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27. September 2017 12:55; Akt: 17.10.2017 14:37 Print

So wohnen wir morgen

4,5-Zimmer für die vierköpfige Familie: Noch orientieren sich unsere Wohnungen am konventionellen Familienbild. Doch das dürfte sich bald ändern.

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Das Kinderzimmer für die Kinder, das Schlafzimmer für die Eltern und das Wohnzimmer für die Familie, beispielsweise um gemeinsam TV zu schauen. Ein Grossteil der Wohnungen orientiert sich am Familienbild des letzten Jahrtausends. Inzwischen hat sich aber einiges getan. Der gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Wandel dringt bis in unsere Stuben und verändert die Anforderungen an unsere Wohnstrukturen.

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Was läuft in Ihrem Wohnzimmer?

Individualisierung

Bereits jetzt ist eine Vielfalt von Lebensstilen und Familienmodellen jenseits alter Konventionen zu beobachten. Die Kernfamilie gibt es zwar nach wie vor, aber Trennungen und Neuanfänge führen dazu, dass man auch mal alleine wohnt, in einer Wohngemeinschaft, mit einem Lebensabschnittpartner zusammen, mit oder ohne Kinder oder in einer Patchwork-Familie. Dass so viele verschiedene Haushalttypen nicht in denselben Wohnungstypus passen, liegt auf der Hand. Kommt dazu dass die Grenzen zwischen Wohnen und Arbeiten bzw. Beruf und Freizeit, Familie und Freunde weiter verschwimmen und sich auch in der Gestaltung unsers Wohnumfelds niederschlagen.

Urbanisierung

2007 lebten zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit weltweit mehr Leute in städtischen Gebieten als auf dem Land. Die urbane Umgebung mit kurzen Wegen und einem reichhaltigen Job-, Kultur-, Konsum- und Dienstleistungsangebot erachtet ein Grossteil der Menschen für besonders attraktiv. Als Folge dieser Entwicklung wachsen die Städte stetig. Der Platz, der jedem von uns zum Wohnen zur Verfügung steht, wird immer kleiner.

Lebensstil

Bereits heute legen die meisten Menschen Wert darauf, dass ihr Wohnstil ihrem Lebensstil entspricht. Dies bezieht sich nicht nur auf die Inneneinrichtung, sondern auch auf den Standort und die Art der Wohnung bzw. die architektonische Gestaltung.

Digitalisierung

Die Digitalisierung ist schon in vielen Lebensbereichen Realität und erfasst inzwischen auch das Bauen und Wohnen. Gut vernetzt wird unser Zuhause in Zukunft neu organisiert, gesteuert und kontrolliert. «Smart Homes», also intelligent gesteuerte Wohnungen und Häuser, versprechen mehr Komfort und Sicherheit. Das Smartphone steuert zum Beispiel elektrische Geräte wie Backofen, Kaffeemaschine oder Leuchten. Aber auch die Heizung oder die Rollläden können so reguliert werden. Und natürlich macht auch die Unterhaltungselektronik mit ausgeklügelten Sound- und Bildsystemen einen grossen Schritt nach vorn.

Neue Strukturen gefragt

Gesellschaftliche Trends und technologischer Fortschritt fordern neue Strukturen in unseren Wohnräumen. Es braucht keine klare Vorgabe mehr, welcher Raum wozu genutzt wird. Das entscheidet jeder selbst. Zukunftsforscher gehen davon aus, dass Wohnzimmer, Esszimmer, Kinderzimmer oder Arbeitszimmer durch Raumzonen abgelöst werden. Herzstück bleibt aber in jedem Fall ein individuell gestaltbarer Raum und Ort des gemütlichen Beisammenseins, also das Wohnzimmer. Dies hat eine forsa-Studie im Auftrag von Ikea ergeben. Das erfordert allerdings auch Platz – und der wird immer knapper. Zur Diskussion stehen deshalb kollektive Wohnkonzepte. Im so genannten Co-Housing werden Gemeinschaftsräume geteilt. So empfängt man beispielsweise seine Gäste in einem Social Hub, den auch die anderen Hausbewohner nutzen können. Diese Sharing-Mentalität mag bei Autos funktionieren. Bei den Wohnräumen hält sich die Begeisterung in engen Grenzen. 92 Prozent der Befragten können sich laut obiger Erhebung das Teilen eines gemeinschaftlichen Wohnzimmers mit Nachbarn in einem Wohngebäude eher nicht bis überhaupt nicht vorstellen. Es bleibt also nichts anderes übrig, als den Platz, der immer weniger wird, kreativer zu nutzen. Clevere Möbel mit mehreren Funktionen sowie modulare Systeme können für jede Situation und jeden Lebensstil eine Lösung bieten. Hier sind Designer gefragt, gleichzeitig müssen aber auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Räume umdenken lernen.

