21. September 2007 14:36; Akt: 21.09.2007 14:52 Print

«Ja, ich würde auf einem  Atommülllager wohnen»«Ja, ich würde auf einem Atommülllager wohnen»

Er hat keine Angst vor Radioaktivität - sie keine Berührungsängste zu Kiffern: SP-Nationalrätin Pascal Bruderer und FDP-Newcomer Christian Wasserfallen lieferten sich auf 20minuten.ch ein hitziges Polit-Duell.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Beide behaupten sie, die Jugend im Land vertreten zu wollen, beide hoffen sie auf die Stimmen der Schweizer Jungwählerinnen und Jungwähler. SP-Vorzeigefrau Pascale Bruderer, 30, derzeit Nationalrätin, will am 21. Oktober in den Ständerat einziehen. FDP-Nachwuchsmann Christian Wasserfallen, 26, Sohn des bekannten, Ende 2006 verstorbenen freisinnigen Nationalrates Kurt Wasserfallen, hofft auf einen Sitz im Nationalrat.

«Ich habe auch schon mal gekifft»

Dass die beiden ziemlich unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was das Richtige für die Schweizer Jugend ist, zeigte sich spätestens an der von vielen Usern aufgeworfenen Frage, ob in einem neuen Anlauf der Cannabis-Konsum legalisiert werden soll. Wasserfallen lehnt dies kategorisch ab, sprach sich sogar für ein noch härteres Durchgreifen gegenüber Kiffern aus. Und Wasserfallen gestand: «Wenn das Wort Hardliner meint: eine geradlinige Politik zu machen - ja, dann bin ich ein Hardliner.»
Ganz anders die Position und der Ton Bruderers in der Haschfrage: Die SP-Politikerin unterstützt die Legalisierungsbestrebungen und gestand den 20minuten.ch-Usern gar: «Ich habe auch schon mal gekifft, das ist aber 12 Jahre her und es faszinierte mich nicht.»

Die Mikrowellen-Frage

Kiffen, Jugendgewalt, Atomenergie, Lehrstellenmangel: Das sind die Themen, die den 20minuten.ch-Userinnen und -Usern unter den Nägeln brannten. Wasserfallen, ein Befürworter neuer Kernkraftwerke, will wissen, dass die Endlagerung radioaktiver Abfälle mittlerweile gefahrlos zu bewerkstelligen sei. Auf die Frage eines Chat-Teilnehmers, ob denn Wasserfallen auf einem Endlager wohnen würde, antwortete dieser knapp und klar: «Ja.» Die Strahlung eines Mikrowellenherdes sei gefährlicher als die radioaktive Belastung durch in Beton eingegossenen Atommüll. Weder sich noch ihren Mitbürgern will hingegen Bruderer neue KKWs zumuten: «Sie bergen ein zu grosses Sicherheitsrisiko. Setzen wir besser auf Energieeffizienz und auf die Förderung erneuerbarer Energien.»

In einem aber sind sich die populäre Aargauer Sozialdemokratin und der hoffnungsvolle Stadtberner Jungfreisinnige einig: dass der Wahlkampf derzeit unfair und zu polemisch geführt werde - den Hauptgrund dafür sehen beide in der Kampagne der SVP. Christian Wasserfallen sagte, «der Personenkult um Herrn B. stört mich enorm und ist sehr unschweizerisch.» Und Pascale Bruderer buchstabierte den Sachverhalt aus: «Im Dezember werde ich nicht für einen Bundesrat Blocher stimmen.»


Lesen Sie mehr:
Das ganze eTalk-Protokoll

Wahlen 2011 aktuell