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30. Juli 2006 22:46; Akt: 30.07.2006 22:54 Print
US-Soldat: «Im Irak Leute zu töten, ist wie Ameisen zu zerquetschen»
Der wegen Vergewaltigung und mehrfachen Mordes an irakischen Zivilisten angeklagte frühere US-Soldat Steven Green hat im Gespräch die Gleichgültigkeit des Tötens im Irak beschrieben.
«Du tötest jemanden und dann sagst du, 'Los, holen wir uns eine Pizza'», sagte Green (21) einem Kriegsberichterstatter der «Washington Post». «Ich habe einmal auf einen Typ geschossen, der nicht an einem Kontrollposten angehalten hat, und es war, als wäre nichts gewesen».
Steven Green.(Bild: Keystone/AP)
Dabei habe er immer geglaubt, dass eine solche Erfahrung das Leben verändere, sagte Green weiter. «Ich habe es getan und es war wie 'So, und jetzt?'». Der frühere Soldat habe dabei mit den Achseln gezuckt, heisst es in dem Zeitungsartikel.
Der Green zur Last gelegte Vorfall hatte sich Mitte März nahe Mahmudijah rund 30 Kilometer südlich von Bagdad ereignet. Laut Gerichtsakte drangen Green und drei weitere US-Soldaten in ein Haus ein und ermordeten vier Mitglieder einer Familie.
Die Zeitung veröffentlichte das etwa einen Monat vor den mutmasslichen Morden geführte Interview am Sonntag.
15-jähriges Mädchen vergewaltigt
Der Angeklagte soll zunächst den Vater, die Mutter und ein etwa fünf Jahre altes Mädchen getötet haben. Anschliessend hätten er und ein anderer GI eine 15-jährige Tochter der Ermordeten vergewaltigt, die Green daraufhin mit zwei oder drei Schüssen getötet habe.
Die alkoholisierten Täter versuchten demnach auch, die Leiche der jungen Irakerin zu verbrennen. Green war Wochen später wegen «Persönlichkeitsstörungen» aus der Armee entlassen worden.
Die Tat war erst am 20. Juni bei einem Verhör von Mitgliedern aus Greens Einheit ans Licht gekommen. Anfang Juli wurde im Irak Anklage gegen fünf weitere US-Soldaten erhoben. Vier von ihnen wird eine direkte Beteiligung vorgeworfen, ein fünfter Soldat wird beschuldigt, von der Tat gewusst und geschwiegen zu haben. Die Klageerhebung in den USA soll Mitte Oktober erfolgen.
Der Fall ist der bislang letzte in einer Reihe von schweren Übergriffen auf irakische Zivilisten durch US-Soldaten. Bei der US- Armee laufen bereits mehrere Ermittlungsverfahren gegen Soldaten, die Zivilisten oder Häftlinge gezielt getötet haben sollen.
Im bisher schwerwiegendsten Fall wird Marineinfanteristen vorgeworfen, im November als Rache für den Tod eines Kameraden wahllos 24 Einwohner von Haditha erschossen zu haben. Die Ermittlungen laufen noch.
(sda)

























