Sean Penn

14. März 2010 09:00; Akt: 14.03.2010 09:06 Print

«Chávez-Kritiker gehören in den Knast»«Chávez-Kritiker gehören in den Knast»

Hollywood-Star Sean Penn verteidigt seinen Freund Hugo Chávez: Wer den Präsidenten von Venezuela als «Diktator» bezeichne, solle ins Gefängnis. Chávez kann den Beistand brauchen: In seinem Land wird der Strom knapp.

storybild

Sean Penn (r.) zu Besuch bei Hugo Chávez im Oktober 2009. (Bild: Keystone/Miraflores Press Office)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Der zweifache Oscar-Gewinner Sean Penn wagt sich politisch immer wieder auf die Äste hinaus. Mit seinen neusten Äusserungen dürfte er sich im konservativen Lager einmal mehr keine Freunde gemacht haben. In einer TV-Talkshow setzte er sich vehement für seinen Freund Hugo Chávez ein. Mehrfach schon hat er den venezolanischen Präsidenten getroffen, der in den USA als linkes Schreckgespenst und Diktator gilt.

Wer solche Lügen verbreite, gehöre ins Gefängnis, schimpfte Penn und attackierte die Medien: Sie würden den Amerikanern verschweigen, dass Venezuelas mehrheitlich arme Bevölkerung die linke Revolution des Präsidenten willig unterstütze. Hugo Chávez sei durch «14 der transparentesten Wahlen auf dem Globus» gegangen und demokratisch gewählt worden. Der Präsident dankte Penn während einer Rede Caracas: Der Schauspieler sei ein Verbündeter im Kampf gegen eine Kampagne, die die Venezolaner «verwirren» wolle.

Strom wird rationiert

Chávez kann die Unterstützung gebrauchen, denn Venezuela leidet nicht nur mehr als jedes andere südamerikanische Land unter der Wirtschaftskrise. Die Lage wird noch verschärft durch eine der schwersten Dürreperioden seit Jahrzehnten. Sie hat in erster Linie Folgen für die Stromversorgung. Im Guri-Stausee, der etwa drei Viertel der gesamten Elektrizität liefert, ist der Wasserstand stark gesunken. Der Strom wird in Venezuela deshalb rationiert, immer wieder fällt er ganz aus. Geschäfte müssen ihre Öffnungszeiten einschränken, die Menschen schwitzen ohne Klimaanlage bei 35 Grad.

Am härtesten trifft der Energiemangel die Industrie, berichtet der «Guardian». Ökonomen warnen, die Wirtschaft Venezuelas, die letztes Jahr um 3,3 Prozent ins Minus gerutscht ist, werde weiter schrumpfen. Kritiker werfen Hugo Chávez vor, nicht genug in neue Kraftwerke investiert zu haben – Venezuela ist das Land mit dem höchsten Energieverbrauch in Lateinamerika. Die Regierung will die Leute zum Stromsparen animieren. So lässt sie über die Armee Millionen Energiesparlampen verteilen.

Chávez warnt vor Kollaps

Der Präsident beschönigte die Lage nicht: Er entschuldigte sich für die Einschränkungen und warnte, dass es noch schlimmer kommen könnte: Der Pegel im Guri-See liege noch 13 Meter über dem Niveau, das zum Kollaps führen würde. «Wir müssten die Kraftwerke abstellen», sagte Chávez. Dann gingen in Venezuela endgültig die Lichter aus. Und die Regenzeit beginnt in der Regel nicht vor Mai. Entsprechend gross ist der Ärger: Laut einer Umfrage beurteilen 60 Prozent das Krisenmanagement der Regierung als negativ.

(pbl)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • DeMora am 02.06.2010 23:07 Report Diesen Beitrag melden

    Viva la Revolucion

    Ich finde es Lobenswert das Sean Penn die Wahrheit ausgesprochen hat! Zu den Kritikern an Chavez kann ich nur sagen studiert die Geschicht! Lesen bildet, aber Sachbücher und nicht TV-Berichte schauen und glauben man wüsste dann wie sich die Welt dreht...Es hat unter Chavez enorme Verbesserungen gegeben, aber nicht für die Reichen, sondern für die arme Bevölkerung, das interessiert natürlich niemand, weil nur die Reichen stehen im Licht und das sind nicht viele, aber die Armen stehen im Dunkeln...ich weiss das ist zu Hoch für Viele hier...sorry...

  • Diego am 15.03.2010 01:07 Report Diesen Beitrag melden

    Medienfreiheit??????

    An Ruedi, wenn du mal ein wirklich Hintergrundbericht gelesen hättest, würdest du villeicht etwas anderes schreiben. Die Medien in Europa schreiben nur noch Agenturmeldungen ab und recherchieren nicht mehr. Wen in der Schweiz eine TV-Station einen Putschversuch unterstützen würde, wäre der Sender gleich abgeschaltet worden. In Venezuela wurde der Putschversuch von diesen Medien unterstüzt und trotzdem konnten sie noch über Jahre weitersenden, bis ihre Lizenz ausgelaufen ist. Und aja, die Sender wurden nicht abgstellt, sondern sie bekamen nur weniger prominete Sendeplätze.

    • WR am 16.03.2010 23:07 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Ahnung

      Ich lebe in Vzla. Bei allem Respekt aber du hast keine Ahnung über was du da schreibst.

    einklappen einklappen
  • Chris am 14.03.2010 23:40 Report Diesen Beitrag melden

    Venezuela ist ein reiches Land

    Ein Regierungschef, der nach belieben Unternehmen in "Volksbesitz" überführt und es trotzdem nicht schaft, die ganzen Millionenerlöse aus dem Erdölexport der Allgemeinheit zugute kommen zu lassen, kann nur als unfähig bezeichnet werden! Die Situation in Venezuela mit der in der Schweiz zu vergleichen, ist absurd: w.koch soll doch mal ne Weile dorthin gehen, dann lernt er den Unterschied kennen. Venezuelaner hatten mal einen guten Lebensstandard. Auch wenn es nicht Chavez war, der dies "geaendert" hat, so hat er es doch, trotz all seiner hehren Reden, nicht geschaft, diesen wiederherzustelllen

    • WR am 16.03.2010 23:09 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Diesem Beitrag kann ich als in Vzla. lebender CHer (seit den 70ern) nur beipflichten.

    einklappen einklappen