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Afghanistan-Krieg
15. Juni 2009 17:59; Akt: 15.06.2009 18:01 Print
Toter Taliban mit Aston-Villa-Tattoo
Es war ein Schock für die britischen Soldaten: Einer der von ihnen getöteten feindlichen Kämpfer in Afghanistan war offenbar Aston-Villa-Fan. Er dürfte nicht der einzige in Grossbritannien aufgewachsene Taliban sein.
Britische Truppen in Afghanistan: Landsleute unter den feindlichen Kämpfern (Bild: Corporal Rupert Frere, Ministry of Defence, ho)
Die Soldaten der ISAF (International Security Assistance Force) in Afghanistan vermuteten es schon länger: In den Reihen der feindlichen Taliban kämpfen auch Moslems, die in Grossbritannien zur Welt gekommen und aufgewachsen sind. So hätten die westlichen Streitkräfte auch schon feindliche Funksprüche in breitem Midland- oder Manchester-Akzent aufgefangen, schreibt die britische Zeitung «Daily Mail» in ihrer Online-Ausgabe.
Taliban-Fan: Emblem des englischen Fussballklubs Aston Villa
«Vielleicht in denselben Strassen aufgewachsen»
Der Verdacht hat sich nun mit dem Fund eines toten Taliban-Kämpfers verstärkt: Die Leiche des Mannes trug ein Tattoo mit dem Emblem des englischen Fussballklubs Aston Villa. Wann und wo genau der Leichnam gefunden wurde, blieb bisher unklar.
Ein Sprecher der britischen Truppen in Afghanistan sagte der Zeitung: «Es war ein Schock zu erfahren, dass die Leute, gegen die wir kämpfen, Fans desselben Fussballklubs sind wie wir und vielleicht sogar in denselben Strassen wie wir aufgewachsen sind.»
Radikalisierte britische Moslems
Die Leiche mit dem Aston-Villa-Tattoo gibt den Befürchtungen neue Nahrung, dass es den Taliban gelungen sein könnte, möglicherweise hunderte von radikalisierten britischen Moslems für den Kampf gegen ihr Geburtsland zu rekrutieren. Patrick Mercer, ein Unterhausabgeordneter der oppositionellen konservativen Partei, sagte der «Daily Mail» zufolge, das fragliche Tattoo lege die Vermutung nahe, dass der Taliban früher irgendwann einmal ein relativ gut integriertes Mitglied der britischen Gesellschaft gewesen sei, das sich bis zu einem gewissen Grad mit der Kultur seiner Heimat identifiziert habe, aber dennoch radikalisiert worden sei.
(dhr)


























