Freude über SNB-Gewinn

13. Januar 2012 11:08; Akt: 13.01.2012 12:13 Print

«Damit haben wir nicht gerechnet»«Damit haben wir nicht gerechnet»

von Balz Bruppacher - Kaum ein Kanton hatte mit einer Gewinnausschüttung der Nationalbank gerechnet. Umso grösser ist jetzt die Freude über die unerwartete Milliarde.

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Der Wert des SNB-Goldschatzes von 1040 Tonnen erhöhte sich innert Jahresfrist um mehr als 5 Milliarden Franken. (Bild: Keystone)

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Positive Schlagzeilen von der Nationalbank: Das durch die Hildebrand-Affäre gebeutelte Institut erwartet für 2011 einen Rekordgewinn von 13 Milliarden Franken. 1 Milliarde geht an Bund und Kantone.

Ginge es um ein Privatunternehmen, würde man von einem Turnaround sprechen. Nach einem Rekordverlust von 20,8 Milliarden Franken im Vorjahr wird die Schweizerische Nationalbank (SNB) für 2011 einen Gewinn von etwa 13 Milliarden Franken ausweisen. Das ist ein neuer Rekord. Die bisherige Höchstmarke datiert von 2005 und betrug 12,8 Milliarden Franken.

Der Geldsegen ermöglicht auch die Fortsetzung der Gewinnausschüttung an Bund und Kantone. Gemäss der im vergangenen November abgeschlossenen neuen Gewinnausschüttungsvereinbarung zwischen dem Eidgenössischen Finanzdepartement und der Nationalbank fliesst aber nur noch 1 Milliarde an die öffentliche Hand, statt wie bisher 2,5 Milliarden Franken. Der Bund erhält einen Drittel, zwei Drittel werden unter den Kantonen aufgeteilt.

Kantone hoch erfreut

«Wir hatten keinen Grund, damit zu rechnen», sagte der Präsident der kantonalen Finanzdirektoren (FDK), Christian Wanner, auf Anfrage von 20 Minuten Online und bezeichnete die Gewinnausschüttung als sehr erfreulich. Die Nationalbank und der Bankrat verhielten sich absolut fair und korrekt. Für seinen Kanton bedeute dies, dass er 21 Millionen Franken statt wie bisher 53 Millionen von der Nationalbank erhalte, sagte der Solothurner Finanzdirektor. Budgetiert hat Wanner vorsichtshalber gar nichts, hatte es bei der Nationalbank doch lange nach einer Nullrunde ausgesehen. Der unerwartete Zustupf werde aber nichts an den eingeleiteten Sparmassnahmen ändern, sagte Wanner. Denn es seien sinkende Steuereinnahmen der juristischen Personen zu befürchten.

Mitte 2011 sah es noch nach einem weiteren massiven Verlustjahr für die Nationalbank aus. In den ersten sechs Monaten resultierte ein Minus von 10,8 Milliarden Franken. Die Wende kam im dritten Quartal. Unter anderem dank der Einführung der Untergrenze für den Euro von 1,20 Franken am 6. September. Dadurch wurden die Buchverluste auf den hohen Euro-Beständen limitiert. Die Kursverluste auf den Währungsreserven verringerten sich innerhalb von drei Monaten um 7 Milliarden Franken. Ende 2011 war der Euro mit knapp 1,21 Franken zwar immer noch 2,6 Prozent billiger als ein Jahr zuvor. Auf dem Dollar resultierte aber ein leichter Kursgewinn.

Goldpreishausse steuert 5 Milliarden bei

Eingeschenkt hat vor allem der steigende Goldpreis. Der Wert des SNB-Goldschatzes von 1040 Tonnen erhöhte sich innert Jahresfrist um mehr als 5 Milliarden Franken. Nimmt man den aktuellen Goldpreis von mehr als 50 000 Franken pro Kilo, sind in den ersten zwei Wochen des neuen Jahres weitere 3 Milliarden Franken Bewertungsgewinn hinzugekommen. Die Fremdwährungspositionen der Nationalbank haben gemäss der SNB-Mitteilung rund 8 Milliarden Franken zum Jahresgewinn von etwa 13 Milliarden Franken beigetragen. Der Konzernabschluss wird dank einem Gewinnbeitrag des Stabilisierungsfonds mit den einst giftigen UBS-Papieren noch etwas höher ausfallen. Genaue Zahlen folgen am 8. März.

Ruhigere Zeiten für SNB?

Nach Bekanntgabe der neuen Gewinnausschüttungsvereinbarung war den Kantonen klar, dass sie nur dann mit Geld von der Nationalbank rechnen können, wenn der Jahresgewinn mindestens 8 Milliarden Franken ausmacht. Denn nach dem Rekordverlust von 2010 klaffte in der Ausschüttungsreserve ein Loch von 5 Milliarden Franken. Zudem absorbieren die Rückstellungen für Währungsreserven 3,2 Milliarden. Die nach der Gewinnausschüttung von 1 Milliarde verbleibenden knapp 4 Milliarden Franken gehen in die Ausschüttungsreserve. Nach der positiven Überraschung beim Gewinn hofft FDK-Präsident Wanner, dass für die Nationalbank auch sonst wieder ruhigere Zeiten anbrechen. «Das wäre auch für das Renommé nach aussen nötig», sagte er.

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  • stop am 14.01.2012 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Zahlenspielerei

    Tolles Zahlenspiel!!! Wer glaubt denn noch diese Schönredereien. Aus Minus mache Plus... und die Bevölkerung sind die Dummen. Google: Geldsystem Fehler.

  • Dareos am 13.01.2012 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz, das Land der Volkswirtschafter

    Herrliche Kommentare :) Es scheint fast, dass praktische die ganze Leserschaft von 20min einen Doktorabschluss in Volkswirtschaft hat und genau weiss, wie die Nationalbank funktioniert, wie die Gewinnausschättungen und Besitzverhältnisse aussehen. Ich selbst habe einen Bachelorabschluss in Volkswirtschaft, würde mir aber nie anmassen zu wissen, was die SNB alles macht und wie dies genau funktioniert, geschweige dann darüber zu argumentieren. Guter Job SNB, danke für die Stabilität und den Wohlstand!

  • realo am 13.01.2012 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Buchgewinn ?

    die ausgewiesenen Gewinne sind Buchgewinne und können nur realisiert werden bei einem Verkauf. Mit anderen Worten werden unsere Gold- und Währungs-Reserven verscherbelt und wenn diese aufgebraucht sind, dann möchte ich gerne mal die Gewinne sehen

    • Supermario am 16.01.2012 14:39 Report Diesen Beitrag melden

      Vieles ist Buchwert

      Dann wird eben neues Geld (Franken) gedruckt, womit etwas mehr oder weniger Inflation entsteht. Im Gegensatz zu dir und mir kann die SNB soviel Geld produzieren wie sie will. Genau das hat sie in den letzten Jahren (wegen Lehman und Euro) auch getan (tun müssen). Die "realen" Werte wie Immobilien, Firmen, generell Sachwerte lösen sich deswegen kaum in Nichts auf!

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