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Afghanistan
10. März 2010 10:41; Akt: 10.03.2010 17:09 Print
Ahmadinedschads Besuch ärgert die USA
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad besucht das Nachbarland Afghanistan. Die Besatzungsmacht USA ist darüber nicht erbaut. Beide Seiten werfen sich gegenseitig ein «doppeltes Spiel» vor.
Ahmadinedschad bemüht sich seit Jahren um eine Ausweitung des iranischen Einflusses in der Region. Er traf am Mittwoch in Kabul ein. Wie es der Zufall will, befand sich gleichzeitig US-Verteidigungsminister Robert Gates zu einem Truppenbesuch im Land. Er bezeichnete Ahmadinedschads Visite als «beunruhigend» und warf Teheran vor, in Afghanistan ein doppeltes Spiel zu spielen und ungeachtet öffentlicher Sympathiebekundungen für die Regierung in Kabul heimlich die aufständischen Taliban zu unterstützen. Der Minister warnte Ahmadinedschad, die US-Anstrengungen für eine Stabilisierung Afghanistans zu unterwandern. «Die Iraner wollen nicht, dass wir Erfolg haben», sagte Gates.
US-Verteidungsminister Robert Gates inspiziert die Truppen.(Bild: Keystone)
Der Iran hat diese Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Bei seiner Ankunft drehte der iranische Präsident den Spiess um. Es seien vielmehr die USA, die ein «doppeltes Spiel» in Afghanistan trieben. Sie bekämpften dort Terroristen, die sie selbst geschaffen hätten. Zu Zeiten der sowjetischen Besatzung des Landes am Hindukusch hatten die USA die Aufständischen einschliesslich der Taliban mit Waffen beliefert. «Wir sehen in der Anwesenheit militärischer Kräfte in Afghanistan keine Lösung für Frieden», sagte Ahmadinedschad.
Teheran sei an einem stabilen und sicheren Afghanistan interessiert, hatte Ahmadinedschad wiederholt betont. Die ausländischen Truppen seien die Ursache für Afghanistans Probleme, sie müssten das Land verlassen. Ein Sprecher des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai erklärte, beim Besuch gehe es um die «Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen». Unter anderem soll über eine Eisenbahnlinie von Tadschikistan durch Afghanistan in den Iran gesprochen werden.
Früherer Truppenabzug möglich
Beim Besuch eines Ausbildungsstützpunkts bei Kabul erklärte Robert Gates am Mittwoch, die USA könnten mit dem Truppenabzug aus Afghanistan schon vor dem von Präsident Barack Obama avisierten Termin im Juli 2011 beginnen. Dies hänge von den Bedingungen vor Ort ab, erklärte Gates. Demnach soll die Übertragung der Sicherheitskontrolle auf afghanische Soldaten und Polizisten spätestens im Juli kommenden Jahres beginnen. Je nach Lage könnte dieser Prozess jedoch schneller oder langsamer verlaufen.
Der afghanische Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak erklärte, sein Land fühle sich beschämt, dass es zu seiner Verteidigung immer noch ausländische Truppen benötige, und könne eine vollständige Übernahme der Sicherheitsbefugnisse kaum abwarten. Bis zum dafür vorgesehen Zeitpunkt sollen die afghanischen Streitkräfte auf
(pbl/dapd)



























