04. Juni 2007 21:21; Akt: 04.06.2007 20:35 Print

Kirchenbau – kein leichtes UnterfangenKirchenbau – kein leichtes Unterfangen

Während bei uns Minarett-Debatten für Schlagzeilen sorgen, haben Christen in der arabischen Welt, die Kirchen bauen wollen, mit oft noch viel grösseren Problemen zu kämpfen.

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In Libanon, in Syrien und in Jordanien, wo arabische Katholiken, Protestanten und Orthodoxe leben, ist es relativ einfach, eine Bewilligung für den Bau einer Kirche zu erhalten. «Die Genehmigung wird genauso einfach erteilt wie für jedes andere Bauprojekt auch», erklärt der katholische Priester Assad Naif aus Damaskus.

Am schwierigsten ist die Lage in Saudi-Arabien, wo es keine einheimischen Christen gibt und der Bau von Kirchen verboten ist. Das saudische Herrscherhaus begründet dies mit seiner besonderen Verantwortung als «Hüter der heiligen Stätten des Islam in Mekka und Medina».

Nicht einfach haben es die koptischen Christen in Ägypten. Sie machen geschätzte 10 Prozent der Bevölkerung aus, sind genauso wie die muslimische Mehrheit des Landes Araber und nehmen für sich in Anspruch, die direkten Nachfahren der altägyptischen Bevölkerung der Pharaonenzeit zu sein.

Trotzdem: Neue koptische Kirchen dürfen nicht gebaut werden und kleinere Reparaturen bedürfen eines Präsidialerlasses. Deshalb weichen die Kopten in den Dörfern zum Teil auf private Gebetsräume aus, was von ihren muslimischen Nachbarn nicht immer akzeptiert wird. Erst vor etwa drei Wochen zündeten Muslime in einem Dorf mehrere Häuser von Christen an, weil sie diese «verdächtigt» hatten, unerlaubt eine Kirche bauen zu wollen.