23. März 2008 08:08; Akt: 23.03.2008 08:08 Print

Holländer demonstrieren gegen islamfeindlichen FilmHolländer demonstrieren gegen islamfeindlichen Film

Mehr als 2.000 Menschen haben gestern im Stadtzentrum von Amsterdam gegen die Veröffentlichung eines islamfeindlichen Films des Abgeordneten Geert Wilders demonstriert.

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Auf Transparenten und in Redebeiträgen warnten sie vor Diskriminierung und Rassismus in den Niederlanden. Wilders, der einer Anti-Einwanderungsgruppe im Parlament vorsteht, will am 31. März einen Film vorstellen, der den Koran als «faschistisches Buch» entlarven will.

Die Polizei sprach von 2.000 bis 3.000 Teilnehmern bei der Veranstaltung unter dem Motto «Die Niederlande zeigen ihre Farben». Zur Enttäuschung mancher Teilnehmer waren jedoch keine landesweit bedeutenden Politiker zu der Demonstration gekommen. «Die Regierung könnte wirklich etwas tun. Es liegt im Interesse des Landes - stoppt ihn, stoppt ihn», sagte Hassan Iaeti in Bezug auf Wilders. Ein anderer Demonstrant trug ein Schild mit der Aufschrift «Schluss mit der rechtspopulistischen Hexenjagd».

Wilders sorgt mit dem von ihm angekündigten Film seit Monaten für Aufregung in den Niederlanden. Der genaue Inhalt des 15-Minüters ist jedoch bislang nicht bekannt. Er wird ihn im Internet veröffentlichen, alle Fernsehsender hatten abgelehnt. Wegen seiner häufigen provozierenden und diffamierenden Äusserungen zum Islam werden heftige Reaktionen aus islamischen Ländern befürchtet, ähnlich wie bei der Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen in Dänemark.


Verhandlung vor Gericht am 28. März

Muslimische Organisationen haben bereits eine Diskriminierungsklage eingereicht. Der Fall soll am 28. März verhandelt werden. Wilders könnte dem jedoch zuvorkommen und den Film unbehelligt vor einer Verhandlung veröffentlichen. Die Regierung von Ministerpräsident Jan Peter Balkenende hatte dem Autoren nahegelegt, auf die Veröffentlichung zu verzichten. Balkenende betonte allerdings, er teile Wilders Ansichten nicht, diese seien aber im Rahmen der Meinungsfreiheit zulässig.

Die Kontroverse erinnert die Niederlande an die Ermordung des islamkritischen Filmemachers Theo van Gogh Ende 2004, nachdem dieser den Film «Submission» veröffentlicht hatte.

(dapd)