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Gewalt eskaliert
28. Januar 2012 09:29; Akt: 28.01.2012 09:29 Print
Russland bleibt bei Syrien kompromisslos
Russland stellt sich weiterhin gegen eine UNO-Resolution, welche die Gewalt in Syrien beenden soll. Russland will keine Resolution verabschieden, die einen Rückzug von Präsident Baschar al-Assad verlangt.
Russland lehnt auch den neuen Entwurf für eine UN-Resolution zur Gewalt in Syrien ab. Der russische UNO- Botschafter Witali Tschurkin zeigte sich nach einer Sitzung des UNO- Sicherheitsrates am Freitag in New York zwar grundsätzlich gesprächsbereit.
Infografik Die arabische Welt im UmbruchEr bezeichnete den von Marokko eingebrachten Text allerdings als «inakzeptabel». Die russische Delegation habe daher erneut die «roten Linien» erläutert, die sein Land nicht überschreiten werde. Dazu zählen Sanktionen und ein Waffenembargo.
Russland hat zudem angekündigt, keine Resolution zu verabschieden, in der ein Rückzug von Syriens Präsident Baschar al-Assad verlangt wird.
Der von Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und mehreren arabischen Ländern erarbeitete Entwurf ignoriere diese roten Linien und enthalte zudem einige neue Elemente, «die wir prinzipiell inakzeptabel finden», sagte Tschurkin nach der Sitzung.
Trotz Ablehnung gesprächsbereit
Er machte aber keine explizite Drohung, ein Veto im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einzulegen. «Wir, die russische Delegation, sehen den Entwurf nicht als eine Basis, auf der wir zustimmen können.» Das bedeute aber nicht, dass Russland es ablehne, sich mit den Unterstützern des Entwurfs einzulassen, sagte Tschurkin
Wie die Arabische Liga versuche der neue Resolutionsentwurf, Syrien eine Lösung «aufzuzwingen». Russland ist seinen Angaben zufolge aber bereit, zumindest weiter über den Text zu verhandeln.
Abstimmung in der kommenden Woche
Nach Angaben des britischen UNO-Botschafters Mark Lyall Grant soll es am Montag weitere Gespräche geben. Seinen Angaben zufolge werden in dem neuen Entwurf weder Sanktionen noch ein mögliches Waffenembargo genannt.
Europäischen Diplomaten zufolge könnte in der kommenden Woche über den Resolutionsentwurf abgestimmt werden. Am Dienstag sind zunächst aber noch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al- Arabi, und der Regierungschef Katars, Scheich Hamad ben Dschassem al- Thani, im Sicherheitsrat zu Gast.
Der Text fordert Unterstützung für den Plan der Arabischen Liga, der unter anderem den Rückzug von Assad vorsieht. Ausserdem ermutigt er alle Staaten, sich den im November von der Liga verhängten Sanktionen anzuschliessen.
Anhaltende Gewalt
Die internationale Gemeinschaft bemüht sich seit mehr als neun Monaten um eine Lösung des Syrien-Konflikts, bei dem nach UNO- Angaben mehr als 5400 Menschen ums Leben kamen. Russland, ein langjähriger Verbündeter Syriens, blockiert zusammen mit der Vetomacht China eine UNO-Resolution.
Wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurden beim Vorgehen der syrischen Sicherheitskräfte gegen die Protestbewegung am Freitag erneut 44 Zivilisten getötet. Zudem seien zwölf Mitglieder der Sicherheitskräfte ums Leben gekommen.
Besonders viele Zivilisten wurden den Angaben zufolge in Nawa und Homs getötet. Am Donnerstag hatte die Beobachtungsstelle 62 Tote, darunter 43 Zivilisten, verzeichnet.
Auch der Chef der Beobachtermission der Arabischen Liga, der sudanesische General Mohammed Ahmed Mustafa al-Dabi, beklagte eine «starke» Zunahme der Gewalt in Homs, Hama und Idleb.
(sda)


























