Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Nachwahlbefragung
25. Oktober 2011 08:31; Akt: 25.10.2011 10:29 Print
Wähler nutzten soziale Medien kaum
von Lukas Mäder - Die Rolle von Facebook und Twitter im Wahlkampf 2011 ist überschätzt worden. Selbst jüngere Wähler haben sich kaum über diese Kanäle informiert.
Anteil der Wählenden, die sich frühestens drei Wochen vor dem Wahltag entschieden haben.
Quelle: SRG-Nachwahlbefragung von GFS Bern (telefonisch am 23.10.2011)
-
Internationale Presseschau: «In der Schweiz Verluste für die Populisten»
-
Uneinigkeit im Blätterwald: Frischluft oder Gedränge im Bundeshaus?
-
Politologe Golder: «Die SVP ist die eigentliche Verliererin»
-
Rickli schlägt Blocher: «Ich habe von Social Media profitiert»
-
Demokratie@HOME: «Facebook bricht alte Polit-Zirkel auf»
Bei den diesjährigen eidgenössischen Wahlen nutzten die Kandidaten erstmals soziale Medien wie Facebook und Twitter intensiv. Doch die Wirkung dieser neuen Kommunikationskanäle im Wahlkampf ist sehr beschränkt, wie die SRG-Nachwahlbefragung von GFS Bern ergibt. Von den Befragten, die sich in den letzten drei Wochen vor dem Wahlsonntag entschieden hatten, gaben nur gerade 6 Prozent an, Social Media für die Wahlen genutzt zu haben. Intensiv war die Nutzung allerdings nur bei 2 Prozent von ihnen. 4 Prozent gaben lediglich eine Nebenbei-Nutzung an.
Infografik Eidgenössische Wahlen 2011Das politische System der SchweizEtwas höher liegt die Nutzung von Online-Wahlhilfen wie Smartvote und Vimentis. Bei dieser nicht unumstrittenen Methode können Wähler einen Fragebogen ausfüllen, worauf eine Wahlempfehlung generiert wird. 14 Prozent der Befragten gaben an, diese Wahlhilfen genutzt zu haben - mit 8 Prozent mehrheitlich intensiv. Diese Instrumente haben allerdings noch keine allgemeine Breitenwirkung. So gaben 10 Prozent keine Antwort oder wussten diese nicht - was vergleichsweise hoch ist.
Selbst Plakate deutlich stärker genutzt
Im Vergleich zu konventionellen Medien ist die Nutzung von Facebook, Twitter oder Online-Wahlhilfen verschwindend klein. Noch immer informiert sich eine klare Mehrheit von 76 Prozent über Zeitungsartikel, 68 Prozent über Radio und Fernsehen. Selbst als altmodisch verschrieene Inserate und Plakate werden deutlich stärker beachtet als neue Kommunikationskanäle: 40 Prozent geben an, dies zu nutzen - wobei der Anteil der Nebenbei-Nutzung mit 33 Prozent hoch ist.
In den letzten Wochen und Monaten wurde viel stärker über Soziale Medien und Wahlhilfen diskutiert, als sie tatsächlich genutzt wurden, sagt Lukas Golder vom Forschungsinstitut GFS Bern. «Soziale Medien sind erst als Sprungbrett zu anderen Medien wichtig.» Allerdings hängt die Nutzungsrate von Twitter und Facebook vom Alter ab: Erwartungsgemäss nutzten die 18- bis 39-Jährigen Soziale Medien mit 14 Prozent signifikant stärker als der Durchschnitt.
Persönlicher Kontakt für Schlussmobilisierung
Damit ist nicht ausgeschlossen, dass bei jüngeren Kandidaten ihr Engagement im Netz durchaus eine Wirkung gezeigt hat. So gab sich SVP-Nationalrätin Natalie Rickli, die auf Facebook und Twitter sehr aktiv ist, im Interview überzeugt, dank Social Media ihr Glanzresultat des ersten Platzes auf der SVP-Liste errungen zu haben. Dass der Dialog übers Internet mit den eigenen Wählern nützt, hat zudem vor einigen Wochen eine Studie über die Berner Grossratswahlen belegt. Auch Golder sieht Vorteile von Sozialen Medien in der Schlussmobilisierung: «Mit Facebook und Twitter können die Kandidaten potentielle Wähler persönlich angehen.»
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 20 Kommentare










Telefonumfrage?!
Ich gehe davon aus, dass bei der Telefonumfrage immer noch nur auf's Festnetz angerufen wird. Hardcore Social Media User haben vermehrt nur noch Handy und Internet, was bedeutet, dass diese vom Gfs gar nicht kontaktiert werden können.
o doch!
also ich (24) habe mich sehr wohl auf facebook informiert! sites geliked, mit der favorisierten partei befreundet sein und deren gepostete inhalte weiter posten, damit auch meine fb-freunde wählen gehn! und das hat auch der ein oder andere getan :)
Ei oder Huhn?
Die Frage ist hier doch nach dem berühmten Ei und dem Huhn. Wenn Politiker nicht in Social Media unterwegs sind - was sie leider kaum sind, wie soll sich ein Wähler denn informieren? Ich bin enttäuscht über diese einseitige Untersuchung. Tatsache ist doch, dass ein Grossteil derjenigen Kandidaten, die sich im Web präsentieren, das auf eine banale Art und Weise machen, die als versierter Internetuser einfach nur weh tut in den Augen. Nehmt euch mal Obama als Vorbild! Der lässt das wenigstens von Experten machen.