Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
«Völlig unverhältnismässig»
06. September 2010 10:37; Akt: 06.09.2010 10:57 Print
Strafe auf Bewährung für Walfleisch-Diebe
Zwei Greenpeace-Mitglieder sind in Japan wegen einer Aktion gegen den Walfang zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Für Greenpeace «vollkommen unverhältnismässig».

Wie Greenpeace mitteilte, wurden die Aktivisten Junichi Sato (rechts) und Toru Suzuki wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. (Bild: AFP)
Wie Greenpeace mitteilte, wurden die Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.
Die beiden hatten 2008 im nordjapanischen Aomori eine Kiste mit 23 Kilogramm Walfleisch aus dem Lagerraum eines Versandhauses gestohlen, anschliessend den Medien gezeigt und an die Behörden zurückgegeben.
Nach Darstellung von Greenpeace hatten die beiden nur Beweismittel sichergestellt, um einen Skandal um Unterschlagung und Privatverkauf von Walfleisch durch die Besatzung der Walfangflotte aufzudecken.
Die Anzeige von Greenpeace gegen die Crew-Mitglieder des Schiffs «Nisgin Maru» wurde von den japanischen Behörden nicht verfolgt. Stattdessen wurden Sato und Suzuki - auch bekannt als «Tokyo Two» - festgenommen und gemäss Greenpeace 26 Tage lang festgehalten. Eine UNO-Arbeitsgruppe habe festgestellt, dass die beiden unrechtmässig festgehalten worden seien.
Greenpeace kritisierte am Montag das Urteil als «vollkommen unverhältnismässig». Die Aktivisten hätten «im öffentlichen Interesse und nicht für den persönlichen Vorteil» gehandelt.
«Wissenschaftlicher» Walfang
Japan macht seit Ende des Zweiten Weltkriegs vor allem im Südpazifik Jagd auf Wale. Seit 1986 das internationale Walfangmoratorium in Kraft trat, betreibt Japan den Walfang nach eigener Darstellung bloss «zu wissenschaftlichen Zwecken».
Das ist die einzige Ausnahme, die das Moratorium zulässt. Auch, dass das Fleisch nach der «Untersuchung» zum Konsum freigegeben wird, stellt keinen Verstoss dar. Kritiker sehen in der Wissenschaft nur einen Vorwand.
Proteste in Bern
Greenpeace-Aktivistinnen und -aktivisten protestierten am Montag in rund 20 Ländern gegen das Urteil, wie Greenpeace in einer Mitteilung schrieb.
In Bern hätten zwölf Greenpeace-Mitglieder bei einer Mahnwache vor der japanischen Botschaft alle 15 Minuten einen Gong geschlagen. Dabei hätten sie auf einem Transparent darauf aufmerksam gemacht, dass Aktivismus nicht Kriminalität gleichzusetzen sei.
(sda)


























