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06. März 2008 10:52; Akt: 22.11.2010 14:35 Print
Das Schwein des Anstosses
von Runa Reinecke - Das Kinderbuch «Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel» sorgt derzeit in Deutschland für Wirbel. Heute wird darüber entschieden, ob das religionskritische Jugendbuch vom Markt genommen wird.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellte im Dezember den Antrag auf Indizierung des Buches des freischaffenden Philosophen und Schriftstellers Dr. Michael Schmidt-Salomon und des Illustrators Helge Nyncke. Das Werk soll – so die Auffassung der Bundesprüfstelle - «antisemitische Tendenzen» aufweisen und die «Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefährden».
Rabbi und Bischof und Mufti (nicht im Bild) im Clinch. Das geht zu weit - findet die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Berlin.(Bild: Alibri-Verlag)
Ein Ferkel als «Schwein des Anstosses»
Eine Geschichte, die von einem kleinen Ferkel und einem Igel handelt – putzig und herzig, könnte man meinen. Doch hinter der Fabel, in der die beiden tierischen Protagonisten auf der Suche nach «Herrn Gott» durch einen Irrgarten der Weltreligionen wandeln und dann zum Schluss kommen, dass sie lieber gottlos glücklich leben, sieht das Ministerium unter der Leitung der deutschen Familienministerin Ursula von der Leyen ein Mittel zur Provokation. Mehr noch – besonders die im Buch dargestellte Figur des Rabbis, der laut Indizierungsantrag als «wütender Mann mit entgleisten Gesichtszügen und den stereotypen Merkmalen eines streng orthodoxen Juden…» interpretiert wird, stösst den Verantwortlichen des Ministeriums sauer auf. Für Schmidt-Salomon ein Affront: Er wehrt sich in einer persönlichen Erklärung entschieden gegen den Antisemitismusvorwurf: «In iranischen Medien hat man mich noch vor wenigen Monaten als 'zionistischen Agenten Israels' bezeichnet.» Gleichzeitig verweist der Autor auf hochrangige Unterstützung im Ferkel-Fall: «Dass der Antisemitismusvorwurf haltlos ist, hat nicht nur der jüdische Publizist Henryk M. Broder, sondern auch der Generalsekretär des deutschen Zentralrats der Juden herausgestellt.»
Über den Antrag zur Indizierung erfuhr der Autor selbst erst durch die Medien. Er ist sich sicher, dass ursprünglich die Diözese Rottenburg-Stuttgart Einsprache gegen das Buch erhoben hatte.
Kleinvieh macht auch Mist
Am Donnerstagvormittag wird darüber entschieden, ob die religionskritische Fabel auf den Index kommt. Dies würde das Aus für das Buch bedeuten. Immerhin hatte der Wirbel um den Indizierungsantrag kurzzeitig für eine Absatzsteigerung von «Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel» gesorgt. Wie auch immer der Entscheid der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ausfällt: Wer hätte gedacht, dass sogar kleine Ferkel im Licht des Medieninteresses derart lange Schatten werfen?
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So viel zur freien Meinungsäusserung
Es ist wirklich erschreckend, wie sehr uns der Staat einschränkt. Und es ist noch erschreckender zu sehen, dass der Staat immer noch untrennbar von der Kirche ist, obwohl dies ursprünglich im Grundgesetz steht. Warum sind religiöse Kinderbücher zu Hauf auf dem Markt, so ein Buch wird aber verboten
So sehr hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Joh. 3, 16
Agnostizismus
Falsch: Am siebenten Tag schuf Gott den Menschen. Richtig: Schuf der Mensch Gott. Jeder Mensch hat Anrecht auf eine eigene Meinung;er hat kein Anrecht, dass sie von andern geteilt wird. Ob es ein höheres Wesen gibt weiss ich nicht, weiss niemand und wird es nie wissen.
Agnostizismus
Lieber Herr R. Wenger, sie schreiben: Jeder Mensch hat Anrecht auf eine eigene Meinung;er hat kein Anrecht, dass sie von andern geteilt wird. Ich bin mit Ihnen einverstanden dass jedermann seine eigene Meinung haben kann, aber ich denke nicht dass Sie ein Anrecht haben dass ich ihre Meinung teile. Ich respektiere ihre Ansichten aber von teilen - ? Liebe und respektvolle Grüsse W. Schanz