Kuba

02. März 2010 14:46; Akt: 02.03.2010 14:51 Print

Festnahmen nach Tod von RegimekritikerFestnahmen nach Tod von Regimekritiker

Die kubanischen Behörden sind nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe massiv gegen Anhänger eines Regimekritikers vorgegangen, der nach einem Hungerstreik in Haft gestorben war. Das stimme alles nicht, meint Fidel Castro und lässt exklusives Videomaterial veröffentlichen.

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Mindestens 126 Menschen seien festgenommen worden, darunter die Dissidentin und Bloggerin Yoani Sanchez, sagte ein Sprecher der unabhängigen kubanischen Menschenrechtskommission am Montag. Viele der Festgenommenen seien auf dem Weg zur Beerdigung von Orlando Zapata Tamayo am Donnerstag in Banes im Osten Kubas gewesen.

Nach Angaben der Gruppe wollte die Regierung Proteste nach dem Tod Zapatas verhindern. Der 42-Jährige war
Ende Februar nach einem 85-tägigem Hungerstreik aus Protest gegen die Haftbedingungen gestorben. Er war 2003 unter anderem wegen Herabwürdigung des Staates zu 36 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Fidel Castro wehrt sich

Die kubanische Regierung wies die Anschuldigungen der Regimekritiker zurück und zeigte Fernsehaufnahmen, auf denen sich Ärzte um das Leben Zapatas bemühten. Zapata sei ein gewöhnlicher Krimineller gewesen.

Sein Tod hat Proteste in den USA und Europa hervorgerufen und Forderungen nach einer Freilassung von schätzungsweise 200 politischen Gefangenen laut werden lassen.

Einem Eintrag auf ihrer Twitter-Seite zufolge wurde Yoani Sanchez vorigen Mittwoch in Havanna festgenommen, als sie sich in ein Kondolenzbuch für Zapata eintragen wollte. Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe wurde sie «brutal behandelt». Sanchez hatte das kommunistische Regime in Kuba wiederholt in ihrem Blog «Generation Y» kritisiert.

Video: Kubas Regierung nimmt Stellung

(sda)