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07. August 2017 11:32; Akt: 07.08.2017 12:19 Print

Gamer sind heute Profisportler

eSports (electronic Sports) gehört heute zu den heissesten Trends, einige Profi-Gamer sind unterdessen Millionäre. Sogar Fussballclubs investieren in eSport-Teams.

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Riesige Hallen, gefüllt mit zehntausenden Zuschauern. Vor den Fernsehern und Computern Hunderttausende, die ebenfalls gebannt zuschauen. Kommentatoren, die aufgeregt das Geschehen auf dem Spielfeld begleiten. Fans, die frenetisch ihre Helden anfeuern. Schliesslich die Gewinner, die nach dem Sieg einer Meisterschaft bisweilen mehrere Millionen US-Dollars nach Hause tragen.

Was vor zwanzig Jahren noch undenkbar war, ist derzeit einer der heissesten Trends der digitalen Welt und ein zunehmend lukratives Geschäft: Die Rede ist vom eSport (electronic Sport), dem professionellen Gamen auf dem Niveau von Hochleistungssportarten.

Seit der Entwicklung der ersten Videospiele in den frühen 1970er-Jahren spielten Gamer gegeneinander. Sie verbanden ihre Computer, trafen sich zu sogenannten LAN-Partys und zockten meistens die ganze Nacht durch. 1972 fand in Kalifornien das erste Game-Turnier statt – das Preisgeld: ein Jahresabonnement für das Rolling-Stone-Magazin.



Die eSports-Events füllen inzwischen ganze Hallen: ESL 2017 in Köln. (Foto: Nhat-Ha Dao)

In den 1990er erschienen erste internetfähige Games wie «Counter Strike» und «Warcraft» und läuteten den Aufstieg von eSports-Turnieren ein; noch aber galten die Wettbewerbe als Treffen etwas seltsamer Typen.

Heute gibt es hohe Preisgelder zu gewinnen

Dann kamen die Nullerjahre des aktuellen Jahrhunderts. Die Internetverbindungen wurden schneller, die Multiplayer-Modi der neusten Games generierten eingeschworene Gemeinschaften, die sich in ausgewachsenen Online-Wettkämpfen massen. Meisterschaften wie die World Cyber Games (WCG) und der Electronic Sports World Cup (ESWC) entstanden, die Preisgelder stiegen in Sphären von mehreren hunderttausend Dollars.

Vor allem Südkorea wirkte als treibende Kraft: In den Internetcafés des Landes formten sich erste professionelle Teams und bald galt eSport als Nationalsport mit Fernsehübertragungen zur besten Sendezeit und Millionen von Zuschauern.



Die Partien werden auf Grossbildschirmen übertragen: ESL 2017 in Köln. (Foto: Nhat-Ha Dao)

Unterdessen hat der eSport-Hype die ganze Welt ergriffen – inklusive der Schweiz. Kein Wunder: die besten eSportler der Welt sind bereits Multimillionäre – im elektronischen Sport steckt ein riesiges Geschäft. Das Marktforschungsinstitut Newzoo schätzte den globalen Ertrag 2016 auf 463 Millionen US-Dollar.

Grosse Gamepublisher wie Blizzard gründen ihre eigenen Teams mit garantierten Mindesteinkommen. Einfach Games zu zocken, reicht fürs Mithalten bei den Profis aber nicht: Pro-Gamer trainieren täglich mehrere Stunden.

Fussballclubs entdecken eSportler

Auch in der Schweiz ist das Potenzial entdeckt worden. Die Telekommunikationsanbieterin UPC hat 2016 mit eSports.ch eine Plattform rund um den Schweizer eSports lanciert und prüft, so wie auch die Swisscom, ein eSports-Format für das eigene TV-Programm.

Gleichzeitig professionalisieren grosse Schweizer Communitys ihre Strukturen und bauen On- und Offline-Events auf und aus. So messen sie sich etwa am EEvent in Burgdorf (11. bis 13. August) 380 Spieler oder im Rahmen der grössten Schweizer LAN-Party – der SwitzerLAN in Bern (12. bis 15. Oktober) fast 1500 Gamer.

