Pulverfass Iran

16. Juni 2009 09:29; Akt: 16.06.2009 11:58 Print

Prallen heute die beiden Lager aufeinander?Prallen heute die beiden Lager aufeinander?

In Teheran stehen die Zeichen auf Konfrontation: Nicht nur die Anhänger des unterlegenen Reformkandidaten Mir-Hossein Mussawi wollen wieder auf die Strasse. Auch die Regierungsanhänger kündigten eine Demonstration an.

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Nach dem Aufruf der iranischen Opposition zu weiteren Protesten haben Anhänger des umstrittenen Wahlsiegers Mahmud Ahmadinedschad eine Gegendemonstration angekündigt.

Die Kundgebung soll am Dienstagnachmittag auf demselben Platz in Teheran stattfinden, wo am Montag hunderttausende Anhänger von Mussawi gegen das amtliche Endergebnis demonstriert hatten.

Provokation der Regierungsanhänger

Die Kundgebung der Regierungsanhänger werde um 13.30 Uhr (MESZ) beginnen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Fars. Das Mussawi-Lager hat weitere Proteste für 14.30 Uhr (MESZ) angekündigt. Mussawi forderte seine Anhänger zu einer «ruhigen und friedlichen» Demonstration auf.

Angriff auf Studentenheim

Der iranische Parlamentspräsident Ali Laridschani kritisierte am Dienstag die Gewaltanwendung gegen Studenten in einer Wohnsiedlung im Norden Teherans in der Nacht zum Montag. Das Innenministerium müsse dafür die Verantwortung übernehmen, sagte Laridschani der Nachrichtenagentur Ilna.

Die Angriffe in der Wohnsiedlung gingen laut Internetseiten der Studenten von der islamischen Bassidsch-Miliz aus. Mehrere Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein.

Festnahme von Oppositionellen

Bei der Demonstration der Opposition am Montag waren nach Berichten des staatlichen Fernsehens sieben Menschen getötet worden. Die Polizei nahm nach Oppositionsangaben mehrere ranghohe Reformpolitiker fest.

So sei der frühere Vizepräsident Mohammed Ali Abtahi am Dienstagmorgen abgeführt worden. Dies teilte sein Büro mit. Abtahi hatte im Wahlkampf den gemässigten Reformkandidaten Mehdi Karubi unterstützt.

Bereits am Montag war nach Angaben aus Oppositionskreisen der prominente Reformer Said Hadschjarian festgenommen worden. Die amtliche Nachrichtenagentur Fars meldete, mehrere Menschen mit «anti-revolutionären» Absichten seien seit Montag in Haft. Bei ihnen seien Material zum Bau von Sprengsätzen und Waffen gefunden worden.

(sda)