Präsidentenamt

23. August 2010 06:41; Akt: 23.08.2010 10:57 Print

Wyclef Jean gibt nicht aufWyclef Jean gibt nicht auf

Wyclef Jean will weiter Präsident von Haiti werden. Er legt Beschwerde gegen den Entscheid der Wahlkommission ein, ihn von der Wahl im November auszuschliessen.

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Wyclef Jean (m.) ist derzeit ein gefragter Mann bei den Journalisten. (Bild: AFP)

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Ein Anwalt des ehemaligen Frontmanns der Hip-Hop-Band Fugees soll am heutigen Montag bei Gericht Beschwerde gegen den Entscheid einlegen. Die Unterlagen seien alle in Ordnung. Er und seine Helfer seien überzeugt, dass sein Ausschluss politisch motiviert sei, sagte Jean am Sonntag der Nachrichtenagentur AP. Das sei haitianische Politik.

Sorgen über gewaltsame Reaktionen der Anhänger Jeans bewahrheiteten sich zunächst nicht. Der Sänger hatte seine Fans aufgerufen, sich ruhig zu verhalten. Über das Wochenende gab es im Zusammenhang mit der Wahl keine grösseren Protestaktionen oder Gewaltausbrüche. Es kursierten aber Gerüchte, dass für (den heutigen) Montag eine grössere Protestkundgebung geplant ist.

Beschluss ohne Begründung

Die Wahlkommission in Port-au-Prince hatte neben dem Musiker auch noch 14 weitere Bewerber abgelehnt, 19 Kandidaten wurden für die Abstimmung am 28. November registriert. Eine Begründung für die Disqualifizierung Jeans wurde am Freitag (Ortszeit) nicht bekanntgegeben.

Die haitianische Verfassung sieht allerdings vor, dass Präsidentschaftskandidaten vor der Wahl fünf Jahre lang in Haiti gelebt haben müssen. Der heute 40-jährige Jean wurde in einem Aussenbezirk von Port-au-Prince geboren, lebt aber seit seinem neunten Lebensjahr in den USA. Er vertrat jedoch die Auffassung, seine Ernennung zum Ehrenbotschafter Haitis im Jahr 2007 qualifiziere ihn für die Präsidentschaftskandidatur.

Bereits vor fünf Jahren hatte Jean in Haiti die Wohltätigkeitsorganisation Yéle gegründet. Anfang dieses Jahres wurde allerdings bekannt, dass der Sänger von der Yéle-Haiti-Stiftung für Auftritte bei Wohltätigkeitsveranstaltungen bezahlt wurde, was ihm scharfe Kritik eintrug. Zu Beginn dieser Woche berichtete Jean, er habe Morddrohungen erhalten und sei aufgefordert worden, das Land zu verlassen.

(dapd)