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Unlautere Werbung
29. September 2011 15:52; Akt: 29.09.2011 19:16 Print
Was ist sexy und was sexistisch?
von Hans Peter Arnold - Die Grenzen zwischen Sexismus und Erotik sind nicht immer klar. Bei der Werbung kann dies heikel werden. Zum Beispiel, wenn ein Zürcher Metzger mit nackter Haut für sein Fleisch wirbt.
Mit nackten Tatsachen für Mode, Fleisch oder Party-Getränke werben - ist das in Ordnung? Das fragen sich nicht nur Konsumentinnen und Konsumenten angesichts gewagter Plakate und Spots, welche die Schmerzgrenze strapazieren.
Zwar gibt es in der Schweiz kein nationales Gesetz, das sexistische Werbung verbietet. Hingegen beschäftigt sich die Lauterkeitskommission als Selbstregulierungsorganisation mit unlauterer Werbung, zu der auch sexistische Werbung gehört. Personen können sich an die Lauterkeitskommission wenden, wenn sie mit anstössigen Werbekampagnen konfrontiert werden. Das Selbstkontroll-Organ der Werbebranche kann dann, wie im Falle eines Zürcher Metzgers, eine Werbung als sexistisch tadeln.
Darf nicht Würde von Mann oder Frau verletzen
Die Beurteilung ist allerdings gerade deshalb heikel, weil Erotik in vielen Kampagnen immer bedeutender wird. Kommt hinzu, dass sich die subjektiven Einschätzungen über den guten Geschmack stark unterscheiden und ferner vom kulturellen Hintergrund abhängen.
Für die Lauterkeitskommission ist die Werbung dann sexistisch bzw. geschlechterdiskriminierend, wenn sie die Würde von Frau oder Mann verletzt. Geschlechterdiskriminierende Werbung liegt insbesondere dann vor, wenn die dargestellte Person als Objekt von Unterwerfung oder Ausbeutung sexistisch herabwürdigt wird. Sexistische Beeinträchtigung ist vor allem dann gegeben, wenn zwischen der das Geschlecht verkörpernden Person und dem Produkt kein natürlicher Zusammenhang besteht oder die Person in rein dekorativer Funktion als Blickfang dargestellt wird. Generell sei eine «unangemessene Darstellung von Sexualität» geschlechterdiskriminierend bzw. sexistisch. Einen solchen Fall sehen die brasilianischen Behörden im aktuellen Werbespot von Supermodell Gisele Bündchen.
Die Bildstrecke (oben) zeigt Beispiele, die in der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren heiss diskutiert wurden. Klar ist dabei einzig: Die Grenze zwischen sexy und sexistisch ist nicht immer scharf.
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Alle 49 Kommentare

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aber hallo...
na dann sind die alten coke light werbungen mit dem halbnacktem typen auch sexistisch oder nicht??
Nur auf potthässliche Frauen...
wirken solche Bilder sexistisch! Ich finde sie erotisch und absolut passend zu -> Fleisch!
Frauen halt...
Im Text steht folgendes fett gedruckt "Darf nicht Würde von Mann oder Frau verletzen". Ich frage mich aber wieso immer nur ein Zirkus gemacht wird wenn es sich um weibliche Models handelt?
weil Frauen ein Sexobjekt sind
Weil es kaum Plakate gibt auf denen Männer so dargestellt werden. Oder kennst du solche Beispiele? Mir kommt jetzt spontan keins in den Sinn. Auf 90% der sexistischen Plakaten sind Frauen die Sujets, nicht Männer.