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05. November 2005 17:44; Akt: 05.11.2005 17:48 Print
Demonstranten verhindern Neonazi-Marsch
Mehrere tausend Menschen haben im deutschen Potsdam einen Neonazi-Marsch durch die Innenstadt verhindert.
Sie blockierten stundenlang eine Kreuzung auf deren Demonstrationsstrecke, wobei es weitgehend friedlich blieb. Die etwa 250 Rechtsextremisten konnten, abgeschirmt von einem starken Polizeiaufgebot, an einem Stadtrand-Bahnhof nur eine Kundgebung abhalten. Nach vierstündiger Wartezeit fuhren sie mit dem Zug nach Berlin.
Bereits am Mittag waren mehr als 1.000 Potsdamer dem Aufruf von Oberbürgermeister Jann Jakobs zu einem Aktionstag gegen die Neonazis gefolgt. «Wir sind hier, um zu Gewaltfreiheit, Toleranz und einem friedlichen Miteinander Farbe zu bekennen», sagte der SPD-Politiker. «Wir dürfen es nicht zulassen, dass sich braune Strukturen etablieren.»
In den vergangenen Monaten hatten Mitglieder der rechtsextremen Szene in Potsdam mehrfach Andersdenkende gewalttätig angegriffen. Zu der Gegendemonstration unter dem Motto «Potsdam bekennt Farbe» hatte die Stadt gemeinsam mit einem Bündnis unter anderem aus Gewerkschaften, Kirchen sowie der Industrie- und Handelskammer aufgerufen.
Zur gleichen Zeit begannen die Neonazis etwa einen Kilometer entfernt mit ihrer Kundgebung. Weil Gegendemonstranten die Route des vom Hamburger Rechtsextremisten Christian Worch angemeldeten Aufzuges blockierten, liess die Polizei die Rechten nicht los laufen.
Mehr als 2.000 Beamte aus verschiedenen Ländern und von der Bundespolizei waren im Einsatz. Sie wollte Zusammenstösse zwischen Rechts- und Linksextremisten vermeiden, die ebenfalls eine Gegendemonstration angekündigt hatten. Einem Polizeisprecher zufolge kam es nur zu kleineren Auseinandersetzungen am Rande.
Schon im vergangenen Jahr hatten Gegendemonstranten mit der Blockade einer zentralen Brücke den Marsch der Neonazis durch die Innenstadt verhindert. Diese mussten damals ebenfalls an den Stadtrand ausweichen. Als die Polizei die Brücke räumen wollte, war es allerdings zu Krawallen gekommen.
(dapd)

