Im Teilnehmer-Feld dürfte man auch ein paar Fussballtrikots entdecken. Klubs wie der FC Basel, der FC St. Gallen oder Lausanne-Sport haben ihre eigenen eSports-Teams inklusive Vermarktung gegründet.

(CP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • J. Goethe am 07.08.2017 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Frage der Zeit

    Die Entwicklung in den letzten Zeit liess bereits erahnen, dass es kommen wird. Nun ist es endlich soweit. Ich persönlich als Gamer finde die Entwicklung spannend. Wieso eigentlich nicht? So können auch Menschen einen Profisport ausüben die körperlich in einer physischen Sportart nicht mitmischen könnten. Finde ich super! Freue mich auf alles was noch kommt :)

  • D. H. am 07.08.2017 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Virtuelles Schach

    Ich habe auch schon meine eigene kleine "Karriere" hinter mir. Mit LoL, CSGO und Dota. Manche können (und manche wollen) es nicht glauben aber die Konzentration über mindestens 45 Minuten hochzuhalten ist enorm schwierig. Man kann eSports vergleichen mit Schach. Können und Strategie entscheidet über Sieg und Niederlage.

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  • Churer am 07.08.2017 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ironie

    Wie jeder der nur ansatzweise gamed weiss ist Maus und Tastatur besser und präziser. Das Titelbild ist Ironie pur.. kein Profi würde mit Kontroller am PC spielen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vito Parcours am 08.08.2017 18:40 Report Diesen Beitrag melden

    Nööö.. eher nicht..

    sicher.. konzentration, reaktion, planung, strategie.. all das ist unabdingbar für diese gamer.. aber mit SPORT.. hat das genausowenig zu tun wie hallen-schach oder nacht-halma.. sorry für mich gehört zu einem sport ein mindestmass an körperlicher betätigung - und damit meine ich nicht den griff zum pappbecher oder zur pizza-schachtel.

    • marcel koll am 08.08.2017 20:53 Report Diesen Beitrag melden

      @vito Parcours

      es heisst ja aber auch nicht Sport sondern E-Sport

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  • marcel koll am 08.08.2017 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Immer dieses Geld

    Dann wird es aber höchste Zeit dass das ganze mal genauer unter die Lupe genommen wird. Bei solchen Beträgen wird genau so betrogen wie im Sport. Ich verfolge Dota E-sport seit es Dota gibt. Da geht nie und nimmer alles mit rechten Dingen zu

  • Muetr am 07.08.2017 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    besorgte Muetr fragt:

    Sind die jetzt nicht alle gamesüchtig? ;-)

    • DoVaKhin am 07.08.2017 13:46 Report Diesen Beitrag melden

      Gamesüchtig?

      Nach Ihrer Frage sollten dann Profi - Fussballer Fussballsüchtig und Roger Federer Tennis süchtig sein.

    • Heiri am 08.08.2017 10:49 Report Diesen Beitrag melden

      Naja...

      Das ist ein Sport wie jeder andere auch. Wer kompetitiv sein will, muss trainieren. Gerade in Südkorea nimmt das ganze oftmals ungesunde Ausmasse an. 16 Stunden am Tag sind keine Seltenheit. Inwiefern das jetzt schlimmer sein soll als das was wir zum Beispiel dem Nachwuchs im Radrennsport oder in der Leichtatlethik antun muss jeder für sich selbst entscheiden...

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  • Ralph am 07.08.2017 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Recherche?

    Aktuell läuft gerade ein solches Turnier. 24 Millionen werden Verteilt. Erstplatzierter bekommt 10.5 Mio (durch 5 Spieler und evtl Organisation). Das hätte man doch reinpacken können? ;)

  • SinShin am 07.08.2017 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habs schon immer gesagt :)

    "eSport wird in der Zukunft mehr Zuschauer erlangen als Fussball ist das gleiche wie: "In der Zukunft haben wir Computer in der Hosentasche und brauchen keine Tasten um diese zu bedienen!" Wollte auch keiner glauben. Wartet's ab, ob ihr wollt oder nicht, der Wandel ist schon längst im Gange! :-)

    • Teemo am 07.08.2017 17:17 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht nur

      Wieso das ist keine Wahrsagung, übertrifft ja schon NHL / NBA / MBL Finale um einiges (Lol-Worlds und regionale final spiele)

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