10. Dezember 2006 13:14; Akt: 10.12.2006 13:17 Print

Afghanistan: Taliban machen Jagd auf LehrerAfghanistan: Taliban machen Jagd auf Lehrer

Die islamisch-fundamentalistische Taliban-Miliz in Afghanistan verschärft ihre Terrorkampagne gegen alle Lehrer. Im Osten des Landes wurden bei einem Überfall zwei Lehrerinnen und drei Angehörige erschossen.

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Die beiden Schwestern erhielten vorher Todesdrohungen. Die Taliban hätten den Frauen in einem Brief geschrieben, dass sie ihren Beruf aufgeben müssten, sagte am Samstag der Direktor des Schulamtes der Provinz Kunar, Gulam Ullah Wekar.

Die Taliban beschlossen kürzlich bei einem Treffen ihrer Führung eine neue Liste mit 30 Regeln, die seitdem im Internet kursiert. Zwei dieser Punkte bedrohen alle Lehrer, «die unter dem gegenwärtigen Marionettenregime arbeiten, weil dies das System der Ungläubigen stärkt». Seit Beginn des Jahres wurden nach Angaben des Bildungsministeriums in Kabul 20 Lehrer bei Anschlägen getötet. Ausserdem wurden 198 Schulen niedergebrannt, ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor.

Unterdessen kündigte der Leiter der amerikanischen Drogenbehörde, John Walters, an, dass Mohnfelder in Afghanistan künftig mit dem Einsatz von Herbiziden vernichtet werden sollen. Die Regierung von Präsident Hamid Karsai habe dem zugestimmt, sagte Walters. In Afghanistan hat die Ernte von Schlafmohnkapseln, die als Ausgangsprodukt für die Herstellung von Opium und Heroin dienen, in diesem Jahr einen Rekordstand erreicht. Walters sagte: «Die Einnahmen aus der Opiumproduktion stärken den Aufstand und belasten die jungen politischen Institutionen Afghanistans mit der Geissel der Korruption.»

(dapd)