Mississippi

19. Juni 2008 17:32; Akt: 19.06.2008 17:36 Print

Neue Deichbrüche - Bush reist ins FlutgebietNeue Deichbrüche - Bush reist ins Flutgebiet

Der Mittlere Westen der USA versinkt im Wasser. Nachdem allein am Mittwoch in den Staaten Iowa und Illinois über 20 Mississippi-Dämme überschwemmt oder geborsten waren, gab jetzt auch in Missouri ein erster Deich nach.

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Die Fluten verschluckten binnen kurzer Zeit nahe Winfield nördlich von St. Louis tausende Hektar fruchtbaren Farmlands. Das US-Fernsehen zeigte dramatische Bilder, als der Deich auf einer Länge von 90 Metern brach.

Wassermassen flossen auf die Felder, die Region glich innerhalb kurzer Zeit einem See, aus der vereinzelt Häuserdächer herausragten. Die Fluten näherten sich zusehends einem Paralleldeich, der stärker bewohnte Regionen schützt.

Hunderte Freiwillige waren dabei, den zweiten Damm mit Sandsäcken zu erhöhen. «Dieser Tag wird kritisch», sagte der Bezirkschef für Katastrophenschutz, Andy Binder, dem US-Sender CNN.

Zwei Millionen Hektar Ackerland vernichtet

Das beim Deichschutz eingesetzte Heeres-Pionierkorps hält es für möglich, dass am Mississippi zwischen Iowa und Missouri noch 20 bis 30 Dämme überflutet werden oder brechen können, bis das Hochwasser auf der wichtigsten Wasserstrasse der USA zu sinken beginnt.

Die Schäden allein durch Ernteverluste werden bereits jetzt auf weit mehr als drei Milliarden Dollar beziffert. Nach Einschätzungen von Experten wurden mindestens zwei Millionen Hektar Farmland durch die Wassermassen verwüstet. Betroffen sind vor allem Mais- und Soja- Felder. Der Preis für Mais ist deswegen um rund 25 Prozent gestiegen.

Bush im Katastrophengebiet

Für den Abend wurde US-Präsident George W. Bush im Katastrophengebiet erwartet. Zunächst wollte er sich in Cedar Rapids in Iowa über die Lage informieren. Hier waren in der vergangenen Woche 25 000 Menschen vor den Fluten geflüchtet. Danach wollte der Präsident im Helikopter über die Region fliegen.

Auch der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain wollte in das Unglücksgebiet reisen. Sein demokratischer Konkurrent Barack Obama war bereits Anfang Woche in der Region.

In den vergangenen Wochen waren nach sintflutartigen Regenfällen zunächst im Osten Iowas mehrere Flüsse über die Ufer getreten. Diese speisen den Mississippi, dort drücken die Wassermassen nun den Pegel flussabwärts nach oben.

Die meisten betroffenen Gebiete sind spärlich bewohnt. Überflutet wurde am Mississippi bislang hauptsächlich Farm- und Industrieland, nur wenige kleine Ortschaften mussten evakuiert werden.

24 Tote

Wie US-Medien berichteten, waren Mississippi-Deiche in Regionen mit vielen Bewohnern von vornherein höher und stärker gebaut worden als in landwirtschaftlichen Anbaugebieten. Das erklärt auch die angesichts des Ausmasses der Katastrophe relativ geringe Opferzahl.

Nach Angaben des Leiters der Bundesbehörde für Katastrophenmanagement, David Paulison, kamen bis Mittwoch 24 Menschen ums Leben, 148 wurden verletzt.

(sda)