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Grenzziehung klären
20. Dezember 2009 13:38; Akt: 20.12.2009 18:01 Print
Iraner ziehen von irakischem Ölfeld ab
Nach dem Abzug iranischer Soldaten von einer Ölquelle im irakischen Grenzgebiet ist der Irak wieder der Herr über das umstrittene Fördergebiet. Die beiden Länder wollen nun die Grenzziehung klären.

Noch am Samstag wehte eine iranische Fahne (Mitte links) über dem Ölfeld Fakka im irakisch-iranischen Grenzgebeit. (Bild: Reuters)
Elf Arbeiter kehrten am Sonntag nach irakischen Angaben unter Militärschutz auf das Ölfeld Al Fakkah in der Provinz Maisan zurück, das iranische Truppen am Donnerstag besetzt hatten. Die Iraker hissten ihre Landesfahne. Ein halbes Dutzend iranischer Soldaten verfolgte das Geschehen von einem nahe gelegenen Hügel aus, 50 weitere waren ganz in der Nähe in Stellung.
Am 8. Dezember 2009 zeigten irakische Arbeiter das Fakka-Ölfeld, für das internationale Konzerne um Förderlizenzen bieten konnten.(Bild: Reuters)
Al Fakkah ist eines der grössten Ölfelder in der Region, seine Reserven werden auf 1,5 Milliarden Barrel geschätzt. Es liegt rund 320 Kilometer südöstlich von Bagdad nahe der Grenze zum Iran und kann von beiden Staaten ausgebeutet werden. Die Berichte über die iranische Besetzung trieben am Freitag die Ölpreise nach oben und belasteten die Börsen.
Grenzziehung klären
Der Zwischenfall unterstreicht nach Ansicht der Regierung in Bagdad die Notwendigkeit einer eindeutigen Grenzfestlegung. In einem Telefonat am Samstagabend berieten zudem die Aussenminister der beiden Länder über den Konflikt. Staatlichen iranischen Medien zufolge tauschten sie sich über ein «Missverständnis zwischen den Grenztruppen» beider Länder aus.
Beide Seiten hätten sich für ein Treffen hochrangiger Vertreter ausgesprochen, bei dem die Durchsetzung der bilateralen Grenzabkommen sichergestellt werden. Der Irak und der Iran fochten von 1980 bis 1988 einen erbitterten Krieg aus.
Milliardenschwerer Ölvertrag mit Shell
Unterdessen hat die irakische Regierung einen Vertrag mit einem Konsortium unter Führung des niederländischen Shell-Konzerns und der malaysischen Petronas über die Ausbeutung des Ölfelds Madschnun unterzeichnet. Das Feld in der Region Basra wird auf eine Kapazität von 12,5 Milliarden Barrel geschätzt. Es war die grösste Öllagerstätte, die vor gut einer Woche in der zweiten internationalen Auktion von Förderrechten in Irak versteigert wurde. Der Vertrag muss nun noch vom Parlament abgesegnet werden. Die Einnahmen aus den Ölförderlizenzen sollen wesentlich den Wideraufbau des Iraks finanzieren.
Die Konzerne mussten sich bereiterklären, einen auf 20 Jahre laufenden Servicevertrag mit dem Irak zu schliessen. Im Gegenzug erhalten sie einen bestimmten Betrag pro gefördertem Barrel Erdöl. Zu der für die Unternehmen weitaus lukrativeren Variante eines Beteiligungsvertrags war Bagdad nicht bereit. Auch die nach wie vor brisante Sicherheitslage im Irak hat die Versteigerung erschwert.
(rub/sda/dapd)

























