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10. April 2018 14:36; Akt: 12.04.2018 09:40 Print

Frauen reden über Tabuthemen

Welches Tabuthema beschäftigt Frauen am meisten? Die Antworten darauf sind vielfältig, berührend und unerwartet.

Diese Frauen verraten uns, über welche Tabuthemen man reden sollte. Teil 2 von 4.
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«Grosse Wellen würden losgetreten», sagt die 57-jährige Christine aus Liechtenstein, «wenn die Menschheit das Schweigen durchbrechen würde.» Das Schweigen meint nicht nur das Ignorieren bestimmter Themen, sondern auch das taktvolle Umgehen unter Freunden. Würde man über Tabuthemen offen kommunizieren, würde die Welt anders aussehen, darin sind sich die Frauen in unserem Video einig.

Doch welches sind die Begriffe, die man hemmungsloser in den Mund nehmen sollte, und warum sollte man sie thematisieren? Auf diese Frage hat jede der Damen anders geantwortet. Traurig stimmende Themen wie Gewalt, Rassismus und Tod wurden genannt, aber positive wie Gefühle, Sexualität, Intimität oder Anderssein behielten die Oberhand. Darüber redeten die Menschen nicht aus «Unwissen», wegen «Hemmungen» oder «Angst vor dem Befremdlichen», erklären die Frauen.

Tabus könnten abgeschafft werden

Das könnte man doch eigentlich ändern. Man könnte sich beispielsweise in der Kantine über Gefühle unterhalten, beim Feierabendbier auch einmal über erlebte Gewalt diskutieren oder über den Umgang mit dem Tod. Statt sich beim Sonntagsbrunch wegen des Small Talks zu langweilen, könnte man über Sex, Intimität und Gefühle reden. Die Damen von «Sex and the City» beispielsweise haben es mit ebendiesen Gesprächsthemen auf die Bildschirme unserer Fernseher und in so manches Herz geschafft.

Im gepflegten, überkorrekt angefärbten Umgang des Freundeskreises hingegen ist der Austausch über solche Themen nicht so selbstverständlich. Man zeigt gerne, was man kann. Versucht, sicher zu wirken, sicher zu bleiben und vor allem: das Gesicht zu wahren. Die 40-jährige Christine aus unserem Video sagt, mehr Offenheit würde «zu intensiveren Beziehungen» führen, und spricht einem damit aus dem Herzen. Intensivere Beziehungen, interessantere Gespräche, ehrlichere Dialoge und vermutlich lustigere Abende wären die Folge. Statt vor dem Fernseher zu sitzen und mit Sitcom-Stars über ihre Unsicherheiten und Peinlichkeiten zu lachen, könnte man einander gegenübersitzen und über sich selbst lachen. Ganz nach dem Motto «Stell dir vor, es gibt ein Tabu und alle reden darüber».

Was wie eine Utopie klingt, muss aber keine sein. Die Enthüllungsbewegung #metoo im letzten Jahr war ein Anfang, mit einem leider allzu altbekannten Tabuthema zu brechen. Dass die Bereitschaft, über solche Tabus zu sprechen, jedoch nicht im Sand verläuft, liegt an uns allen – und dafür braucht es, wie bereits erwähnt, nicht nur das Wahrhabenwollen gewisser Tabus, sondern auch das Konfrontieren mit denselben. Und das kann durchaus auch Freude bereiten, wie unsere vierzehn Frauen feststellten.

«Man fühlte sich ein wenig ausgestellt vor der Kamera», sagte eine der Damen nach dem Interview, «aber die Fragen waren so spannend, dass man das ziemlich schnell vergass.» Was diese Frauen im Scheinwerferlicht schafften, das sollte für die anderen im trauten Rahmen noch viel weniger ein Problem sein.

Was ist eurer Meinung nach das grösste Tabuthema? Schreibt es in das Kommentarfeld. Wir wünschen viel Vergnügen beim Diskutieren.

Diesen Beitrag hat Commercial Publishing Tamedia in Zusammenarbeit mit der Dr. Wolff Gruppe erstellt.

Hier gehts zum ersten Teil.

(CP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • reden und dann sexismus schreien am 09.04.2018 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    ok, reden wir darüber....

    Wieso haben Frauen einen ständigen Konkurrenzkampf untereinander? Und wieso muss sich Frau gegenüber Mann ständig bestätigen? Na, hats geklingelt? Schätze nicht!

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  • Männlein am 09.04.2018 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Beide Seiten ernst nehmen!

    Nun gilt es aber auch, dass Tabuthemen der "Männerseite" angehört und vor allem ernst genommen werden.

  • flower fleiv am 09.04.2018 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Leistungsdruck

    Der Leistungsdruck in der Schweiz macht viele kaputt, darüber zu reden und ihm entgegenzuwirken würde viele Menschen glücklicher machen und einige Leben retten. Jedoch ist der Leistungsdruck in dem System indem wir leben ein Muss, doch es wäre schön wenn er sich in massen halten würde. Vorallem bei den Kindern...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Toni Montana am 11.04.2018 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht über alles reden...

    Tabuthemen sind wichtig.Man muss nicht über alles reden.Kann langweilig werden wenn man alles weiss.Und wenn Kinder fragen:Du Papi warum hat Valentin zwei Väter/Mütter stehen sie doch schon unter Schock!

  • Dan y el am 11.04.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Besinnen und Sprechen

    Ueber unser Konsumverhalten zu sprechen. Ueber die Wahren Probleme unserer Gesellschaft zu sprechen. Ueber unseren Egoismus zu sprechen. Ueber unsere Verfehlungen zu sprechen. Ueber Gott zu sprechen .. .

  • NaKa am 11.04.2018 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Unfruchtbarkeit

    Das Umfeld geht automatisch davon aus, dass man Kinder bekommen kann. Dass der Grund für keine Kinder aber vielleicht nicht andere Lebenspläne sondern Unfruchtbarkeit ist, kommt ihnen nicht in den Sin... Und dem Umfeld sagen, dass man unfruchtbar ist - auch nicht so einfach.

  • Helen Schneider am 11.04.2018 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Psychische Erkrankung

    Man müsste mehr über psychische Erkrankungen sprechen. Da sind die Stigmas noch sehr, sehr hoch.

    • Christian am 11.04.2018 18:34 Report Diesen Beitrag melden

      @Helen Schneider

      Wie recht das sie haben viele Probleme in der Schweiz sind nicht heilbar nur weil die Gesellschaft nicht helfen möchte. Ich und meine Familie sind an unseren Grenzen angekommen, wir haben einen Erwachsenen Sohn zu Hause der nicht in der Lage ist sich selbstständig im leben zurecht zu finden. Durch Drogen ist er in eine ganz klare Psychische Krankheit gekommen die ihn steuern. Nun weder der Arzt noch die wechselnde Psychiater helfen keiner will den Schritt der Zwangseinweisung vornehmen. Wir können nicht da er schon als Erwachsen gilt. Unfähig ein Job auszuüben und Gewalttätig unter entzug.

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  • Baba am 11.04.2018 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kindstod

    Kindstod in oder kurz nach der Schwangerschaft hab ich selbst erlebt und weil ich mein Kind nicht totschweigen wollte auch immer davon erzählt wenn jemand fragte ob ich Kinder habe. Plötzlich haben mir Leute von fehlgeburten usw erzählt die das noch nie erwähnt haben. Viele Frauen schämen sich. Und die Gesellschaft will auch nix von toten Babys hören, lieber in der schönen heilen Welt bleiben...