Mohammed-Zeichnung

10. März 2010 13:39; Akt: 10.03.2010 14:44 Print

«Jihad Jane» wollte Karikaturist töten«Jihad Jane» wollte Karikaturist töten

In Irland sind sieben Personen wegen Mordplänen gegen einen schwedischen Mohammed-Zeichner festgenommen worden. Auch die in den USA verhaftete, unter dem Pseudonym «Jihad Jane» bekannte Frau wollte ihn umbringen.

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Lars Vilks am Mittwoch nach einem Auftritt im schwedischen Fernsehen. (Bild: Reuters/Bertil Ericson/Scanpix)

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Colleen LaRose, die sich selbst in einem Video auf YouTube «JihadJane» nannte und auch unter dem Namen «Fatima LaRose» bekannt ist, soll den schwedischen Künstler Lars Vilks ausspioniert haben, wie das US-Justizministerium mitteilte. Die Festnahme war bereits im vergangenen Oktober erfolgt. Für den Mord habe die 1963 geborene Frau einen «direkten Befehl» erhalten haben, hiess es in der Mitteilung der US-Behörden.

LaRose sei daraufhin nach Europa gereist und habe das potenzielle Opfer über das Internet ausgekundschaftet, «mit dem Ziel, die Aufgabe zu Ende zu bringen.» Der Festgenommenen wird zudem vorgeworfen, im Internet Männer für Terroranschläge in Europa und Südasien angeworben zu haben. Im Fall ihrer Verurteilung droht «Jihad Jane» lebenslange Haft.

Mohammed-Kopf auf Hundekörper

Am Dienstag hatte die Polizei auch in Irland die Festnahme von vier Männern und drei Frauen wegen eines Mordplanes gegen Lars Vilks bekanntgegeben. Sie stammen nach Informationen aus Ermittlerkreisen unter anderem aus dem Jemen und Marokko und lebten legal in Irland. Nach der Aufdeckung des Mordkomplotts haben drei schwedische Zeitungen Vilks umstrittene, erstmals im August 2007 veröffentlichte Mohammed-Zeichnung nachgedruckt.

Das Bild, das den Kopf des Propheten auf dem Körper eines Hundes zeigt, erschien am Mittwoch in den Blättern «Sydsvenska Dagbladet», «Dagens Nyheter» und «Expressen». Das Terrornetzwerk Al Kaida setzte eine Prämie von 100 000 Dollar auf die Ermordung des Karikaturisten aus. Vilks hatte nach eigenen Angaben im Januar zwei telefonische Todesdrohungen erhalten. Er sagte im Radio, er lasse sich nicht einschüchtern. Er will in seinem Haus in Südschweden mit allgemein bekannter Adresse wohnen bleiben.

Parallelen zum Fall Westergaard

Der dänische Zeichner Kurt Westergaard war kurz nach dem Jahreswechsel nur knapp einem Mordanschlag in seinem Haus in Århus entgangen. Westergaard steht seit den Protesten in der islamischen Welt gegen seine Karikatur von Mohammed als Terrorist unter Polizeischutz. Sie wurde 2005 von der Zeitung «Jyllands-Posten» zusammen mit elf weiteren Zeichnungen veröffentlicht.

(pbl/sda/dapd)