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08. Februar 2018 07:22; Akt: 13.02.2018 11:46 Print

Nachts ist die Monstermaschine am Werk

Nicht alle schlafen, wenn es dunkel ist. Manche treiben dann ihr Unwesen oder verwandeln sich in Helden der Nacht. Auch unser Skilehrer gehört dazu.

Vom Eisfeld in die Monstermaschine: Der Skilehrer ist überall dabei.
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Nachts schlafen alle, nachts sind doch die Lichter aus – vor allem in einem Berggebiet wie Grindelwald. Könnte man denken. Das stimmt aber nicht. Denn damit die weisse Bergwelt mit all ihren Pisten, Hügelchen und frei gepflügten Pfaden am Morgen so aussieht, wie wir sie kennen, passiert während der Nacht so einiges.

Helden der Nacht

Die wohl berühmtesten Nachtwesen sind die Pistenbullyfahrer. Wenn der Tag sich langsam dem Ende zuneigt, treffen sich die «Helden der Nacht», wie sie sich selbst in einer Facebook-Gruppe nennen, zum Kaffee, bevor sie an die Arbeit gehen. Sobald der letzte Skifahrer den Talboden erreicht hat, gehört die Piste ganz ihnen, bis sie wieder wie frisch poliert daliegt. Der Pistenbullyfahrer Pascal Hallauer (25) beschreibt diesen Augenblick als «di grossi Rueh ufem Bärg».

Kein Ferienjob

Während die Skifahrer sich zum Après-Ski im Dorf in den kleinen Bars versammeln, fahren die Bullys weit oben auf dem Berg durch den Sonnenuntergang und graben sich mit ihren Stahlwalzen in den weichen Schnee. Pistenbullyfahren ist aber kein Ferienjob. Es setzt eine Ausbildung voraus, in der sich die Fahrer einerseits mit den Bergen und den Witterungen vertraut machen, andererseits aber auch mit dem monsterähnlichen Gefährt, dem Pistenpräparator. Für Hallauer war dies ein «Buebetraum», den er wahr gemacht hat. Seither haben sich in seiner Wohnung allerhand Objekte seiner Passion angesammelt, sogar ein Stuhl mit einem eingravierten Pistenbully.

Explosionen auf dem Berg

Aber die Pistenpräparatoren sind nicht die Einzigen, die sich an die Arbeit machen, während die Gäste einer Skiregion sich zum Abendessen versammeln oder noch tief schlafend in den Daunen liegen. Auch die Lawinensprenger begeben sich am frühen Morgen, wenn es noch dunkel ist, auf den Berg, um mit Sprengstoff Lawinen auszulösen und die Pisten oder Wanderwege zu sichern. Manchmal bringt sie der Helikopter auf den Berg. Seilbahnen und Skilifte werden aber viel öfter genutzt. Von dieser Arbeit bekommen die Gäste bei Sonnenaufgang höchstens ein dumpfes Grollen aus der Bergwand mit.

Präpariert wird nicht nur in der Höhe

Es gibt aber noch weitere Helden der Nacht: Beispielsweise die Schneepflugfahrer, die den frisch gefallenen Schnee vor Sonnenaufgang von der Strasse räumen, damit alle Gäste bequem mit dem Auto bis zu ihrem Chalet fahren können. Und natürlich der Eismeister, der das Eisfeld von frisch gefallenem Schnee oder Regenspuren befreit und es anschliessend wieder glatt poliert, sodass alle Eisprinzen und -prinzessinnen jeden Morgen eine spiegelglatte Fläche zum Schlittschuhlaufen vorfinden.

Heinzelmännchen am Werk

In den Skiregionen wird während der Nacht- und frühen Morgenstunden so fleissig gearbeitet, dass man fast meinen könnte, sich in einem Wintermärchen mit Heinzelmännchen zu befinden. Das macht direkt Lust hinzufahren – und sei es nur, um morgens um zehn einen Kaffee zu schlürfen und dabei die perfekt präparierte Welt aus makellosem Weiss zu betrachten.

Hier geht es zur ersten Episode unserer Webserie «Der Skilehrer».

(CP)