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Pakistan
06. September 2010 06:45; Akt: 06.09.2010 15:35 Print
Auto rammt Polizeistation - viele tote Kinder
Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeiwache im Nordwesten Pakistans sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sind neun Polizisten und vier Schulkinder.

Verletzte nach dem Anschlag im Nordwesten Pakistans. (Bild: Keystone/AP)
Der Selbstmordattentäter fuhr sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug gegen die Rückseite einer Polizeiwache in Lakki Marwat in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Mindestens 45 weitere Menschen seien bei dem Attentat verletzt worden, sagte der örtliche Polizeichef Gul Wali Khan.
Infografik Timeline PakistanDie vier Kinder starben, als sie in der Nähe der Anschlagsstelle auf ihren Schulbus warteten. Der Attentäter habe mit seinem Fahrzeug bewusst die Rückseite der Polizeiwache gerammt, da das Gebäude an den anderen Seiten mit Sandsäcken gesichert gewesen sei.
Ein Polizeibeamter berichtete, während der Tat hätten sich in der Wache 45 Beamte aufgehalten. Das Gebäude sei «vollkommen zerstört». Das pakistanische Fernsehen strahlte Bilder aus, auf denen auch ramponierte Geschäfte und eine beschädigte Moschee zu sehen waren.
Zu dem Anschlag bekannte sich niemand. Ähnliche Selbstmordattentate wurden in der Vergangenheit aber der pakistanischen Taliban-Organisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) zugeschrieben.
Anschlagsserie
Der Informationsminister der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, Mian Iftikhar Hussain, warnte vor weiteren Anschlägen. «Die Terroristen gruppieren sich neu», sagte er und forderte ein hartes Vorgehen gegen die Aufständischen.
Die Provinz Khyber Pakhtunkhwa grenzt an die pakistanischen Stammesgebiete, die eine Hochburg der radikalislamischen Taliban sind.
In Pakistan werden regelmässig Anschläge verübt, in den vergangenen drei Jahren kamen dabei mehr als 3700 Menschen ums Leben. Alleine in der vergangenen Woche starben mindestens 110 Menschen bei Attacken der Aufständischen.
Mit der Häufung an Anschlägen wollen die Militanten die Regierung, welche schon mit der Flutkatastrophe stark beschäftigt ist, offenbar weiter unter Druck setzen.
(sda)


























