Weniger Lohn

09. Oktober 2011 15:45; Akt: 10.10.2011 00:54 Print

SVPler sauer über Blochers LohnforderungenSVPler sauer über Blochers Lohnforderungen

von Jessica Pfister - Alt Bundesrat Christoph Blocher verlangt, die Löhne von National- und Bundesräten zu kürzen. Damit verärgert er allerdings auch das eigene Lager.

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Alt Bundesrat Christoph Blocher macht sich mit seiner Forderungen einer Lohnkürzung bei Nationalräten auch in der eigenen Partei keine Freunde. Nicht nur SVP-Nationalrat Oskar Freysinger ist verärgert.

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Obwohl er vielleicht bald selber wieder im Nationalrat sitzt, will Alt Bundesrat Christoph BlocherChristoph
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den Damen und Herren in der grossen Kammer den Lohn kürzen. «Mit durchschnittlich 140 000 Franken verdienen die Nationalräte zu viel», sagt er im Interview mit dem «Sonntagsblick». Darum habe die Schweiz zu viele Berufsparlamentarier, die - kaum seien sie gewählt - zu Beamten würden und das Leben der Bevölkerung nicht mehr kennen. Laut Blocher soll die Obergrenze für die Entlöhnung von Nationalräten bei jährlich 100 000 Franken fixiert werden. Ein Nationalrat sollte halbtags arbeiten müssen. «Heute haben die Räte bezahlte Zeit für unnötige Sitzungen und zu viele Gesetze.» Bei den Bundesratsgehälter verlangt der Alt Bundesrat eine Halbierung von 500 000 auf 250 000 Franken.

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Gerade die geforderte Kürzung der Nationalratsgehälter stösst selbst SVP-Politikern sauer auf. «Hier muss ich Christoph Blocher vehement widersprechen», sagt der Walliser SVP-Nationalrat Oskar FreysingerOskar
Freysinger

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gegenüber 20 Minuten Online. Mit den drei Kommissionsmandaten und den zahlreichen Sitzungen, an denen er teilnehme, fühle er sich alles andere als überbezahlt. «Als Teilzeitlehrer ohne Verwaltungsratsmandate bin ich auf das Geld aus der Politik angewiesen», so Freysinger weiter. Ausserdem könne er als Walliser an den Sessionen auch nicht wie andere Parlamentarier kurz nach Hause fahren, sondern müsse im Hotel in Bern übernachten. «Da läppert sich schon einiges zusammen.»

Als «dummes Zeug», kanzelt auch SVP-Nationalrat Christian Miesch (BL) Blochers Vorschlag ab. «Ich bin sehr oft mit Parlamentariern aus dem Ausland unterwegs und weiss darum, dass unser Entlöhnungssystem sehr gerecht und keinesfalls übertrieben ist», sagt Miesch. «Blocher könnte es sich ja leisten auf die Entschädigung zu verzichten, aber viele andere nicht», so Elektromotorenunternehmer Miesch.

«Grossteil verdient heute schon weniger»

Auch bei den anderen Parteien kommt die Forderung zur Gehaltskürzung schlecht weg. «Unser Entlöhungssystem ist absolut korrekt»,sagt CVP-Nationalrätin Brigitte HäberliBrigitte
Häberli

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-Koller. Wer in vielen Kommissionen sitze und häufiger an Sitzungen teilnehme, solle auch eine entsprechende Entschädigung erhalten. «Die von Blocher angegebene durchschnittliche Entlöhung von 140 000 Franken halte ich zudem für viel zu hoch», so die Thurgauer Politikerin. Ein Grossteil würde schon heute die geforderte Obergrenze von 100 000 Franken nicht erreichen.

So sagt zum Beispiel FDP-Nationalrätin Christa MarkwalderChrista
Markwalder

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Skigruppe der Bundesversammlung
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auf Anfrage, dass sie trotz vier Kommissionsmandaten nicht auf 100 000 Franken Lohn kommen würde. «Klar sollte Geld keine Motivation für ein politisches Amt sein, doch der Ausfall im Berufsleben, sollte angemessen entlöhnt werden», sagt Markwalder, die laut eigenen Angaben zu 50 Prozent Politik betreibt.

«Lächerlicher Wahlkampf»

Auch die Halbierung der Bundesratsgehälter stösst bei den Parteien auf Ablehnung. «Wenn wir gute Leute in der Landesregierung haben wollen, müssen wir eine gewisse Entschädigung dafür bieten», findet CVP-Nationalrätin Häberli-Koller. «Es kann doch nicht sein, dass ein Bundesrat weniger verdient als ein Stadtpräsident», sagt FDP-Politikern Markwalder. Gleicher Meinung ist SP-Nationalrat und Gewerkschafter Corrado PardiniCorrado
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Genossenschaft Schönehof, Frauenfeld
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: «Die Löhne der Bundesräte sind absolut angemessen.» Blochers Forderungen seien absolut lächerlich und nicht mehr als Wahlkampf in eigener Sache.

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  • Markus am 24.12.2011 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt vor Herr Blocher

    Herr Blocher ist sehr mutig, ehrlich und er vertret für das Interesse des Volkes. Mehr Geld macht keinen besseren Politiker aus, sondern ihre Leidenschaft und Verantwortung für das Volk.

  • Simon from St. Gallen am 22.12.2011 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nur für Cash

    Gute Löhne für gute Bundesräte.Da wir aber leider nicht gute Bundesräte haben,ist jeder Fr. zu viel. Ausserdem Fr. 100000 : 12 = ca. 8000 im Monat plus Spesen und meistens mehrere Mandate? Viele 5 Personen Haushälte meistens Familien müssen mit weitaus weniger auskommen.Peinlich liebe Leute

  • Schönes Fest am 22.12.2011 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Vorbilder

    in einer Zeit, in der alle Arbeitenden immer weniger verdienen. Keinen 13. Monatslohn und statt einem Käsebrettli einen Nussknacker mit Schweizerkreuz wäre doch wirklich ein angemessenes Danke für Politiker.

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