12. Oktober 2007 14:20; Akt: 12.10.2007 15:47 Print

«13-jährige Vergewaltiger gehören ins Gefängnis»«13-jährige Vergewaltiger gehören ins Gefängnis»

Jugendgewalt, Krawalle in Bern, AKW-Frage: Im Polit-eTalk von 20minuten.ch packten SP-Nationalrätin Evi Allemann und SVP-Ständeratskandidat Toni Brunner die heissen Eisen des Wahlkampfes an.

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Ihre Parteien schlagen sich derzeit im Schlussspurt zu den Wahlen vom 21. Oktober verbal die Köpfe ein. Und so schenkten sich auch die Berner SP-Nationalrätin Evi Allemann, 29, und der St. Galler SVP-Ständeratskandidat Toni Brunner, 33, im eTalk von 20minuten.ch nichts. Gleich zu Beginn musste sich Brunner, auch Vize-Präsident der SVP Schweiz, vor den Userinnen und User für die Demo seiner Partei von letzten Samstag in Bern rechtfertigten. Er wies jede Verantwortung für die Ausschreitungen zurück, «kein einziger der 10 000 Teilnehmer am SVP-Umzug hat auch nur eine Fensterscheibe eingedrückt».

«Anständige» Rechtsradikale

Nicht bestreiten konnte der St. Galler Ständeratskandidat aber, dass mit den SVP-Anhängern auch Rechtsradikale marschiert sind. Diese hätten sich aber «anständig verhalten» - so die Wortwahl Brunners. Nationalrätin Allemann meinte mit einem Seitenhieb an die Adresse der SVP, es sei für ein Land wie die Schweiz «unwürdig mit welchem Stil, mit welchen Bildern und Worten eine Stimmung der Angst verbreitet» werde.

Streitpunkt Jugendstrafrecht

Markiger Worte bediente sich Brunner beim Thema Jugendgewalt und Jugendkriminalität. So meinte er, «13-jährige Vergewaltiger gehören ins Gefängnis», und warf Allemann vor, dass ihre Partei, die SP, sich gegen eine Verschärfung des Jugendstrafrechtes ausgesprochen habe. Allemann konterte, indem sie auf die Rezepte und Anstrengungen der Sozialdemokraten bei der Prävention von Jugendkriminalität verwies. Ihre Partei setze sich für mehr Lehrstellen ein, und zwar folgendermassen: «Wir schlagen einen Bildungsfonds vor, aus dem Unternehmen, die Lehrstellen anbieten, unterstützt werden.»

Wie reif sind 16-Jährige?

Allemann reichte diesen Sommer eine parlamentarische Initiative ein, die das Stimmrechtsalter 16 verlangt. Vor den 20minuten-Userinnen und –Usern offenbarte sich Brunner als strikter Gegner dieses Anliegens: «Heute hat man alle Rechte und Pflichten mit 18. Bei einer Senkung des Stimmrechtsalters müssten eventuell 16-Jährige, die nicht Auto fahren dürfen, über eine Motorfahrzeugsteuer abstimmen.» Vor solchen doch eher konstruierten Widersprüchen fürchtet sich Allemann offensichtlich nicht: «16-Jährige tragen schon in zahlreichen Bereichen grosse Verantwortung. Deshalb sollen sie auch politisch mitbestimmen können – es geht um ihre Zukunft.»

«Alkoholische Exzesse»

Zumindest reif genug zum Trinken sind die heutigen 16-Jährigen in den Augen beider Kandidierenden. Allemann und Brunner lehnen neue oder strengere Alkoholverbote als Jugendschutzmassnahme ab. «Besser setzen wir den Preis von alkoholischen Getränken höher an», meinte die SP-Politikerin. Wogegen Brunner an die «Selbstverantwortung der Jugendlichen» appelliert, «sich nicht jedes Wochenende alkoholischen Exzessen auszusetzen».

Auf die User-Frage, ob der ausserordentlich gehässige Wahlkampf letztlich nicht der Politik und damit auch dem Ansehen der Schweiz schade, beruhigte Allemann: «Hinter den Kulissen des Bundeshauses wird durchaus sachlich diskutiert.» Und Brunner konnte aus seiner Sicht dem Chatpublikum auf 20minuten.ch die überaus positive Nachricht mitteilen: «Die Schweiz ist nicht lahmgelegt.»
mma

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