Fazit

Für jede Tätigkeit ein eigenes Zimmer? Damit ist vielleicht bald Schluss, denn ein Raum soll sich idealerweise schnell und mühelos in die Umgebung verwandeln, die wir in bestimmten Lebens- oder Alltagssituationen gerade benötigen. Gut möglich, dass die herkömmliche Polstergruppe vor dem TV bald einer Möblierung weicht, die jeder Alltagssituation gerecht wird und so spannende neue Möglichkeiten für Wohnen und Leben in Zukunft erschliesst.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stan Nople am 26.09.2017 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke

    Ich möchte weder in der Küche wohnen noch im Wohnzimmer kochen.

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  • Erich Ed. Müller am 26.09.2017 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gefragt?

    Werden wir gefragt, ob wir das wollen? Nein! Eine Protestbewegung ist angesagt. Man soll endelich auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen und ihnen nicht ständige etwas aufzwingen wollen!

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  • Mann oh Mann am 26.09.2017 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Bild 5 jeder für sich

    Bild 5 ist schon heute - jeder mit seinem Tablett, aber zusammen reden müssen sie nicht mehr, und schreiben können sie nur noch per Handy, mit der Hand geht das auch nicht mehr, genau so wie rechnen :-) Warum nicht einen grossen Bildschirm, auf welchem man sich die Sätze einblenden kann, die man sich sagen will, so muss keiner mehr den Mund aufmachen - toll, oder?? Braucht's noch ein Bett oder macht sich's jeder für sich??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • gstar am 28.09.2017 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    mal schauen

    Sorry selbst das mit den Raumzonen glaub ich nicht, dass sich sowas durchsetzt. Jeder Mensch, das ist schon seit Jahrhunderten so und wird auch so bleiben, braucht die Möglichkeit sich mal zurückzuziehen. Gerade bei Familien die in engen Wohnverhältnissen wohnen merkt man, dass ihnen dies zu schaffen macht. Auch wenn man Kinder hat, haben die Eltern trotzdem vielleicht nebenbei noch ein Hobby wo man mal 2-3 Stunden die Woche investieren möchte und Ruhe haben will. Meine Kinder spielen im Kinderzimmer und nicht in meinem Kinoraum. Und essen tun wir gemeinsam am Tisch, nicht im Badezimmer.

  • Zack am 28.09.2017 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Nein danke mag dieses alles zusammen gar nicht!

  • Wulline am 28.09.2017 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag den alten Stil

    Ich mag keine offene Wohnungen, wo alles nach dem Essen stinkt, das ich in der offenen Küche koche. Darum wohne ich immer in Altbauwohnungen, ich mag den alten Stil.

  • pappa swappa am 28.09.2017 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    eigene erfahrungen statt vorurteile

    ich habe das vergnügen im hunzikerareal/ mehr als wohnen zu leben. die wohnungen haben sehr gute grundrisse, im alltag merkt man, wie viel erfahrungen eingeflossen sind. zudem sind die zusätzlichen angebote wie restaurants, gästehaus, co-workingplace, konferenzräume, werksatt, sauna, indoorspielplatz usw. eine enorme aufwertung - lass dir die wohnung putzen und die kleider waschen - schon bist du im 5-sterne-resort - zum genossenschaftspreis.

  • N.Schelm am 28.09.2017 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Familiennachzug

    Mit dem ganzen Familiennachzug aus Afrika leben dann plötzlich 10 Leute in 2 Zimmern.