Zuppigers Rückzug

08. Dezember 2011 13:02; Akt: 09.12.2011 10:19 Print

«Jetzt bin ich für sie nicht mehr so interessant»«Jetzt bin ich für sie nicht mehr so interessant»

von Jessica Pfister - SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger steigt aus dem Rennen um einen Bundesratssitz aus. Die Parteileitung gibt zumindest zu, die Situation etwas blauäugig eingeschätzt zu haben.

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Ein sichtliche geknickter Bruno Zuppiger verlässt frühzeitig die Medienkonferenz am Donnerstag, an der er seinen Rückzug bekannt gegeben hat. (Bild: Keystone)

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ist zu Ende. «Um meine Partei nicht weiter zu belasten, habe ich mich heute Morgen entschieden, meine Kandidatur zurückzuziehen», sagte Zuppiger am Donnerstagnachmittag vor den Medien in Bern. Er bedankte sich bei der SVP für das Vertrauen und erklärte, dass er sich weiterhin von der Fraktion getragen fühle. Für Fragen stand Zuppiger nicht zur Verfügung, sondern verliess sichtlich gekränkt die Medienkonferenz vorzeitig. «Ich habe gesagt, was ich sagen musste. Jetzt bin ich für sie nicht mehr so interessant», waren seine Worte.

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räumte vor den Medien ein, dass die Lagebeurteilung aufgrund der vorgelegten Unterlagen wahrscheinlich falsch war. «Wir haben die Situation vielleicht zu blauäugig eingeschätzt», sagte Baader. Die Parteileitung habe nicht alle Details gekannt, wie sie der Artikel in der Weltwoche publik gemacht hatte. Laut Parteipräsident Toni BrunnerToni
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sei neu gewesen, dass Zuppiger ein Dokument unterschrieben habe, dass die Überweisung auf sein eigenes Konto veranlasst habe. Die falsche Lagebeurteilung sei passiert, weil nicht alle Fakten bekannt gewesen waren. «Hätten wir gewusst, dass Bruno Zuppiger die Überweisung selber unterschrieben hat, hätten wir ihm von einer Kandidatur abgeraten», sagte Brunner.

Brunner und Blocher haben entschieden

Fraktionschef Baader habe am 30. November, am Tag vor der Nomination, einen Tipp von einer Person ausserhalb der Fraktion erhalten, dass Vorwürfe gegen Zuppiger auftauchen könnten. Er habe daraufhin Parteipräsident Brunner und Vizepräsident Blocher informiert und bei der Anwältin der Gegenseite Informationen eingeholt. Brunner und Blocher haben daraufhin wenige Stunden vor der Nomination durch die Fraktion mit Zuppiger gesprochen und entschieden, dass der Vorfall kein Hindernis für eine Kandidatur sei.

Deshalb halte man es nach wie vor für richtig, die Fraktion nicht informiert zu haben. Die Notwendigkeit für personelle Konsequenzen sieht Baader nicht - weder bei der Parteileitung, noch bei Zuppiger. «Bruno Zuppiger muss selber entscheiden, ob er aus dem Nationalrat zurücktreten will oder nicht», sagte der Fraktionschef. Die Parteispitze habe ihn nicht dazu aufgefordert.

«Niemand aus der Partei dahinter»

Der Rückzug von Zuppiger erstaunt nicht angesichts der schweren Vorwürfe, die die «Weltwoche» gestern publik gemacht hatte. Der Zürcher Nationalrat soll in einer Erbschaftsangelegenheit 100 000 Franken veruntreut haben - und die Parteileitung nominierte den Zürcher für die Landesregierung, obwohl sie davon wusste. Als dies bekannt wurde, brodelte es bei der SVP: Parteimitglieder warfen der Führungsspitze Naivität vor und Gerüchte wurden laut, dass hinter den Enthüllungen der SVP-freundlichen «Weltwoche» gar eigene Partei-Vertreter stecken würden. Bruno Zuppiger ist hingegen überzeugt, dass niemand aus der Partei damit zu tun hatte, wie er vor den Medien bekräftigte. «Diese Unterlagen können nur aus den involvierten Anwaltskanzleien stammen.»

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  • ziemlich ratloser Bürger am 09.12.2011 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Auf Nummer sicher

    Also, die eher SVP-freundliche Weltwoche schiesst den SVP-Bundesratskandidaten mit den vermutlich besten Wahlchancen ab! Ziemlich eigenartig! Was R. Köppel bewogen haben mag diesen Artikel rauszulassen? Wer geht hier auf Nummer sicher?

  • Päde am 09.12.2011 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Transparenzpartei

    Die Transparenz-Partei. Christoph Blocher will, dass der Bundesrat öffentlich tagt, aber 4 Personen quasi küren den BR-Kadidaten. Hier zeigt sich, dass die Partei ein riesiges Problem an selbstdenkenden Parlamentariern hat. Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn keine Persönlichkeit aufgestellt werden können. Das "geheime" Vorgehen von Blocher bei der Basler Zeitung zeigt, wie tranparent die Partei wirklich ist.

  • R.camenisch am 09.12.2011 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Soviel Dreck am Stecken

    Der Beste Kommentar aus der Presse ist der von Ueli Leuenberger: «Jeden Ausländer, der ein Velo klaut, will diese Partei ausschaffen. Aber einen, der soviel Dreck am Stecken hat, wollte diese Nulltoleranz-Partei zum Bundesrat machen!»

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