Rechtsextremismus

07. September 2010 08:22; Akt: 07.09.2010 12:42 Print

Razzien bei Neonazi-OrganisationRazzien bei Neonazi-Organisation

Das deutsche Bundesinnenministerium geht seit heute Morgen in mehreren Bundesländern gegen eine rechtsextremistische Gruppierung vor.

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Seit 6.00 Uhr wurden Räume von Angehörigen der Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e.V. (HNG) durchsucht und Beweismaterial beschlagnahmt, wie das Ministerium mitteilte. Hintergrund sei die eingeleitete Prüfung eines Verbots der grössten neonazistischen Gruppierung in Deutschland. Ziel des Vereins ist es den Angaben zufolge, Häftlinge in ihrer rechtsextremistischen Überzeugung zu stärken und zu weiteren Straftaten zu motivieren.

«Die heutigen Durchsuchungen werden zeigen, ob sich unser Verdacht bestätigt und sich die HNG in aggressiv-kämpferischer Weise gegen die verfassungsmässige Ordnung richtet», sagte Innenstaatssekretär Klaus-Dieter Fritsche in Berlin. «Die uns vorliegenden Erkenntnisse nähren den Verdacht, dass es der HNG in erster Linie darum geht, die häufig fragmentierte neonazistische Szene jenseits bestehender ideologischer Grabenkämpfe zu vernetzen und zu stärken.» Inhaftierte Gesinnungsgenossen sollten weiter zu «Kämpfern gegen das System» aufgebaut werden.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) wertete die Massnahmen als einen weiteren Schritt im Kampf gegen den Rechtsextremismus in Deutschland. Nach dem Verbot der rechtsextremen «Heimattreuen Deutschen Jugend» im vergangenen Jahr müsse sich der Rechtsstaat auch gegen diejenigen wehren, die mit dem Ziel, die Demokratie zu beseitigen, Gefangene weiter instrumentalisieren, fügte Bruch hinzu.

Die zentral geführte HNG wurde 1979 gegründet und ist mit rund 600 Mitgliedern die grösste neonazistische Organisation in Deutschland. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa waren die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein- Westfalen und Niedersachsen von der Aktion betroffen.


(sda/dapd)