übernimmt eine Maschine einen Teil der Arbeit. Das Gerät, das normalerweise für das Zählen von Banknoten eingesetzt wird, kann allerdings nur die unveränderten Listen erfassen - den Rest müssen die Stimmenzähler nach wie vor von Hand aussortieren. Im Kanton Bern haben grössere Gemeinden Waagen, die die Zahl der Zettel bestimmen. «Wir hinken da den anderen Kantonen noch etwas hinterher», sagt Wahlleiter Rufener.

Mehr als 50 Prozent der Listen abgeändert

Was das Auszählen erschwere, sei die zunehmende Abänderung von Wahllisten. «Für die Stimmenzähler sind die panaschierten, kumulierten oder selbst geschriebenen Listen zwar spannend, aber auch mit mehr Arbeit verbunden», sagt Rufener. In der Stadt Zürich werden laut Wahlleiter Gähwiler über 50 Prozent der Listen abgeändert. Da sei eine klare und gute Instruktion besonders wichtig. «Das Personal wird am Sonntag vor Ort durch die Kadermitglieder der Wahlbüros Schritt für Schritt geschult», so Gähwiler. Um Fehler auszuschliessen, werde jeder Vorgang doppelt überprüft.

Dank der brieflichen Stimmabgabe kann in einigen Kantonen ein Teil der Wahlzettel schon vor der Schliessung der Wahllokale ausgezählt werden. So ist in den Kantonen Basel-Stadt oder Bern die grösste Arbeit am Sonntag schon erledigt. Anders in Freiburg oder Zürich: «Aus Sicherheitsgründen erfolgt bei uns die Resultateermittlung erst ab 12 Uhr nach Urnenschluss.»

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  • MikeZ am 23.10.2011 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    100% Unsicher

    In Bern einfach ein bisschen schwereres Papier verwenden, das identisch ausschaut und schon sind es rasch ein paar Stimmen mehr... Wieso zählen die nicht nach dem Wetter? Man könnte die Sitze je nach dem verteilen, ob der Wind eher von Links oder von Rechts kommt und der Mitte schenkt man dann ein paar Sitze als Entschädigung...

  • hanna Maus am 23.10.2011 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hallo?

    Man sollte denen, die es machen, villeicht mal DANKE sagen & ein bisschen mehr RESPEKT schenken. Sitzt erstmal das gsnze Wochenende ins Wahlbüro mit voller konzentration, bevor ihr darüber urteilt!

  • Markus Berger am 23.10.2011 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Die Gehörlosen müssen nicht..

    Schmunzel, ja das stimmt mit dem Kt. Bern. Ich habe damals dort gelebt, und bekam ein Brief von der Gemeinde, dass ich die Stimmen zählen gehen muss. Natürlich war ich nicht erfreut, weil darin auch stand, dass man auch dafür gebüsst werden kann wenn man nicht hin gehen möchte. Zum Glück bin ich taub, und habe es gemeldet, die Gemeinde soll selber ein Dolmetscher organisieren. Dann haben sie ein anderer mich ersetzt. Manchmal hat man echt vorteil wenn man gehörlos ist.

    • normalos am 23.10.2011 16:16 Report Diesen Beitrag melden

      vorteil :-)

      denke mal die nachteil seite überwiegt, doch diesen vorteil mag ich ihnen ehrlich gönnen :-)

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