Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
«60 Verpflichtungen»
26. Januar 2012 13:01; Akt: 26.01.2012 17:22 Print
So will Hollande Frankreich erobern
Mit einem umfangreichen Wahlprogramm will der sozialistische Kandidat François Hollande Präsident von Frankreich werden. Vor allem die Schaffung neuer Stellen soll die Herzen der Wähler erobern.

François Hollande stellt am 26. Januar in der Maison des Metallos in Paris sein Wahlprogramm vor. (Bild: AFP)
François Hollande, der sozialistische Kandidat für das französische Präsidentschaftsamt, hat sein Wahlprogramm vorgestellt. Mit «60 Verpflichtungen für Frankreich» will Hollande bei der Wahl im Frühjahr Amtsinhaber Nicolas Sarkozy schlagen.
Das Programm, das der 57-Jährige am Donnerstag in Paris vorstellte, sieht bis 2017 jährliche Mehrausgaben von rund 20 Milliarden Euro vor. Finanzieren will Hollande die Mehrausgaben durch das Schliessen von Steuerschlupflöchern. Etwa 29 Milliarden sollen dadurch in die Staatskasse gespült werden.
Höhere Einkommen ab
Staatsdefizit abbauen
Trotz zusätzlicher Ausgaben will Hollande das hohe Staatsdefizit abbauen. Sein Plan sieht vor, bis zum Jahr 2013 das Maastricht- Kriterium zu erfüllen, wonach das Staatsdefizit nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen darf. Bis 2017 will Hollande das Ziel eines ausgeglichen Haushalts erreichen.
«Alle Massnahmen sind finanziert», sagte Hollande vor Journalisten und Spitzenpolitikern der Sozialistischen Partei. Den Vorwurf der regierenden Konservativen, seine Vorschläge seien zu vage und nicht glaubwürdig, wies er mit dem Hinweis zurück: «Ich verspreche nur das, was ich halten kann.»
Mit Blick auf Präsident Sarkozy fügte er hinzu, er wolle die Mittelschicht schützen. Geld müsse von den Besserverdienenden kommen, die bisher von «Steuergeschenken» in Milliardenhöhe profitiert hätten.
60 000 neue Stellen im Bildungswesen
Schwerpunkte Hollandes sind die Bereiche Bildung, Jugend, Arbeitsplätze und Steuerreform. Er strebt die Schaffung von
Ausserdem möchte Sarkozys Herausforderer
Kleine und mittlere Unternehmen sind ein weiterer Schwerpunkt: Durch eine öffentliche Investitionsbank sollen diese stärker gefördert werden. In Frankreich gilt die Schwäche des Mittelstands als ein Grund für das hohe Handelsbilanzdefizit. Bei den Banken plädiert Hollande für eine Abspaltung des Investment-Bereichs.
Besonders umstritten ist die von Hollande propagierte Rückkehr zur «Rente mit 60». Sie soll bereits im ersten Jahr eine Milliarde Euro kosten und durch eine Anhebung der Sozialabgaben finanziert werden.
Vielversprechende Umfragen
Die Regierungsmehrheit hielt dem Sozialisten vor, er gefährde Frankreich und das soziale Modell des Landes. «Das Wort Einsparungen kommt nicht vor», erklärte Regierungssprecherin Valérie Pécresse. Das Defizit werde weiter steigen. Daniel Cohn-Bendit von den Grünen lobte dagegen das Programm, dem allerdings ein ökologischer Anstrich fehle.
Der sozialistische Kandidat liegt in den Umfragen seit Monaten deutlich vor Sarkozy, der sich allerdings bezüglich einer Kandidatur noch bedeckt hält. Die erste Wahlrunde ist für den 22. April angesetzt. Sollte wie erwartet keiner der Kandidaten 50 Prozent der Stimmen holen, kommt es am 6. Mai zu einer Stichwahl.
François Hollande lanciert den Wahlkampf
(Video: YouTube/BFMTV)
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.


























