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Weniger Lohn
09. Oktober 2011 15:45; Akt: 10.10.2011 00:54 Print
SVPler sauer über Blochers Lohnforderungen
von Jessica Pfister - Alt Bundesrat Christoph Blocher verlangt, die Löhne von National- und Bundesräten zu kürzen. Damit verärgert er allerdings auch das eigene Lager.

Alt Bundesrat Christoph Blocher macht sich mit seiner Forderungen einer Lohnkürzung bei Nationalräten auch in der eigenen Partei keine Freunde. Nicht nur SVP-Nationalrat Oskar Freysinger ist verärgert.
Obwohl er vielleicht bald selber wieder im Nationalrat sitzt, will Alt Bundesrat Christoph Blocher
Christoph
Blocher
SVP, ZH
NationalratVerbunden mit
Robinvest AG, Männedorf
weitere Verbindungen anzeigen den Damen und Herren in der grossen Kammer den Lohn kürzen. «Mit durchschnittlich
Gemäss einer vom Nationalfond gestützten Studie vom Mai 2010 ist nur noch jeder zehnte Bundesparlamentarier ein echter «Milizler». Die Befragung durch die Politikwissenschaftler der ETH Zürich und der Universität Genf ergab, dass die Mehrheit der Ständeratsmitglieder (57.6 Prozent) ihr Amt Vollzeit ausführen, während die verbleibenden 42,2 Prozent dies zumindest als Halbberufspolitiker tun. Im Nationalrat sind es 28,4 Prozent Vollzeitpolitiker und eine Mehrheit von Halbberufspoltikern (58,3 Prozent). Vor allem unter Jungen, Alten und Frauen wächst die Zahl der Berufspolitiker. Gründe für diese Entwicklung sind gemäss Studie, die Erhöhung der Sitzungsgelder und Aufwandsentschädigungen in den letzten Jahren aber auch die steigende Themenvielvalt und Komplexität der Vorlagen. (jep)
Gerade die geforderte Kürzung der Nationalratsgehälter stösst selbst SVP-Politikern sauer auf. «Hier muss ich Christoph Blocher vehement widersprechen», sagt der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger
Oskar
Freysinger
SVP, VS
NationalratVerbunden mit
Aucun lien d'intérêt
weitere Verbindungen anzeigen gegenüber 20 Minuten Online. Mit den drei Kommissionsmandaten und den zahlreichen Sitzungen, an denen er teilnehme, fühle er sich alles andere als überbezahlt. «Als Teilzeitlehrer ohne Verwaltungsratsmandate bin ich auf das Geld aus der Politik angewiesen», so Freysinger weiter. Ausserdem könne er als Walliser an den Sessionen auch nicht wie andere Parlamentarier kurz nach Hause fahren, sondern müsse im Hotel in Bern übernachten. «Da läppert sich schon einiges zusammen.»
Als «dummes Zeug», kanzelt auch SVP-Nationalrat Christian Miesch (BL) Blochers Vorschlag ab. «Ich bin sehr oft mit Parlamentariern aus dem Ausland unterwegs und weiss darum, dass unser Entlöhnungssystem sehr gerecht und keinesfalls übertrieben ist», sagt Miesch. «Blocher könnte es sich ja leisten auf die Entschädigung zu verzichten, aber viele andere nicht», so Elektromotorenunternehmer Miesch.
«Grossteil verdient heute schon weniger»
Auch bei den anderen Parteien kommt die Forderung zur Gehaltskürzung schlecht weg. «Unser Entlöhungssystem ist absolut korrekt»,sagt CVP-Nationalrätin Brigitte Häberli
Brigitte
Häberli
CVP, TG
StänderatVerbunden mit
Stiftung Lilienberg Unternehmerforum (Co-Leiterin Aktionsfeld)
weitere Verbindungen anzeigen-Koller. Wer in vielen Kommissionen sitze und häufiger an Sitzungen teilnehme, solle auch eine entsprechende Entschädigung erhalten. «Die von Blocher angegebene durchschnittliche Entlöhung von
So sagt zum Beispiel FDP-Nationalrätin Christa Markwalder
Christa
Markwalder
FDP-Liberale, BE
NationalratVerbunden mit
Skigruppe der Bundesversammlung
weitere Verbindungen anzeigen auf Anfrage, dass sie trotz vier Kommissionsmandaten nicht auf
«Lächerlicher Wahlkampf»
Auch die Halbierung der Bundesratsgehälter stösst bei den Parteien auf Ablehnung. «Wenn wir gute Leute in der Landesregierung haben wollen, müssen wir eine gewisse Entschädigung dafür bieten», findet CVP-Nationalrätin Häberli-Koller. «Es kann doch nicht sein, dass ein Bundesrat weniger verdient als ein Stadtpräsident», sagt FDP-Politikern Markwalder. Gleicher Meinung ist SP-Nationalrat und Gewerkschafter Corrado Pardini
Corrado
Pardini
SP, BE
NationalratVerbunden mit
Genossenschaft Schönehof, Frauenfeld
weitere Verbindungen anzeigen: «Die Löhne der Bundesräte sind absolut angemessen.» Blochers Forderungen seien absolut lächerlich und nicht mehr als Wahlkampf in eigener Sache.
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Alle 248 Kommentare

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Respekt vor Herr Blocher
Herr Blocher ist sehr mutig, ehrlich und er vertret für das Interesse des Volkes. Mehr Geld macht keinen besseren Politiker aus, sondern ihre Leidenschaft und Verantwortung für das Volk.
Nur für Cash
Gute Löhne für gute Bundesräte.Da wir aber leider nicht gute Bundesräte haben,ist jeder Fr. zu viel. Ausserdem Fr. 100000 : 12 = ca. 8000 im Monat plus Spesen und meistens mehrere Mandate? Viele 5 Personen Haushälte meistens Familien müssen mit weitaus weniger auskommen.Peinlich liebe Leute
Schlechte Vorbilder
in einer Zeit, in der alle Arbeitenden immer weniger verdienen. Keinen 13. Monatslohn und statt einem Käsebrettli einen Nussknacker mit Schweizerkreuz wäre doch wirklich ein angemessenes Danke für Politiker.