Litauen

09. Mai 2010 10:45; Akt: 09.05.2010 10:53 Print

Homo-Demo massiv gestörtHomo-Demo massiv gestört

Belagert von 1000 Gegendemonstranten haben sich 400 Menschen an der ersten Schwulen-Parade in der litauischen Hauptstadt Vilnius beteiligt.

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400 homosexuelle Litauer sahen sich 1000 Gegendemonstranten gegenüber. (Bild: Keystone)

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Mit grossen Regenbogenfahnen und lauter Musik demonstrierten sie für Gleichberechtigung und eine bunte Gesellschaft.

Der Zug entlang des Flusses Neris wurde vereinzelt von Rauchbomben gestört. Auch versuchten homophobe Demonstranten, eine Strassensperre zu durchbrechen. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Menge ein. Auch nach Abschluss der Parade kam es zu Zusammenstössen mit der Polizei. Zwei Abgeordnete des litauischen Parlaments wurde zeitweise festgenommen, weil sie versuchten, auf eine Barriere zu klettern. Insgesamt waren rund 800 Polizisten im Einsatz, einige auch beritten. Die Polizei meldete 19 Festnahmen.

Zu den Teilnehmern der Homosexuellen-Parade gehörten auch ausländische Unterstützer und Abgeordnete des Europaparlaments. «Wir sind hier, weil wir an eine gerechte Gesellschaft glauben», sagte die schwedische Ministerin für EU-Angelegenheiten, Birgitta Ohlsson. «Etiketten sind für Kleider, nicht für Menschen. Und wir sind heute hier, um die Etiketten von den Menschen zu entfernen.»

Schwule hoffen auf Akzeptanz

Der Mitveranstalter Vladimir Simonko sagte, die Parade solle im nächsten Jahr wieder stattfinden. «Ich hoffe, dieser friedliche Umzug wird dem litauischen Volk zeigen, dass da nichts Schändliches oder Erschreckendes ist.»

Weil gewaltsame Zwischenfällen befürchtet wurden, war der Umzug zunächst von der Stadtverwaltung verboten worden. Das oberste Verwaltungsgericht hob die Entscheidung jedoch am Freitag mit der Begründung auf, dass der Staat die Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu schützen habe.

(dapd)